photographer self portrait

Text und Fotografie: Nadine Wilmanns

Zeitreisende

Kennst du den Film About Time? Es geht um Zeitreisende – Vater und Sohn –, die in der Zeit zurückreisen können. Der Film ist wunderschön gefilmt, und genau das ist der Hauptgrund, warum ich ihn angeschaut habe. Als Fotografin mag ich Filme, die mich visuell ansprechen und weiterbringen, und dieser Film hat diese Aufgabe sicherlich erfüllt. Weil ich als Fotografin und Videografin vor allem Momente festhalte, bin ich mir ständig bewusst, wie Zeit vergeht. Überhaupt hat mich das Phänomen Zeit schon immer fasziniert.Die zentrale Botschaft des Films kommt in einem Zitat zum Ausdruck, das der Held der Geschichte (der Sohn mit der Fähigkeit zum Zeitreisen) ganz am Ende des Films sagt:

„Die Wahrheit ist, dass ich überhaupt nicht mehr zurückreise, nicht einmal für einen Tag. Ich versuche einfach, jeden Tag so zu leben, als wäre ich absichtlich zu genau diesem einen Tag zurückgekommen, um ihn zu genießen – als wäre es der volle, letzte Tag meines außergewöhnlichen, gewöhnlichen Lebens.“

Die eigentliche Frage für uns alle ist:

Lebe ich heute so, als hätte ich mich morgen dazu entschieden, zu diesem Tag zurückzukehren?

Finde ich diesen Tag wertvoll genug, um ihn mit Absicht zu lesen?

Natürlich ist das Leben voll - es gibt immer mehr zu schaffen, und mehr, was andere von uns wollen. Und die Realität ist: Das wird in absehbarer Zeit nicht aufhören. Gleichzeitig besteht ein großer Teil des Lebens aus Routine und nicht aus Konzerten, Strandurlauben und Dinner-Dates. Das wird sich auch in den kommenden Monaten kaum ändern, so wie es auch in den vergangenen Jahren so gewesen ist.

Routinierte Aufmerksamkeit

Ein großer Teil des Lebens besteht nicht aus großen Momenten, sondern aus Routinen: Meetings, Unterhaltungen, Essen, Erledigungen und Abenden vor dem Laptop. Aber im Leben geht es ja auch gar nicht darum, möglichst viele außergewöhnliche Erlebnisse anzusammeln (auch wenn ich natürlich noch viel mehr von denen haben will). Gott sagt: „Egal, was ihr macht, ob ihr gerade redet oder irgendwas arbeitet, macht alles so, dass Jesus seine Unterschrift drunter setzen könnte, und bedankt euch dabei bei eurem Vater im Himmel.“ (Kolosser 3,17) Und: „Vor allem hört nicht auf damit, euch gegenseitig zu lieben! Es ist ja so, dass die Liebe einen viele Fehler und Sünden vergessen lässt. Nehmt gerne Gäste bei euch auf und seid nett zu ihnen. Jeder soll bereit sein, anderen mit der Begabung zu helfen, die Gott einem gegeben hat.“ (1. Petrus 4,10)

Wenn ich zurückschaue, sind es nicht unbedingt die außergewöhnlichen Dinge, die mich fröhlich gemacht haben. Viel öfter sind es die Tage, an denen ich aktiv dankbar war, ich mich nützlich gefühlt habe und an denen ich gleichzeitig wirklich so in der Gegenwart war, um meine Sinne absichtlich einzusetzen - sehen, hören, schmecken und wahrnehmen konnte, was um mich herum geschieht. Wie ist es bei dir?

 

Mehr über eine mögliche Zusammenarbeit findest du hier: nadinewilmanns.com/business-offer.


Entdecke mehr von Nadine Wilmanns

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Kommentiere hier

Nach oben scrollen