Text und Fotografie: Nadine Wilmanns
Southend-on-Sea Strand
Southend Ebbe auf Film
"Zeit und Ebbe warten auf niemanden."
(Dichter und Schriftsteller Geoffrey Chaucer)






Ein Besuch in Southend-on-Sea am heißesten Tag im Juni schien die perfekte Gelegenheit zu sein, meine analoge Kamera mit einer Rolle Film einzupacken und an die Küste zu fahren. Mein Plan war simpel: die Hitzewelle voll auszunutzen, eine kurze, erfrischende Runde zu schwimmen und den klassischen britischen Sommer mit der Kamera zu dokumentieren.
Doch wie man weiß, wenn man sich an der Küste von Essex etwas besser auskennt (ich bis dato leider nicht), haben die Gezeiten in Southend ihre eigenen Regeln.
Als ich am Strand ankam, wurde mir schnell klar, dass aus dem Schwimmen nichts werden würde. Das Wasser zieht sich hier so extrem zurück, dass das Meer scheinbar bis zum Horizont verschwindet. Statt zu schwimmen, landete ich auf einem ganz besonderen, schönen Spaziergang: Über eine halbe Stunde lang bin ich hinaus ins Meer spaziert, ohne dass mir das Wasser auch nur bis zu den Knien reichte.
Auch wenn es nicht die Abkühlung im Meer war, die ich mir erhofft hatte – die endlose Strandwüste und die Menschen, die tief ins Watt hinauswanderten, entpuppten sich als absoluter Traum zum Fotografieren.
Analogue Films
Wenn man Reportage-, Editorial- oder private Projekte auf Film fotografiert, ist das Shooting die eine Sache – aber der beste und aufregendste Teil ist der Moment, in dem man die Scans aus dem Labor zurückbekommt.
Bin ich froh, dass ich Analogue Films in London gefunden habe. Ihre Scans sind erste Sahne – kein Wunder, dass sich vor dem Laden oft eine Schlange bildet! Sie liegen gleich um die Ecke der Brick Lane, genau dort, wo mein Freund arbeitet. So kann ich ihn ganz unkompliziert bitten, Filmrollen vorbeizubringen oder Negative abzuholen, wenn ich es selbst zeitlich nicht schaffe.
Gelegentlich musste ich Rollen in anderen Laboren abgeben, wenn ich nicht in England war, aber die Bilder schnell wollte. Doch das Ergebnis hat mich in Sachen Qualität und vor allem der Farben meistens enttäuscht, was die Scanqualität und die Farbprofile angeht.
Mittlerweile bin ich daher lieber geduldig als schnell. Wenn ich in Deutschland bin, behalte ich meine Filme einfach so lange, bis ich sie im Handgepäck zurück nach London fliegen kann. . Ein Labor zu finden, das konstant so hochwertige Filmscans liefert, ist selten – und die Ergebnisse dieser Southend-Serie sind genau der Grund, warum ich immer wieder dorthin gehe.
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