Seeing fresh

photography book joy in seeing fresh

The joy in seeing

The other week I`ve written a guest blogpost: A review on a book by Hiltrud Enders called (translated) “Joy in seeing”. To read the review in German click here on fotografr.de

The book is about attentive seeing, about engaging with what is there right now in order to capture that. We see; we snap. And by snapping I don`t mean rush, because, in fact, we need to be calm and rush would blur our vision. But what I mean by snapping is: We don`t hesitate or think. We go by impulse and intuition. We don`t get uneasy thinking “How do I get a good picture?”. The author says: “Be without expectation, let it be a surprise.”

Awe-inspired snapping

The concept is to capture the moment of “seeing fresh”. Hiltrud Enders describes this moment as the “freshness of the first few milliseconds in which you neither classify nor describe”. Basically, when it`s still reflex and instinct only. When it`s still that initial “wow” with no further thoughts or categorizing. “You cannot see and think at the same time”.

The essence of this approach is to cast out the labelling or commenting. It doesn`t mean mindless snapping but awe-inspired snapping. The longer we can stay in that state of awe without thinking or judgement (I guess it takes practice, I certainly need to practise more) the longer we can truly enjoy what we see.

joy in seeing fresh

Open your eyes again

As soon as we start thinking, the fresh, clear moment of seeing is gone. Typical thoughts of mine are: “This could make a good photo” (labeling what I see as good or bad). Or: “The background here is not great” (wanting to change something). Or – my most common hindering thought: “What will people think if they see me taking a picture now?” Hiltrud Enders says: “As soon as I notice that I start to think, I close my eyes, open them again and have a new, fresh look.” And: “When I`m free from the outer acknowledgment and my own expectation, then I live and experience more.”

Lean in - whatever happens

We can practice that right where we`re at. Wherever we see something that makes us stop thinking for a second, because of the “aww wow” that just entered our mind. “Everything is worthy to be looked at – whether at the petrol station or in the botanical garden. Seeing happens all the time“, says Hiltrud Enders. „If I cannot see in my familiar surroundings, then I can`t see in outside of this world either.”

Thus, the idea is not to wait for a holiday, or later, but to pay attention to what we see right now. In our pyjamas, on the way to our business meeting, at the grocery store, on our dinner date, in our everyday. Whether we`re in a good mood or in a grumpy mood. Whether we have a promotion to celebrate or whether we just got fired. No labeling, just seeing. „Lean in- whatever happens.“

Freude am Sehen

Neulich habe ich einen Gastblogbeitrag geschrieben: eine Rezension über das Buch “Freude am Sehen” von Hiltrud Enders. Um die Rezension zu lesen, klick hier auf fotografr.de .

Das Buch handelt vom aufmerksamen Sehen. Von der “Beschäftigung mit dem, was gerade ist”, um das aufzunehmen. Wir sehen, wir schießen ein Foto. Und damit meine ich nicht Eile, den tatsächlich müssen wir ruhig sein und in Eile würden wir nicht klar sehen. Gemeint ist: Nicht zögern oder denken. Dem Impuls und der Intuition folgen. Also zum Beispiel nicht unruhig werden und denken: “Wie kriege ich ein gutes Foto?”. Die Autorin sagt: “Sei ohne Erwartungen, lass dich überraschen.“

Ins "Wow" knipsen

Das Konzept ist, den Moment des “frischen Sehens” festzuhalten. Hiltrud Enders beschreibt diesen Moment als die „die Frische der ersten Millisekunde der Wahrnehmung, in der noch keine Einordnung und Beschreibung geschieht“. Also solange du immer noch ganz im Reflex und Instinkt bist. Solange du nur voller “Wow-Gefühl” bist, ohne weitere Gedanken oder Einordnung. „Du kannst nicht Sehen und Denken gleichzeitig.”

Es geht darum, nicht zu bewerten oder kommentieren. Das heißt aber nicht, einfach ziellos zu knipsen, sondern aus dem „Wow-Gefühl“ heraus zu knipsen. Je länger wir in diesem Gefühl ohne Denken und Bewerten bleiben können (ich denke es braucht Übung, ich brauche auf jeden Fall noch mehr Übung) desto länger können wir beim Sehen genießen.

joy in seeing fresh

Öffne deine Augen neu

Sobald wir beginnen zu denken, ist der frische, klare Moment des Sehens weg. Typischerweise denke ich: “Das könnte ein gutes Foto geben“ (bewerte das, was ich sehe, als gut oder schlecht). Oder: “Der Hintergrund ist ungeeignet” (will etwas ändern). Oder mein hinderlichster Gedanke: “Was könnten Leute denken, wenn sie sehen, dass ich jetzt ein Foto mache?“ Hiltrud Enders sagt: “Sobald ich bemerke, dass ich ins Denken versinke, kann ich die Augen schließen, wieder öffnen und neu hinschauen.“ Und: “Bin ich frei von fremder Anerkennung und eigener Erwartung, so kann ich mehr erleben.“

Lehn dich rein - was immer passiert

Wir können das genau da wo wir gerade sind üben. Wo immer wir etwas sehen, bei dem wir wegen des „oh wow“-Effekts das Denken vergessen. „Alles ist wert, betrachtet zu werden – ob an der Tankstelle oder im botanischen Garten. Sehen geschieht ständig“, schreibt Hiltrud Enders. „Wenn ich nicht in meiner vertrauten Umgebung sehen kann, dann auch nicht außerhalb dieser Welt.“

Die Idee ist also, nicht auf die Ferien zu warten, oder später. Sondern jetzt gleich auf das zu achten, was wir sehen. In unserem Schlafanzug, auf dem Weg zu unserem Geschäfts-Meeting, im Gemüseladen, bei unserer Verabredung. Ob wir eine Beförderung zu feiern haben, oder ob wir gerade gefeuert worden sind. Nicht bewerten, nur sehen. “Lehn dich rein – was immer geschieht.”

photography book joy in seeing fresh

Creative work

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Creative Work

How to get creative work done

One of the biggest traps for creative work is postponing. Either because of “waiting for inspiration”. Or because of perfectionism, saying “I`m not good enough yet, conditions are not ideal at the moment,…”

I`ve written about this before but it`s been one of the most important lessons for me: Creativity means commitment which implies planning your day, setting priorities, and setting aside time for them. Creative work means fight and determination. And actually doing the work now.

“Inspiration is for amateurs. The rest of us just show up and get to work”, said photographer Chuck Close. “If you wait around for the clouds to part and a bolt of lightning to strike you in the brain, you are not going to make an awful lot of work. All the best ideas come out of the process; they come out of the work itself.”

No need for the perfect setting

The other day, I had an interesting interview with singer and musician Joe Vox. He has released an album together with other musicians called “COVid IDentities”. Because of the lockdown, one of the musicians didn`t have access to fancy recording technology. So he just used his phone. Simple as that.

The musicians made things work, even though conditions weren`t ideal. Joe Vox said: “As a creative, you don`t need the perfect setting. On the contrary: Too much perfection can indeed harm because you constantly find that settings aren`t ideal. And you end up doing nothing at all because of that. You can always do something when you are creative and really want to.”

Kreative Arbeit

Eine der größten Fallen für kreative Arbeit ist Aufschieberitis. Entweder weil man auf “Inspiration” wartet. Oder wegen Perfektionismus, der einem sagt “Ich bin noch nicht gut genug, die Bedingungen sind im Moment noch nicht ideal,…“

Ich habe schon mal über dieses Thema geschrieben, aber es ist eine der wichtigsten Lektionen für mich gewesen: Kreativität bedeutet Einsatz und sich zu verpflichten, Prioritäten zu setzen und dafür Zeit zu reservieren. Also den Tag entsprechend drum herum zu planen. Es bedeutet auch zu kämpfen und entschlossen zu sein. Und sich tatsächlich jetzt an die Arbeit zu machen.

„Inspiration ist was für Amateure. Wir anderen lassen uns blicken und machen uns an die Arbeit“, sagte Fotograf Chuck Close. „Wenn du darauf wartest, dass sich die Wolken auftun und dich ein Geistesblitz trifft, dann wirst du nicht besonders viel zustande bringen. All die besten Ideen kommen aus dem Prozess heraus. Sie entstehen bei der Arbeit selbst.”

Es braucht nicht die perfekten Bedingungen

Neulich hatte ich ein interessantes Interview mit Sänger und Musiker Joe Vox. Er hat ein Album “COVid Identities” mit anderen Musikern zusammen herausgebracht. Wegen des Lockdowns hatte einer der Musiker keinen Zugang zu richtiger Aufnahmetechnik. Also hat er sein Handy benutzt. Ganz einfach.

Die Musiker haben die CD möglich gemacht, auch wenn nicht alles ideal war.  Joe Vox sagte: “ Als Kreativer braucht man nicht die perfekten Bedingungen. Im Gegenteil: Zu viel Perfektion tut oft nicht gut, denn man findet dauernd, dass die Umstände nicht gut genug sind. Und am Ende kommt gar nichts bei raus. Man kann immer was machen, wenn man Kreativität hat und wirklich will.“

Light and Style

X Fashion and Lifestyle Photography Portfolio Nadine Wilmanns

How to use light for mood and style

It`s not the subject that makes a photograph, it`s the light. It was only when I understood this very basic idea, that my everyday photography has gotten so much richer and more interesting, too.

I`ve written a guest blog post about this on the beautiful photography blog of Sheen Watkins Aperture and Light. To read the full article click on the following link:

https://www.apertureandlight.com/2021/01/how-to-use-light-to-create-mood-and-style/

Hier ist die deutsche Übersetzung:

Licht für Gefühl im Bild und deinen Stil

Als ich mit Fotografieren anfing, dachte ich, das Motiv macht ein Foto aus. In einer „hässlichen“ Umgebung zum Beispiel, dachte ich: Hier kann`s kein gutes Bild geben. Gleichzeitig habe ich meiner Fotografie oft das „besondere Etwas“ vermisst.

Erst als mir etwas ganz Einfaches, aber so Wirkungsvolles, klar wurde, wurde meine Fotografie viel besser: Nicht das Motiv ist wichtig, sondern das Licht. Das Motiv kann so wenig einladend wie eine Mülltüte oder eine alte Küchentür sein. Wenn`s da gutes Licht gibt, dann kann da auch ein Bild sein. Also habe ich meine Aufmerksamkeit weniger auf Dinge und mehr auf Licht gelenkt.

Bald ist mir überall aufgefallen, wie da gerade das Licht ist. Und seitdem ist meine Alltags-Fotografie viel interessanter geworden. Was so hilfreich ist, gerade jetzt in Zeiten des Lockdowns. Sowas wie ein Stapel Notizbücher kann fast schon poetisch aussehen, wenn interessantes Licht drauf fällt.

light photography light spot on pile of notebooks
light on rose petal

Wie du mit Licht umgehst, definiert deinen Stil

Licht und deine eigene Art es für dich zu nutzen, ist ein guter Startpunkt, um deinen eigenen Stil zu entwickeln. Ich bin persönlich eher im dunkleren Bereich. Das heißt, mir macht es nichts aus, das Bild ordentlich unterzubelichten. Damit ich meine Highlights, also die hellen Stellen im Bild, genau richtig für mich werden. Ich finde, das schafft Gefühl und Atmosphäre – und oft Drama. Aber das ist Geschmacksache.

Wer weiß, in ein paar Jahren mag ich vielleicht einen helleren, luftigeren Stil lieber. Wir müssen nur wissen, wie wir das Licht für uns nutzen können. Wie wir unsere Belichtung anpassen können und was für Licht wir brauchen, um das zu bekommen, was wir persönlich mögen. Dann ist dein Stil nicht etwas, das zufällig oder ab und zu passiert, sondern absichtlich. Und dann kannst du auch absichtlich anders fotografieren, falls du das mal willst.

Absichtlich unterbelichten

Bei natürlichem Licht ohne Blitz verwende ich normalerweise Spot Metering, nehme das Licht, die hellen Stellen, als Maß für meine Belichtung und lasse die Schatten machen was sie wollen. Wenn viel Kontrast im Bild ist, also wenn es viele Schatten hat, ist das Bild insgesamt oft großflächig unterbelichtet. Manchmal hat das einen hilfreichen Nebeneffekt: Es räumt dein Foto auf. Das Durcheinander wird einfach schwarz und das Auge wird direkt zu der richtig belichteten Stelle gelenkt.

Planting

Weil ich diese Art zu belichten mag, halte ich automatisch nach kontrastreichem Licht Ausschau, nach Schatten und hellen Stellen. Wenn ich eher Lust auf „luftige“ Bilder habe, dann schaue ich nach eher gleichmäßigem Licht, Wolken vor der Sonne, oder weichem Gegenlicht, wenn die Sonne tief steht.  

Wie nutzt du das Licht für deinen persönlichen Stil? Magst du lieber ein gleichmäßig ausgeleuchtetes Foto oder gefallen dir viel Kontrast und dunkle Bereiche im Bild? Oder vielleicht hast du es lieber ein bisschen überbelichtet? Wie auch immer du Licht für dich verwendest, die Hauptsache ist, dass du glücklich mit dem bist, was das Bild ausdrückt und welches Gefühl es vermittelt. Denn schließlich willst du deine Geschichte in deinem eigenen Stil und auf deine eigene Art erzählen.

Feelgood Photography

feelgood photography detail

When having a special, good feeling, have your camera with you. In my experience, I tend to see more when I feel good and a bit emotional. As well, I tend to be more compassionate, attentive, and open which is so important for photography. And suddenly everything seems to have more meaning and depth.

I then hope that by capturing the feeling, it will stick with me. I may be able to revisit and recreate it later, because I`m more likely to remember when a picture was taken.

Capture the “feelgood”

It may seem strange wanting to photograph something that can`t be seen at all, but only sensed. I mean, a horse just looks like a horse. But peace, calm, melancholy, feelgood,… ? Everybody would capture them differently.

Someone might just see nothing in a picture, while somebody else might be completely blown away. But there`s the beauty: there is a personal element, not obvious to everyone. Our photographs speak our very unique language and it`s ok if not everybody understands.

Snapshots that stick

Yesterday, I`ve been feeling weirdly and quite strikingly peaceful and at ease for most of the day – for no apparent reason. In fact, according to what I was up to, I should have been stressed. But no, all good. Maybe I`ve breathed deep into my stomach a lot. Maybe my mind counteracted with some extra peace after having felt rather overwhelmed the day before – I don`t know. However, I wanted to preserve that feeling so I took some snapshots. Hoping that one will stick to my memory and stay attached to that sense of feelgood and ease.

How about you – have you noticed that how you feel is being translated into your photography?


Feelgood Photography Detail

Wohlfühl-Fotografie

Wenn du dich besonders wohl und gut gelaunt fühlst, nimm deine Kamera mit. Bei mir ist es so, dass ich mehr sehe, wenn ich mich gut und ein bisschen emotional fühle. Ich bin dann auch nachsichtiger mit mir selbst, achtsamer und offener, was so wichtig für das Fotografieren ist. Und alles bekommt irgendwie auf einmal mehr Bedeutung.

Ich hoffe dann, dass das Gefühl in meinem Gedächtnis bleibt, wenn ich es fotografiere. Vielleicht kann ich es später wiederhaben, weil ich mich eher wieder dahin zurückversetzen kann, wenn ich ein Bild gemacht habe.

Fotografiere “Wohlfühlen”

Kann sein, dass es seltsam scheint, etwas fotografieren zu wollen, das gar nicht wirklich zu sehen ist, sondern nur zu spüren. Ich meine, ein Pferd sieht einfach wie ein Pferd aus, aber Zufriedenheit, Ruhe, Melancholie, Wohlfühlen,… ? Das würde jeder anders festhalten.

Und deshalb sieht einer vielleicht gar nichts in einem Bild, das einen anderen besonders anspricht. Aber das ist auch das Schöne: da gibt`s ein persönliches Element, das nicht jeder erkennt. Unsere Fotos sprechen unsere ganz eigene Sprache und es ist ok, wenn sie nicht jeder versteht.

Feelgood Photography

Schnappschüsse, die bleiben

Gestern habe ich mich ganz ohne offensichtlichen Grund seltsam gut und zufrieden gefühlt. Wenn ich auf mein Programm von gestern schaue, hätte ich eher erwartet, gestresst gewesen zu sein. Aber nein, alles gut. Vielleicht habe ich viel in meinen Bauch geatmet. Vielleicht hat meine Psyche mit einer Extraportion Ruhe reagiert, weil ich mich am Tag davor überfordert gefühlt habe – keine Ahnung. Jedenfalls wollte ich das Gefühl festhalten, also habe ich ein paar Schnappschüsse gemacht. In der Hoffnung, dass einer in meinem Gedächtnis bleiben und mit diesem Wohlfühl-Gefühl verbunden sein wird.

Achte doch auch mal drauf: wirkt sich dein Gefühl auch auf deine Fotos aus?

Feelgood Photography Detail

Read more:

www.nadinewilmanns.com/how-to-remember

www.nadinewilmanns.com/how-to-get-the-feeling-into-the-picture

Lockdown Photography

lockdown photography rubber gloves on washing machine

Lockdown-Photography

How hard times can help your photography

Die originale Version dieses Posts auf Deutsch, “Lockdown-Fotografie”, wurde auf dem bekannten Fotoblog www.fotografr.de veröffentlicht. Hier ist die englische Übersetzung:

Do you recall the last days before your personal Corona lockdown? I remember them like it was yesterday and the pictures that I`ve taken. I had a strange feeling sitting in a coffee shop on Bethnal Green Road in London, just having read the headlines of the first COVID death in England. Somehow, I have taken deeper breaths that day trying to soak in as much freedom and fresh air as possible. And I have photographed even more than usual.

Despite all the weirdness of the situation, I knew that at least I could always document everything with my camera. That I don`t need to passively wait, but that I can actively move my focus on something. That has given me some feeling of control and at the same time a creative challenge.

Lockdown Photography window view
Lockdown Photography bed sheets

Documenting being at home

As a matter of fact, the challenge soon turned out to be documenting being at home. During that time, I found it more helpful than ever to photograph „what is“. Even though there wasn`t happening much – after all, I was at home all the time – in my head there was going on a lot. Somehow, I wanted to find a way to express that.

And really, the more confined we are the more of a challenge this becomes, and the more there is to learn. I have been following the „One-picture-a-day-projects“ of other photographers and I`ve noticed that they haven`t just captured something very special , but as well that they have become much more sensitive to the ordinary.  

Lockdown Photography Glasses by the window

Each days' hero shot

Somewhere, I`ve read about a man, who couldn`t get around much due to his poor health. However, he went for a daily walk around the block with his camera. He probably didn`t get THE shot every day. But because he kept on going persistently looking for the special on his everyday route, he eventually kept discovering more and more.

Do you know when the light on your sink is at its best? Since Corona I know that – and I have noticed how that changed when my boyfriend blocked parts of the window with wooden panels. Lucky enough I didn`t know then, that now, meanwhile in Germany, I would still talk about Corona. I just tried to focus on one day at a time and get each days hero shot.

Each night I would be looking forward to reviewing my “pictures of the day” when transferring them to my phone before I went to sleep. That was my incentive – I`m sure you know the joy of finding a picture that you really love when scanning through your photos. (And by that I don`t mean technical perfection, but a picture with expression and meaning, one that evokes a feeling. That`s a different topic though…)

light trail lockdown photography
Lockdown Photography cat looking out

Open to surprises

As a photographer, I want to become better and better. And sometimes weird circumstances feature surprising opportunities to learn and to evolve. Times of restriction invite us to look out for our hero-shot of the day. And to consider the possibility that the most boring, stupid, or difficult situation might turn out as the moment of the day, at least in terms of photography.

I do recommend trying this approach for yourself. Especially when in a low mood, it can feel like hard work to pick up the camera. Yet after a few days it will become second nature and you will anticipate making progress with your personal at-home-project.

Head to www.fotografr.de to read the original, German version of this article. 

New Year

New Year lights celebration

New Year

As we enter the new year, it`s a good time to go through all our photos of this year. Of course, to reflect on the past twelve months. But as well to see how we grew as artists and to motivate us to keep on pushing forward and to become better in the new year ahead.

(On a side note: In my case, the new year is a good opportunity to organize my picture chaos, too. Click here for an article about a good organizational structure. I`ve started some organizing by the beginning of the lockdown in March but didn`t finish. Once I`ve established a consistent system that works for me, I`ll share it here.)

It`s not about pretty

Lately, I`ve had some days when I felt a little discouraged in documenting the ordinary. Because you know on Instagram you see all these super-pretty rooms and stuff and well, I don`t find my place so picture-pretty. However, looking back at the 2020 photographs, I realized that it weren`t the “pretty things” that made the best photos. But it was good light. Plus, ideally some meaning, and a very present moment that stayed.

That really motivated me again to shoot daily what is meaningful to me and focus on the light (in the truest sense of the word). Let´s feel and observe the very moment as often as possible without thinking about later or before. I`ve read and noticed that this can make an ordinary moment more meaningful.

As well I can report that it`s often just about getting started in order to get us into a habit. Like in this case the habit of documenting our lives in pictures. For example, we can begin with taking a picture of something simple as our feet and that can get us going to “see” and become aware of more.

For the year to come, I hope that I can always be thankful, curious, and unbiased. That I will be open to new experiences and surprises. And that I have faith in God`s support in order to be brave and to take healthy chances to document more. What are your wishes? Have a good start in 2021 and don`t let yourself get disheartened if the start doesn`t turn out as hoped. 

Neues Jahr

Der Start ins neue Jahr ist eine gute Zeit, um durch die Fotos von 2020 zu blättern. Natürlich um nochmal auf das Jahr zurückzuschauen. Aber auch um zu sehen, wie wir als Künstler gewachsen sind und um uns zu motivieren, weiter an uns zu arbeiten, um noch besser zu werden.

(Übrigens ist es für mich auch eine gute Gelegenheit, Ordnung mein Bilder-Chaos zu bringen. Ich habe beim ersten Lockdown im März damit begonnen, aber bin null fertig geworden. Sobald ich ein funktionierendes System entwickelt habe, werde ich es hier teilen.)

Es geht nicht um hübsch

In letzter Zeit hatte ich immer wieder Tage, an denen ich mich ein bisschen entmutigt darin gefühlt habe, das Alltägliche zu dokumentieren. Auf Instagram sieht man doch immer diese superhübschen Räume und Orte – und naja, ich finde, bei mir sieht`s nicht so „bildhübsch“ aus. Aber als ich durch meine Fotos von 2020 geschaut habe, ist mir aufgefallen: Es waren nicht die „hübschen Dinge“, die die besten Bilder ausgemacht haben. Sondern es war gutes Licht. Und idealerweise eine Bedeutung und ein „erlebter“ Moment, der mir im Gefühl geblieben ist.

Das hat mich wieder motiviert, jeden Tag zu fotografieren was Bedeutung für mich hat, und auf das Licht zu fokussieren (im wahrsten Sinne des Wortes). Ich habe gelesen und bemerkt, dass ein gewöhnlicher Moment mehr Bedeutung bekommt, wenn wir ihn richtig „fühlen“ und beobachten, ohne an vorher oder nachher zu denken.

Beginne einfach

Außerdem kann ich berichten, dass es oft einfach nur darum geht, zu beginnen, um etwas zur Gewohnheit zu machen. Wie eben die Gewohnheit, unseren Alltag in Bildern zu dokumentieren. Zum Beispiel könnten wir damit starten, einfach etwas Simples wie unsere Füße zu fotografieren. Das kann uns dann dazu verleiten, mehr zu sehen und wahrzunehmen.

Für das neue Jahr hoffe ich, dass ich dankbar, neugierig und unvoreingenommen sein kann. Dass ich offen sein werde für neue Erlebnisse und Überraschungen. Und dass ich daran glauben kann, dass Gott mich unterstützt, um dann mutiger zu sein, damit ich mehr dokumentieren kann. Was sind deine Wünsche? Hab einen guten Start in 2021 und lass dich nicht entmutigen, falls der Start nicht so läuft, wie erhofft.

Life is now

snow in Tübingen town, life is now

Life is now.

Why we should avoid postponing life

This life, don`t say „I can do that later” to something that you fancy doing if you have the possibility to do it now. Even more, if it’s of importance to you.

Because in my experience, I regret mostly what I haven`t done. Especially when there was an opportunity to do it.

life is now , snow in Tübingen town

For a photographer that means: If we pass something that we want to photograph, never think “I can come back to this later when it`s more convenient for me”. For example, how often have I walked by something, thinking “I`ll take a picture on the way back”. But then didn`t come back the same way.

Who knows what`s later: The light will be different then. Maybe the situation will not be there anymore at all. Or there might be a pandemic.

Honestly, if Corona has shown me anything, it is that we mustn´t take “later” for granted.  That seizing the day isn`t just empty talk. And that living a life that we like must not be postponed.

Leben ist jetzt. Oder: Lieber nicht verschieben

Sag nicht zu etwas, das du gerne tun würdest: “Ich kann das später noch machen“, wenn du die Möglichkeit hast, es jetzt zu tun. Vor allem wenn es dir wichtig ist.

Denn am meisten bereue ich das, was ich nicht gemacht habe. Besonders wenn es Gelegenheit dazu gab, es zu tun.

Für das Fotografieren heißt das: Wenn wir an etwas vorbeigehen, das wir fotografieren wollen, nicht zu denken: „Ich kann später zurückkommen, wenn ich mehr Zeit habe.“ Wie oft habe ich etwas gesehen und dachte „Ich mach ein Foto, wenn ich auf dem Rückweg wieder vorbeigehe.” Bin dann aber gar nicht auf dem gleichen Weg zurückgegangen.

Wer weiß, was später sein wird: Das Licht wird vermutlich anders sein. Vielleicht ist die Situation überhaupt nicht mehr da. Oder es könnte eine Pandemie ausbrechen.

Also wenn Corona mir etwas gezeigt hat, dann dass wir „Später“ nicht für selbstverständlich nehmen dürfen. Dass “den Tag pflücken” nicht nur leeres Gerede ist. Und dass wir das Leben, das wir leben möchten, nicht verschieben sollten.

life is now, snow in Tübingen town

Copycat Creativity Technique

Copycat

The Copycat Technique

for Creativity

Copying, as “bad” as it may sound, is actually a very good technique to get creative. The best designers use it. While the process may start with a plain copy, it ends with something very own and unique. Because you`ll add your own input and vision into the development, you`ll take the copy to a higher level, creating something with your own voice and style.

When I was still a fashion design student, I worked for Giles Deacon in London for a while. Still naïve and thinking ideas come right out of thin air or pure imagination, I was shocked: In the design studio, we were given pictures out of fashion magazines and were told to copy and rework certain items. I thought: Is he for real?? Is he just copying other people’s work and making out it`s his own idea?

Be a copycat to fly

In the years after, I have learned that it is common for designers to begin with a copy. But then, what starts as a copy is transforming into a completely own design. While copying you come up with new ideas, you bring in your own style, you amend details to match your own vision. The final result might not even resemble the “original” anymore. (And really: they most likely aren`t originals anyway, because they themselves are copied and transformed from another “original” at some point). Call it inspiration if you like.

The same goes for photography, writing, drawing, all arts for that matter: The copy is like the push or the run-up before you fly on your own.

Die Copycat-Technik

für Kreativität

Kopieren, so “schlecht” es klingt, ist tatsächlich eine sehr gute Technik, um kreativ zu sein. Die besten Designer machen das. Der Prozess beginnt zwar mit einer Kopie, aber er endet mit etwas Eigenem und Einzigartigem. Weil du deinen eigenen Input und deine Vision in die Entwicklung mit reingibst, bringst du die Kopie auf ein höheres Level und machst am Ende etwas in deinem ganz eigenen Stil.

Als Modestudentin habe ich eine Zeitlang bei Giles Deacon in London gearbeitet. Ganz naiv dachte ich, Ideen kommen einfach so aus dem Nichts und purer Fantasie. Als man uns Fotos aus Magazinen gab, um einzelne Sachen davon nachzuarbeiten, also zu kopieren, war ich schockiert. Ich dachte: Soll das ein Witz sein?? Kopiert er einfach die Arbeit anderer und tut dann so, als wär`s seine eigene Idee?

Kopieren um zu fliegen

In den folgenden Jahren habe ich gelernt, dass es ganz normal für einen Designer ist, zu kopieren. Aber dann verwandelt sich das, was als Kopie beginnt, in ein ganz eigenes Design. Während des Kopierens kommst du auf neue Ideen, du bringst deinen Stil ein, du änderst Sachen ab und passt sie deiner eigenen Vorstellung an. Das Endergebnis sieht dann dem „Original“ oft nicht mal mehr ähnlich. (Und ein Original war das wahrscheinlich sowieso nicht, denn auch dieses „Original“ wurde irgendwann von etwas anderem kopiert und weiterentwickelt.) Man kann das auch Inspiration nennen, wenn man so will.

Das Gleiche gilt fürs Fotografieren, Schreiben, Malen und Kunst überhaupt: Die Kopie ist wie ein Schubs oder ein Anlauf bevor du selbst fliegst.

copycat

Read more: How to be creative

Success Stories

Photography black and white selfie for blog about success

Stories we tell about ourselves

How do we define success? And are we giving it our own definition, or do we let others define it for us? What story do we tell about ourselves? And are we dreaming big or do we let others limit our dreams, and what we dare to expect?

There are so many opinions and voices that can restrict us and that don`t serve us at all. For example: “Successful people are those who make a lot of money or who have fame.” If we have neither money nor fame, we might fall into the trap of thinking that we are not successful. But wait for a second: Is this definition matching our own standards of success at all?

And what kind of story do we tell about ourselves in general?

After the past two weeks, I could be telling, that I have failed a lot and that I`m unsuccessful. But honestly what would be the point of a story like this? It would not only be depressing; it also would not serve me at all.

We have one life, so why not tell a good story about it! So, instead I say: “I have taken some bold steps lately. At the same time, I`ve gained a good deal of experience with criticism both fair and unfair, even some unfriendliness. Either way, I`ve learned a lot. Most of all, I haven`t let anything cause me to abandon my dreams and I keep dreaming big. I expect great opportunities and adventures coming my way because I trust God to have a good plan for me.”

Selfie with dog

A friend of mine said to me that her co-worker has warned her: “In our job, we have to be very flexible.” There are so many ideas and opinions about how we SHOULD be. But especially as creatives I think we don`t have to accept the boundaries of common opinions. If we work to our own heart’s content, not for the judgment of others, we work with the heart of an artist. And we can accomplish a lot and more, if we just never lose faith, tell our story favourably, and define success in a way that sustains us and doesn`t discourage us.

Stories, die wir über uns erzählen

Was ist Erfolg? Legen wir für uns selbst fest, was Erfolg für uns bedeutet, oder lassen wir uns das von anderen vorgeben? Was für eine Geschichte erzählen wir von uns? Und haben wir große Träume, oder lassen wir uns von anderen Grenzen setzen, in dem was wir uns zutrauen?

Es gibt so viele Meinungen und Stimmen, die uns einschränken können und die uns überhaupt nicht nützlich sind. Zum Beispiel: „Erfolgreiche Leute verdienen viel Geld und sind angesehen und bekannt.“ Wenn wir aber weder Geld haben noch besonders anerkannt sind? Dann könnten wir in die Falle tappen zu denken wir seien nicht erfolgreich. Aber warte mal: Passt diese Art von „Erfolg“ denn überhaupt zu unseren eigenen Maßstäben?

Und was für eine Geschichte erzählen wir überhaupt von uns?

Nach den letzten beiden Wochen könnte ich erzählen, dass ich oft gescheitert bin und dass ich keinen Erfolg habe. Aber ehrlich, was würde denn so eine Geschichte bringen? Es wäre nicht nur eine deprimierende Geschichte, sie würde mir auch nichts nützen.

Wir haben ein Leben, also warum sollten wir nicht gute Geschichten davon erzählen! Also sage ich stattdessen: „Ich habe in letzter Zeit ziemlich viel gewagt. Gleichzeitig habe ich Erfahrungen mit Kritik – fairer und unfairer Kritik – und sogar Unfreundlichkeiten gesammelt. So oder so habe ich viel gelernt. Vor allem habe ich mich nicht daran hindern lassen, weiterhin große Träume zu haben. Ich erwarte tolle Gelegenheiten und Abenteuer, weil ich darauf vertraue, dass Gott einen guten Plan für mich hat.“

selfie with dog in flash light

Eine Freundin sagte mir neulich, dass ihre Kollegin sie ermahnt hat:  “In unserem Job müssen wir besonders flexibel sein.“ Es gibt so viele Vorstellungen davon, wie wir sein SOLLTEN. Aber vor allem als Kreative brauchen wir uns doch nicht mit den Grenzen gewöhnlicher Meinungen abfinden. Wenn wir zu unserer eigenen Freude arbeiten und nicht für das Urteil anderer, dann arbeiten wir mit dem Herz eines Künstlers. Und wir können viel und noch mehr erreichen, wenn wir nie aufhören zu glauben, unsere Geschichte vorteilhaft erzählen und Erfolg so definieren, dass es uns nicht entmutigt sondern stärkt.

How to learn from mistakes

notebook notes about mistakes to learn

Create a personal notebook of learned lessons

Create a personal notebook of learned lessons

Isn`t it that our own mistakes are our best teachers? Yet, I still dread to make mistakes. And on top of that, I often feel like I haven`t learned at all, thinking: ‘Oh no, I should know by now – why have I made this mistake AGAIN?’

Therefore, I have now started collecting my photography mistakes in a notebook. But actually, no – and here`s the trick: It`s more like I`m collecting learning lessons, solutions, or advice. After each photo shoot, I review everything. From the planning to the photoshoot itself, to post-processing and communication with people in the process. I then think about how I can improve. Basically, I`m giving myself advice. Or I`m asking fellow photographers or talk to other people to hear their advice. And then I note this down. Together with the date and the name of the photoshoot so I can remember the precise situation. 

Collecting lessons

I wouldn’t write down the “negative” like: “Shouldn`t have stayed in that bad light when photographing that person.” But I would note down the solution: “When the light isn`t good, I can ask for two minutes to myself to look for better options.” This way, I`m turning mistakes straight into learning. And by noting it down it`s more likely to stay with me. Plus, I can scroll through the pages before a photoshoot to remind myself of relevant things to consider.

Another side effect of these notes: I´m not so terribly scared of making mistakes anymore. Because I can effectively turn them into learnt lessons in my notebook – in fact, I`m now collecting them. Not that I would make mistakes on purpose, of course. But when they happen, I now can finally see them more as opportunities for learning. This as well makes it easier to get over these mistakes quickly, and not giving myself a hard time for having made them. Because I feel I`m actively doing something to improve.

Faith

Someone once told me a story about a teacher of people who are to be trained to sell stuff. (I think I have shared this story before, but it really fits here, so here it is again). This teacher sends his students out for a competition: They all should knock on people’s doors to sell stuff. The one who collects the most rejections in one week is the winner.

I found this story really encouraging: We don`t need to run from rejection – and not from mistakes either. Instead, we can say: ‘Oh, I can learn something here.’ And: ‘I am on the way of making progress.’ Rejection as well as mistakes are part of the job (and part of life really). The braver we are, the more we try with faith instead of fear, the more we experience, and the more we learn and grow.

Mach dir ein Notizbuch mit Lektionen

Mach dir ein Notizbuch mit Lektionen

Sind nicht unsere eigenen Fehler unsere besten Lehrer? Trotzdem graut es mir immer ein bisschen davor, Fehler zu machen. Und außerdem habe ich oft das Gefühl gar nichts gelernt zu haben und denke: ‚Oh nein, ich sollte das doch inzwischen besser wissen – warum hab ich diesen Fehler nun schon wieder gemacht?‘

Deswegen habe ich jetzt damit begonnen, meine Fotografie- Fehler in einem Notizbuch zu sammeln. Also nein, eigentlich sammle ich nicht meine Fehler – und hier ist der Trick: Ich sammle eher Lösungen oder Ratschläge an mich selbst. Nach jedem Fotoshooting gehe ich alles nochmal durch: Von der Planung, über das Fotoshooting selbst, zur Nachbearbeitung und der Kommunikation mit denen, die beteiligt waren. Und ich überlege, wie ich was besser machen kann. Ich berate mich also selbst. Oder ich frage befreundete Fotografen oder rede mit anderen, um deren Rat zu hören. Und dann schreibe ich das auf, zusammen mit dem Datum und Namen des Fotoshootings, damit mir eine konkrete Situation dazu im Kopf bleibt. 

Lektionen sammeln

Ich schreibe nicht das “Negative” auf, also  beispielsweise nicht: “Ich hätte mit der Person, die ich fotografiert habe, nicht in diesem schlechten Licht bleiben sollen.“ Sondern ich notiere mir eine Lösung: „Wenn es nur schlechtes Licht gibt, kann ich um 2 Minuten Zeit für mich fragen, um mich nach besseren Optionen umzuschauen.” So werden Fehler direkt in Ratschlägen und Lernerfahrungen umgewandelt. Dadurch, dass ich das aufschreibe, kann ich es mir besser merken. Und ich kann vor einem Fotoshooting nochmal durch die Notizen blättern, um mich an Dinge zu erinnern, die ich beachten muss.

Noch ein Effekt ist: Ich habe nicht mehr so sehr Angst davor, Fehler zu machen. Weil ich sie in effektive Lektionen in meinem Notizbuch verwandeln kann – ich sammle sie sogar. Natürlich mache ich nicht absichtlich Fehler. Aber wenn sie passieren, kann ich sie endlich als Gelegenheiten zum Lernen sehen. Das macht es gleichzeitig einfacher, schnell über diese Fehler hinwegzukommen. Und mir selbst nicht das Leben mit Selbstkritik schwer zu machen. Immerhin habe ich das Gefühl, dass ich aktiv etwas mache, um besser zu werden.

Vertrauen

Es gibt eine Geschichte von einem Lehrer mit Studenten, die lernen sollen Dinge zu verkaufen.  (Ich hab sie glaub ich schon mal in einem Post erzählt, aber sie passt hier so gut, dass ich sie nochmal erzähle). Dieser Lehrer schickt alle seine Schüler in einen Wettbewerb: Alle sollen bei irgendwelchen Leuten an deren Türen klopfen und ihnen etwas verkaufen. Derjenige, der die meisten Absagen bekommt, ist der Gewinner.

Mich hat diese Geschichte total motiviert. Wir brauchen  vor Ablehnung nicht wegzurennen – und auch nicht von unseren Fehlern. Stattdessen können wir sagen: ‘Ah, da kann ich was lernen.’  Ablehnung genauso wie Fehler sind Teil des Jobs (und des Lebens). Je mutiger wir sind, je mehr wir mit Offenheit und Vertrauen statt mir Angst ausprobieren und versuchen, desto mehr Erfahrungen können wir sammeln und desto mehr können wir lernen und besser werden.

notebook to learn from mistakes and dog

Creativity

Selfie with dog. Creativity

Notes about creativity after a not overly creative, busy day

Creativity needs some prayers and letting go. It needs fresh air and downtime. Chats with friends, some laughing out loud and being childish. Truly tasting and enjoying a piece of cake, a milky coffee with whipped cream on top, or something we love. Some moving around helps, too – be it doing a dance, going for a walk, or just cleaning or tidying up. Going out. Observing. Screen-free time. Reading. Daydreaming. A hot shower. Time. It certainly needs the Sunday off to wind down and relax – or any day once a week for that matter.

Furthermore, creativity needs patience, forgiving self-care, and softness. We need to be “on our side” and “for us” no matter what`s going on. What can we do here at this very moment for ourselves? On the other hand, I don`t think that creativity minds a push, effort, and discipline though. And it does need commitment, resilience, habit, and the occasional fight.

Feeling heartbreak, hardship, and suffering in just the right kind of dosage are just brilliant for being creative. By the right kind of dosage, I mean as much, as it doesn`t paralyze us.

Defining success according to our own standards.

Personally, I find creativity dies with comparison, judgment, inner pressure, and trying to please people. But it grows with the idea of abundance and that there`s space for everyone. When I`m open and without judgment towards others, I can be more creative myself. 

When too busy there`s no room for creativity because it needs its space to unfold. Sometimes it needs saying: “Stop, that`s enough, I`m gonna go on thinking about this tomorrow, but for now I need a break.” It, too, needs saying: “Thanks God for what I`ve achieved already, and I trust that you`ll give me a good idea when I need it.”

Notizen zum Kreativsein nach einem mittelmäßig kreativen, sehr geschäftigen Tag

Kreativität braucht Gebete und loslassen. Sie braucht frische Luft und Auszeit. Mit Freunden reden, laut lachen, kindisch sein. Mit richtig viel Genuss ein Stück Kuchen essen oder einen Milchkaffee mit Sahne obendrauf trinken oder eben etwas was wir lieben. Bewegung hilft auch – sei es tanzen, spazieren gehen oder auch einfach putzen und aufräumen. Rausgehen. Beobachten. Zeit ohne Bildschirm. Lesen. Tagträumen. Eine heiße Dusche. Zeit. Kreativität braucht auf jeden Fall Sonntags Freiheit, zum runterkommen und entspannen – oder an sonst einem Tag in der Woche.

Sie braucht Geduld, sich selber vergeben und sich gut um sich selbst kümmern. Wir müssen „auf unserer Seite“ und „für uns“ sein, was auch immer gerade los ist. Was können wir hier gerade eben für uns tun? Andererseits denke ich nicht, dass ein Schubs, Mühe und Disziplin der Kreativität schaden. Und sie braucht auf jeden Fall Verbindlichkeit, Ausdauer, Gewohnheit und ab und zu Kampf.

Herzschmerz, Schwierigkeiten und Leiden in der richtigen Dosierung sind perfekt, um kreativ zu sein. Mit der richtigen Dosis meine ich so viel, dass es uns nicht lähmt.

Erfolg entsprechend unsrer eigenen Maßstäbe definieren

Persönlich finde ich, dass Kreativität durch Vergleiche, Werturteile, inneren Druck und “Anderen-gefallen-wollen” stirbt. Aber sie wächst mit der Idee, dass es Überfluss gibt und Platz für jeden. Wenn ich offen bin und andere nicht beurteile und bewerte, kann ich selbst kreativer sein. 

Zu viel zu tun zu haben, nimmt der Kreativität den Raum, weil sie Platz zum Entfalten braucht.

Manchmal müssen wir sagen: „Stop, das reicht jetzt, ich mache mir da morgen weiter Gedanken, aber jetzt brauche ich erstmal Pause.“ Und auch: „Danke Gott, was ich schon erreicht habe, und ich verlasse mich darauf, dass du mir eine gute Idee gibst, wenn ich eine brauche.“

creativity. selfie with dog
creativity selfie with dog

Read more: 

Light-Photography

light on coffee shop chairs light photography

Light-Photography

Some of my favourite photographs are of light. By that, I mean light as the main element; those pictures that are purely about the light.

At times I find it quite relaxing to not look for “pretty things”, but just a light spot. And then experiment. Sometimes I delete the whole lot of pictures again later because there wasn`t anything of significance. But it`s all about experimenting anyway. And often there are surprises.

Underexpose

What I do is, I underexpose the picture via exposure compensation so that the exposure is right for the light spot while the rest of the picture is underexposed. (On the camera phone that means moving the exposure slider right down). If the light spot is very bright compared to its surroundings that means you`ll have a lot of black areas in your picture. But that`s usually brilliant because it adds to the drama.

When days are quite challenging (like lately), I find it kind of “energy-preserving” to just lift my attention on something as simple as the light for a while. Nothing exciting has to happen, no beautiful surroundings are needed, just a light spot and a camera.

By the way, in this regard, I really like this blog post on A Farm Girls Life: “Light and Shadow Experiments”. It makes you feel like light hunting right away. Enjoy:_)

light photography light on plant
Light photography light on door

Licht-Fotografie

Licht-Fotos gehören zu meinen Lieblingsfotos. Damit meine ich Fotos, die Licht als Hauptelement haben; solche, in denen es nur um das Licht geht.

Manchmal finde ich es ganz entspannend, nicht unbedingt „hübsche Dinge“ sehen zu wollen, sondern einfach nur nach einem Lichtfleck Ausschau zu halten. Und dann zu experimentieren. Kommt vor, dass ich später alle Bilder wieder lösche, weil nichts Besonderes dabei war. Aber es geht ja eh vor allem um das Experiment. Und oft sind Überraschungen dabei.

Unterbelichten

Ich mach` es so, dass ich das Bild über die manuelle Belichtungskorrektur unterbelichte, damit die Belichtung genau richtig für den Lichtfleck ist, während das restliche Foto unterbelichtet wird. Wenn der Lichtfleck im Vergleich zur Umgebung sehr hell ist, hat man viele schwarze Bereiche im Bild. Aber das ist meistens gerade gut, weil das Licht dann noch dramatischer wird.

An anstrengenden Tagen (wie in dieser Corona-Zeit) finde ich es „energieschonend“ meine Aufmerksamkeit für eine Weile auf etwas Einfaches wie Licht zu richten. Nichts Spannendes muss passieren, man braucht keine superschöne Umgebung, nur einen Lichtfleck und eine Kamera.

Übrigens mag ich in dem Zusammenhang den Blog Post auf A Farm Girls Life: “Light and Shadow Experiments”. Man bekommt sofort Lust, auf Licht-Jagd zu gehen. Viel Spaß :_)

light trail lockdown photography
light photography light spot on pile of notebooks

Capture the 50:50

boat in London Capture the 50:50

Capture the 50:50

Did you know that life is 50:50? It`s half positive and half negative – a balance.  I`ve learned that in an episode of “The life coach school” by Brooke Castillo. I kind of knew that, and then again, I didn`t. What it means is: It`s just fine and normal to not have great things happening half the time. I don`t have to “fix” that, but it`s part of the human experience.

In order to document life as a photographer, we don`t just capture the happy and bright moments, but the dark ones too. Because only both together make up the full human experience, the full story.

More creative...

When feeling sad or worried, picking up the camera often feels like a huge effort to me. I probably find it hard to face what`s bothering me, and rather want to block it out and avoid it.

There can be great beauty in the “negative”, tough. Just think of all those bittersweet stories in the cinemas – those films wouldn’t be half as beautiful if they didn’t tell us about all the heartbreak. And it`s the heartbreak that makes us sensitive to a lot of beauty around us – and that can ultimately make us more creative.

Man in black and white Capture the 50:50

The full bittersweet experience

If we practise to photograph the “negative 50”, we might not feel the urge to avoid them anymore. We might stop being afraid of heartbreak, because we know that we can “be” with it by looking for it`s weird and special beauty. And our photographs will remind us that worries, fears, difficulties, or sorrow weren`t here to stay. But that there was some of the “other 50” after.

This way, the camera could help us as a tool to face hard times. It may help us to be “present with whatever the truth is right now”, as Brooke Castillo puts it.

With all the uncertainties ahead, it`s good to know that God has provided a good balance for us, and that, however we will feel, we can pick up our camera and observe and document. That way, we can find the beauty that may be hidden. And we won`t need to avoid, but we can have the full bittersweet experience of life.

Fotografiere das 50:50

Wusstest du, dass das Leben 50:50 ist? Halb positiv, halb negativ- ein Gleichgewicht. Ich habe das in einer Folge des Podcasts „The life coach school” von Brooke Castillo gelernt. Ich wusste das schon irgendwie, aber so richtig klar war es mir nicht. Es ist ok und normal, dass die Hälfte der Zeit nicht besonders toll ist, sondern vielleicht anstrengend und manchmal sogar schmerzhaft. Ich muss das nicht „beheben“, sondern es ist einfach Teil der menschlichen Erlebens.

Um als Fotograf echtes Leben zu dokumentieren, fangen wir nicht nur die glücklichen, strahlenden Momente ein, sondern auch die Dunklen. Weil sie nur zusammen das menschliche Erlebnis ausmachen und die Geschichte komplett machen.

Kreativer...

Wenn wir traurig oder besorgt sind, dann kann es sich wie eine große Anstrengung anfühlen, die Kamera in die Hand zu nehmen. Wir finden es vielleicht schwer, uns dem zu stellen, was uns umtreibt. Wir wollen es vielleicht lieber ausblenden und einen Bogen drum herum machen.

Aber im „Negativen“ kann große Schönheit sein. Denk nur an die bittersüßen Geschichten in den Kinos. Diese Filme wären nur halb so schön, wenn sie uns nicht von all dem Herzschmerz erzählen würden. Und dieser Herzschmerz macht uns erst sensibel für manches Schöne um uns herum – und macht uns letztlich kreativer.

view from the dlr London Capture the 50:50

Das ganze bittersüße Erlebnis

Wenn wir uns darin üben, die „negativen 50“ zu fotografieren, dann fühlen wir vielleicht nicht mehr so sehr den Drang, sie zu vermeiden. Wir haben dann vielleicht keine Angst mehr vor ihnen, denn wir wissen, dass wir mit ihnen „sein“ können, indem wir nach ihrer seltsamen und besonderen Schönheit Ausschau halten. Und unsere Fotos werden uns daran erinnern, dass Sorgen, Angst, Schwierigkeiten und Traurigkeit nicht geblieben sind. Sondern, dass danach auch wieder was von den „anderen 50“ kam.

So könnte uns unsere Kamera dabei helfen, schwierige Zeiten gut zu meistern. „Ganz da zu sein, mit der Wirklichkeit von gerade eben“, wie Brooke Castillo es ausdrückt.

Bei allen Unsicherheiten unseres Lebens, ist es gut zu wissen, dass Gott eine gute Balance für uns hat und dass wir, wie immer wir uns fühlen, unsere Kamera in die Hand nehmen können, beobachten und dokumentieren können. So können wir die Schönheit finden, die versteckt liegen könnte. Und wir brauchen nichts zu meiden, sondern wir können das volle bittersüße Erlebnis haben.

Read more about photography and life: Home-Stories

Shadow stories

Fashion Memories Shadow stories selfie with dog

How to tell your stories with shadows

Have you ever been out and wondered how to take a picture with yourself in the scene? How to tell the story of your moment, but without taking a typical selfie?

Well, if there is a strong light source, like when it`s sunny, there is always the option of a shadow selfie. Which means photographing your shadow (and be it only of your hand). I`m a huge fan of shadow stories and I attempt them super often.

While shadow pictures are always a good idea, it`s especially nice to take them now in the autumn light, which has this beautiful intense and golden quality.

A mood of character

Shadows allow you to be playful and to make some art, while creating a mood of character. You can kind of “paint” your photograph with them. Either having the shadows supplementing the composition. Then they add a layer of depth, meaning and expression to a picture.

Or you focus right on the shadow as your main element in the frame. Either way, they help you to tell a story in a very special way.

Shadow stories selfie with dog and man

For the camera-shy

Another brilliant thing about a shadow picture: it`s THE option for people who are camera-shy. My boyfriend for example – he needs to be in a really excellent mood to willingly having his face in my frame. So, I usually just go with a shadow picture of us.

Try it – the autumn with its huge contrasts has just begun. I am looking forward to what stories your photographs are going to tell!

Schatten-Geschichten

Warst du schon mal unterwegs und hast dir überlegt, wie du am besten ein Bild mit dir selbst in der Szene machst? Wie du deinen Moment erzählst, ohne, dass es ein typisches Selfie wird?

Wenn du eine starke Lichtquelle hast, zum Beispiel an einem sonnigen Tag die Sonne, gibt es immer die Möglichkeit eines Schatten-Selfies. Also ein Foto von deinem eigenen Schatten (und sei`s nur dem von deiner Hand). Ich bin ein großer Fan von Schatten-Geschichten und ich versuche mich andauernd daran.

Ein Schatten-Foto ist immer eine gute Idee, aber jetzt gerade ist die Idee besonders gut, denn Herbstlicht hat diese besonders schöne intensive, goldene Qualität.

Stimmung mit Charakter

Schatten erlauben es dir, spielerisch und künstlerisch zu fotografieren und dabei eine besondere Stimmung mit Charakter zu erzeugen. Du kannst dein Foto damit quasi „bemalen“. Entweder ergänzen die Schatten deine Komposition und geben dem Bild eine Extraschicht an Tiefe, Bedeutung und Ausdruck.

Oder du fokussiert direkt auf den Schatten als dein Hauptelement im Bild. In jedem Fall helfen dir Schatten dabei, auf eine besondere Art und Weise eine Geschichte zu erzählen.

Shadow stories selfie waiting for train

Für die Kamera-Scheuen

Ein weiterer sehr praktischer Vorteil eines Schatten-Fotos: Es ist DIE Option für Leute, die fotoscheu sind. Mein Freund zum Beispiel – er muss schon in einer sehr guten Laune sein, um sein Gesicht in meinen Bildausschnitt zu halten. Also mache ich meistens einfach nur ein Schattenbild von uns.

Probier‘ es aus – der Herbst mit seinen schönen Kontrasten hat gerade erst begonnen. Ich bin gespannt, was deine Fotos erzählen!

Shadow stories selfie with shadow hand on pullover

If you enjoyed reading this, here is another post about storytelling with photography: In the Mirror

The Happiness Factor (in Photography)

Happiness Factor Fashion Photography McWilmanns Nadine Wilmanns

The Happiness Factor

Today I have been thinking about something I have heard a while ago. The opening question is: How come people like some pictures and then there are other pictures that they don`t like? And I mean regardless of the quality of the photograph.

So here is what I`ve heard in an Instagram webinar by photographer Katelyn James: If people are having a good time while they are being photographed, they are much more likely to love the pictures later. And if the pictures are technically brilliant and everyone is looking great, but the people didn`t FEEL great while being photographed, they are most likely not going to like the pictures.

Makes sense because memories and pictures are very much linked. And when looking at a picture we almost always feel something. Either how we felt in that situation when the picture was taken, or how we would feel in that situation (if the picture is of someone else).

Long story short: The photographers’ task is of course to take good pictures, but it`s equally important to make everyone feel good, pretty, welcome, happy, relaxed and funny. 

I was thinking about this on my way home from a little photo session today. We all have laughed a lot, because everyone was so cheerful. So I left with a good feeling thinking: there should be some likeable photos because of the fun involved. 

PS: The photos in this article are from a different – but equally fun – job. 

Happiness Factor people on bench for fashion photo

Heute habe ich über etwas nachgedacht, das ich vor einigen Wochen gehört habe. Die Ausgangsfrage ist: Warum mögen Leute manche Bilder gern und manche gar nicht gern? Und ich meine ganz unabhängig von der Qualität der Aufnahme.

Also Folgendes habe ich in einem Instagram Webinar von Fotografin  Katelyn James gehört: Wenn Leute eine gute Zeit haben, während sie fotografiert werden, werden sie die Bilder später eher mögen. Und wenn die Bilder zwar technisch super sind und alle darauf toll aussehen, sich aber nicht toll FÜHLEN, während sie fotografiert werden, dann werden sie die Bilder höchstwahrscheinlich nicht so sehr mögen.

Macht Sinn für mich, denn Erinnerungen und Bilder sind nun mal sehr miteinander verbunden. Und wenn wir ein Bild anschauen, dann fühlen wir so gut wie immer irgendetwas. Entweder, wie wir uns in der Situation gefühlt haben, als das Foto gemacht wurde. Oder wie wir uns in der Situation fühlen würden (wenn nicht wir selbst auf dem Foto sind).

Langer Rede kurzer Sinn: Die Aufgabe des Fotografen ist es natürlich gute Bilder zu machen (wobei gut ja einigermaßen subjektiv ist). Aber es ist genauso wichtig, jeden gut, hübsch, willkommen, zufrieden, entspannt und witzig fühlen zu lassen.  

An das habe ich gedacht, als ich heute auf dem Rückweg von einer kleiner Fotosession war. Wir haben alle viel gelacht, weil alle so gute Laune hatten. Also bin ich mit einem guten Gefühl gegangen und habe gedacht: Da sollten auf jeden Fall ein paar Fotos dabei sein, die gut ankommen, weil so viel Spaß involviert war.

PS: Die Fotos für diesen Artikel sind von einem anderen – aber auch sehr lustigen – Job.

X Fashion and Lifestyle Photography Portfolio Nadine Wilmanns
X Fashion and Lifestyle Photography Portfolio Nadine Wilmanns

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Time and progress

watch on wrist

Time and Progress

Time is a tricky thing. It`s my birthday this weekend, reminding me of how fast time goes by. I feel like I cannot keep up at all. On the other hand, time brings some good stuff like progress, growth, and knowledge.

"If your goal is the time itself..."

However, I sometimes struggle to see my progress and I often don`t give myself credit for it. Or I become impatient. In this context I`m reminded about something that I’ ve heard in a conversation with street photographer Brandon Stanton (Humans of NY) on the podcast “Magic Lessons with Elisabeth Gilbert”.  He said that many goals depend on stuff we can`t control, for example whether people like our work or not. “But if your goal is the time itself, just the time, then it becomes much simpler and more achievable. Because it depends on one thing: How you spend your time.”

Focus on the time

Success then isn`t the result, but the time spent with the work. So, he suggests not to focus on a result (like ‘I want to be a successful photojournalist’ or ‘I want to be a bestselling author’). We shouldn`t take a goal that is out of our control as a benchmark for success.

Instead, he advices to rather focus on the time we spend on the way to that result. For example: ‘I spend one hour every morning to write’, or: ‘ I take some time photographing every day.’

A gentle approach to success

As someone who struggles with competitive situations and who is easily intimidated by expectations or having to achieve things, I like this. It seems like a good and somewhat gentle approach to success.

I still don`t know how to feel ok about ageing. But I know what I can do meanwhile: valuing time I spend on things, rather than being anxious about the result. And have faith that that there will be some good progress eventually and that God will take care of the outcome.

Zeit und Wachsen

Zeit ist eine schwierige Angelegenheit. Dieses Wochenende ist mein Geburtstag und erinnert mich daran, wie schnell die Zeit vergeht. Ich habe das Gefühl, dass ich überhaupt nicht mithalten kann. Andererseits bringt Zeit auch gute Sachen, wie Entwicklung, Wachstum und Wissen.

"Wenn dein Ziel die Zeit selbst ist..."

Allerdings fällt es mir oft schwer, meine Fortschritte zu sehen und anzuerkennen. Oder ich werde ungeduldig. In dem Zusammenhang fällt mir etwas ein, das ich in einem Gespräch mit Fotograf Brandon Stanton (Humans of NY) im Podcast “Magic Lessons with Elisabeth Gilbert” gehört habe.

Er sagt, dass viele Ziele von Dingen abhängig sind, die nicht in unserer Hand sind. Zum Beispiel ob Leute unsere Arbeit mögen oder nicht. „Aber wenn die Zeit  selbst das Ziel ist, nur die Zeit, dann wird alles viel einfacher und machbarer. Denn der Erfolg hängt dann von einer Sache ab: Wie ich meine Zeit verbringe.“

Erfolgsfaktor Zeit

Erfolg ist dann nicht das Endergebnis, sondern Zeit mit der Arbeit selbst verbracht zu haben.

Er schlägt also vor, sich nicht so sehr auf das Endziel zu konzentieren (z.B. ‚Ich will ein erfolgreicher Fotojournalist sein‘, oder: ‚Ich will einen Bestseller schreiben.‘).

Statt Erfolg an einem Ziel messen, das wir nicht kontrollieren können, rät er, uns lieber auf die Zeit und den Weg dahin zu konzentrieren. Zum Beispiel ‚Ich will jeden morgen eine Stunde schreiben‘ , oder: ‚Ich nehme mir jeden Tag Zeit zum Fotografieren.‘

Eine "sanfte" Einstellung zum Erfolg

Als jemand, der Konkurrenzsituationen nicht mag und der sich leicht von Erwartungen und Erfolgsdenken einschüchtern lässt, mag ich diese Herangehensweise. Es scheint mir eine gute und irgendwie sanfte Einstellung zum Erfolg zu sein.

Ich weiß immer noch nicht, wie man mit dem Altern gut klarkommt. Aber ich weiß, was ich inzwischen tun kann: Die Zeit zu schätzen, die ich mit Dingen verbringen, anstatt mich mit Gedanken über das Ergebnis zu stressen. Und darauf vertrauen, dass ich Fortschritte mache und Gott den Rest schon für mich machen wird.

How to catch the moment

people at beachfront

How to catch the moment

Overthinking is very inconvenient in photography, especially photojournalism. Life is changing in seconds. If you think instead of just pressing the shutter, you will usually miss the “decisive moment”.

I often catch myself thinking “Shall I take a picture?” or “Will somebody mind?” or “What will people think?” I really want to challenge myself to not do that any more. Instead I want to replace hesitating with the reflex to just focus and press the shutter. Thinking and hesitating are just not useful in these situations.

Every time my finger wants to press the trigger, I don`t question it.

I just do it.

In one of my favourite documentaries about photographer Koci Hendandez, he says: “When I have a camera in my hands, my head and my heart are connecting in a way that says ‘press that button’ – and I do.” And: “We all have the inclination when we have a camera to take a picture, and all I did was learn not to resist that. Every time my finger wants to press the trigger for whatever reason, I don`t question it. I just do it.”

He says that with so much energy and determination – it`s contagious. Go for it, be brave, question later, do not miss a moment. Especially as we`re shooting digital now 99 per cent of the time, so everything can be deleted anyway.

Shoot first, ask questions later

I’ m a big hesitater as a photographer as well as generally in life – which has made me miss a lot of opportunities and experiences. So, I urgently want to work on that and practice overriding the hesitation- and-overthinking-reflex with a new trust-your-instinct-and-go-for-it-reflex. As a photographer but as well in other areas of life.

Street Photographer Steve Simon says: “I shoot first, I ask questions later.” And: “If you take time to think, you`ll miss the shot. So you`ve just got to trust your instincts and shoot and hope for the best.”  Will the shot turn out great? The thing is: you won`t know until you try.

Den Moment einfangen

Zu viel nachdenken ist ungünstig in der Fotografie, vor allem im Fotojournalismus. Das Leben verändert sich im Sekundenschritt. Wenn du nachdenkst, anstatt einfach den Auslöser zu drücken, dann verpasst du meist den „entscheidenden Augenblick“.  

Ich ertappe mich oft dabei, wie ich denke „Soll ich das fotografieren?“, „Stört es jemanden?“ oder „Was könnten die Leute denken?“. Ich will es mir wirklich zur Aufgabe machen, das nicht mehr zu machen. Stattdessen will ich dieses Zögern durch den Reflex ersetzen, einfach zu fokussieren und abzudrücken. Nachdenken und Zögern sind einfach nicht praktisch in diesen Situationen.

Jedes Mal, wenn mein Finger den Auslöser drücken will, frage ich nicht.

Ich mach‘ es.

In einer meiner Lieblingsdokus über Fotograf Koci Hernandez sagt er: „Wenn ich eine Kamera in meinen Händen halte, dann verbinden sich mein Kopf und mein Herz auf eine Weise, dass sie beide sagen „Drück den Knopf“ – und ich mach‘ es.“ Und: „Wir alle haben den Impuls, ein Bild zu machen, wenn wir eine Kamera haben und alles was ich gemacht habe, ist zu lernen, dem nicht entgegenzustehen. Jedes Mal, wenn mein Finger den Auslöser drücken will – warum auch immer – frage ich nicht. Ich mach‘ es.“

Er sagt das mit so viel Energie und Überzeugung – es ist ansteckend. Mach‘ es einfach, sei mutig, frage später, verpasse keinen Moment. Zumal wir zu 99 Prozent sowieso digital fotografieren und alles wieder gelöscht werden kann.

Mach’ erst das Foto, frag später

Ich bin ein großer Zögerer, als Fotograf und überhaupt im Leben. Dadurch habe ich viele Chancen und Erfahrungen verpasst. Also will ich dringend üben, den „Zöger- und -Nachdenk- Reflex“ mit einem neuen „Vertrau- deinem- Instinkt- und – mach- es-Reflex“ zu „überschreiben“. Als Fotograf und auch in anderen Bereichen im Leben.

Fotograf Steve Simon sagt: „Ich schieße erst das Foto und stelle Fragen später.“ Und: „Wenn du dir Zeit nimmst nachzudenken, dann verpasst du den Moment. Also solltest du deinen Instinkten vertrauen und abdrücken und einfach das Beste hoffen.“ Wird das Foto gut werden? Die Sache ist: Du wirst es nie wissen, wenn du es nicht versuchst.

chicken waiting at Mc Donalds

The-Ordinary-Project (and being grateful)

Monstera hanging plant

The-Ordinary-Project

(and being grateful)

The other week I wrote about the importance of having a defined personal project going as a photographer. (www.nadinewilmanns.com/self-assignment). Having written about it, of course I have been thinking what project I could focus on, but I couldn’t quite come up with something that would get me excited. While looking through older photos, I realized that I really value the pictures of very ordinary, everyday stuff .

Anyway, I found this could be a good project for me – given the current issue of social distancing. After all, the most important thing is just to start with something, anything really.

… what I take for granted

Focusing on the ordinary might as well help with something else I often struggle with: being grateful for basic things. Like breathing or a warm shower or breakfast. I tend to wish for more like a holiday at the seaside. Which isn`t very smart because too much discontent isn`t healthy. The other day I`ve read in the book ‘Living beyond your Feelings’ by Joice Meier about a brain scientist who states: “…. The toxic (negative) thoughts (…) will affect your entire body. They form a different type of chemical (in your brain) than a positive one does.” WTF!

That said, I`ve heard about the importance of gratitude and positive thoughts 1000 times and it makes sense to me. Yet, I often find it hard to feel true gratitude for stuff that I see and have every day and that I have learned to take for granted. Focusing more on them as a photographer and in a creative way might help me to literally “see the everyday in a new light”. Maybe you fancy trying the same? – Feel free to join the club; -)

Projekt "Gewöhnlich"

(und dankbar sein)

Vor ein paar Wochen habe ich darüber geschrieben, wie wichtig es als Fotograf ist, ein definiertes persönliches Projekt zu haben. (www.nadinewilmanns.com/self-assignment). Natürlich habe ich mir überlegt, welches Projekt ich starten könnte, kam aber irgendwie auf nichts Interessantes. Als ich durch alte Fotos geschaut habe, ist mir klar geworden, dass ich Bilder vom ganz Gewöhnlichen, Alltäglichen besonders mag. 

Jedenfalls dachte ich jetzt, das wäre eigentlich ein gutes Projekt für mich – zumal ich mit dem Corona-Abstand zur Zeit sowieso eingeschränkt bin. Und schließlich ist es das Wichtigste, einfach mal mit etwas, irgendetwas, zu beginnen.

“Selbstverständlichkeiten”…

Auf Gewöhnliches zu achten könnte außerdem bei etwas anderem helfen, mit dem ich oft Probleme habe: Dankbar sein für „normale“ Dinge. Sowas wie Atmen oder eine warme Dusche oder Frühstück. Ich will oft mehr, zum Beispiel ein Urlaub am Meer. Was nicht sehr klug ist, denn zu viel Unzufriedenheit ist ungesund. Neulich habe ich in einem Buch („Living beyond your Feelings“ by Joyce Meier) ein Zitat einer Gehirnforscherin gelesen: „… Die giftigen (negativen) Gedanken (…) haben Einfluss auf deinen ganzen Körper. Sie bilden andere chemische Stoffe (in deinem Gehirn) als positive Gedanken.“ WTF!

Andererseits habe ich schon 1000-mal gehört, wie wichtig Dankbarkeit und positive Gedanken sind und das macht für mich auch Sinn. Trotzdem finde ich es oft schwer, echte Dankbarkeit für Dinge zu fühlen, die ich jeden Tag sehe und habe. Es könnte also helfen, mich diesen „Selbstverständlichkeiten“ mehr und mit ein bisschen Kreativität zuzuwenden. Damit ich sie buchstäblich „in einem anderen Licht“ sehe… Vielleicht hast du Lust, das auch auszuprobieren ; -)

Selfie of knees

The Ordinary

The Ordinary

Lately I`m reading a novel with the two main characters having a sabbatical travelling and exploring and I’m feeling such a wanderlust. It`s like a craving, like thirst, just somewhere more towards the chest and stomach area. Somehow, I kind of like this kind of intense aching for something, but often it gives me some “fomo” (= fear of missing out;-)

Detail of T-Shirt in mirror

Typical Everyday

 

I`ve also recently started organizing my Lightroom-chaos and while sorting through my old photographs, I `ve found something interesting: it`s often the pictures of the ordinary that I`m most happy about. Of course, there are shitloads of holiday pictures and I love them, too, but the most precious are those photographs of everyday stuff. Those that are characteristic for a certain period of my life. And that document something I don`t regularly do anymore because times have changed.

two razors in bathroom

The clothes I used to wear or what I used to eat or what habits I used to have. The regular Supermarket visits with my friends on the way home after a uni day, my grans’ glasses next to her sewing machine, the legwarmers and tennis skirt combo I loved to wear, travelling home from work, regular coffee shop, yoga studio, the evening sun in the kitchen, watering plants, going church, walking the dog round the block, wearing my favourite pullover,…

Time capsules

Pictures of these everyday things are little time capsules. When being disheartened about a very ordinary day, I want to remind myself: What is normal for me now might not be part of my life any more one day. I might move house, friends might move, I might work differently, my taste might change or my habits. One day I might think: “I wish I had appreciated these things more when I still had the chance.”

While I still have my longing for something different inside me, I do want to document and not miss the everyday of my life as it is now. And remind me that where I am at the moment is some sort of beauty, too.

Gerade lese ich ein Buch, in dem die beiden Hauptpersonen ein Jahr Pause von ihrem Alltag machen und jeweils auf Entdeckungsreisen gehen. Und ich bekomme riesiges Fernweh, das sich wie Durst anfühlt, nur eher in Brust- und Magengegend. Irgendwie mag ich dieses Sehnsuchtsgefühl einerseits, aber oft macht es mir auch „fomo“, „fear of missing out“, also die Angst, etwas zu verpassen.

glasses on table

Typisch Alltag

Auch habe ich vor ein paar Tagen endlich mal damit angefangen, mein Lightroom-Chaos aufzuräumen und als ich meine alten Fotos sortiert habe, habe ich etwas Interessantes bemerkt: oft freue ich mich am meisten über die Fotos von ganz gewöhnlichen Momenten. Natürlich habe ich auch ganz viele Urlaubsbilder und ich liebe die auch. Aber am wertvollsten sind mir die Bilder von alltäglichen Dingen. Solche, die typisch sind für eine Zeit in meinem Leben und die jetzt nicht mehr zu meinem Alltag gehören, weil sich die Zeit einfach geändert hat.

details of two persons

Die Kleider, die ich anhatte, was ich gegessen habe oder welche Gewohnheiten ich hatte. Die regelmäßigen Supermarkt-Abstecher mit meinen Freundinnen auf dem Nachhauseweg von der Hochschule, die Brille meiner Oma neben ihrer Nähmaschine, die Stulpen – Tennisröckchen- Komi, die ich geliebt habe, zur Arbeit pendeln, Stammcafé, Yogastudio, die Nachmittagssonne in der Küche, Blumen gießen, Kirche gehen, Hundespaziergang um den Block, meinen Lieblingspulli anhaben,…

Zeitkapseln

Bilder von diesen alltäglichen Sachen sind wie kleine Zeitkapseln. Wenn ich genervt von einem allzu gewöhnlichen Tag bin, will ich mich daran erinnern: Was jetzt für mich normal ist, wird vielleicht mal nicht mehr Teil meines Lebens sein. Kann sein, dass ich umziehe, dass Freunde wegziehen, dass ich anders arbeite, dass sich mein Geschmack oder meine Gewohnheiten ändern. Eines Tages werde ich denken: „Ich wünschte, ich hätte diese Dinge mehr geschätzt, als ich noch die Möglichkeit dazu hatte.“  

Ich habe nach wie vor Fernweh in mir, aber ich will auch dokumentieren – und nicht verpassen – was gerade in meinem alltäglichen Leben vor sich geht. Mich erinnern, dass da wo ich gerade bin auch eine Art von Schönheit zu finden ist.