Copycat Creativity Technique

Copycat

The Copycat Technique

for Creativity

Copying, as “bad” as it may sound, is actually a very good technique to get creative. The best designers use it. While the process may start with a plain copy, it ends with something very own and unique. Because you`ll add your own input and vision into the development, you`ll take the copy to a higher level, creating something with your own voice and style.

When I was still a fashion design student, I worked for Giles Deacon in London for a while. Still naïve and thinking ideas come right out of thin air or pure imagination, I was shocked: In the design studio, we were given pictures out of fashion magazines and were told to copy and rework certain items. I thought: Is he for real?? Is he just copying other people’s work and making out it`s his own idea?

Be a copycat to fly

In the years after, I have learned that it is common for designers to begin with a copy. But then, what starts as a copy is transforming into a completely own design. While copying you come up with new ideas, you bring in your own style, you amend details to match your own vision. The final result might not even resemble the “original” anymore. (And really: they most likely aren`t originals anyway, because they themselves are copied and transformed from another “original” at some point). Call it inspiration if you like.

The same goes for photography, writing, drawing, all arts for that matter: The copy is like the push or the run-up before you fly on your own.

Die Copycat-Technik

für Kreativität

Kopieren, so “schlecht” es klingt, ist tatsächlich eine sehr gute Technik, um kreativ zu sein. Die besten Designer machen das. Der Prozess beginnt zwar mit einer Kopie, aber er endet mit etwas Eigenem und Einzigartigem. Weil du deinen eigenen Input und deine Vision in die Entwicklung mit reingibst, bringst du die Kopie auf ein höheres Level und machst am Ende etwas in deinem ganz eigenen Stil.

Als Modestudentin habe ich eine Zeitlang bei Giles Deacon in London gearbeitet. Ganz naiv dachte ich, Ideen kommen einfach so aus dem Nichts und purer Fantasie. Als man uns Fotos aus Magazinen gab, um einzelne Sachen davon nachzuarbeiten, also zu kopieren, war ich schockiert. Ich dachte: Soll das ein Witz sein?? Kopiert er einfach die Arbeit anderer und tut dann so, als wär`s seine eigene Idee?

Kopieren um zu fliegen

In den folgenden Jahren habe ich gelernt, dass es ganz normal für einen Designer ist, zu kopieren. Aber dann verwandelt sich das, was als Kopie beginnt, in ein ganz eigenes Design. Während des Kopierens kommst du auf neue Ideen, du bringst deinen Stil ein, du änderst Sachen ab und passt sie deiner eigenen Vorstellung an. Das Endergebnis sieht dann dem „Original“ oft nicht mal mehr ähnlich. (Und ein Original war das wahrscheinlich sowieso nicht, denn auch dieses „Original“ wurde irgendwann von etwas anderem kopiert und weiterentwickelt.) Man kann das auch Inspiration nennen, wenn man so will.

Das Gleiche gilt fürs Fotografieren, Schreiben, Malen und Kunst überhaupt: Die Kopie ist wie ein Schubs oder ein Anlauf bevor du selbst fliegst.

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Read more: How to be creative

Character-Style (How to dress with character)

Fashion style

Character Style

In fittings at Wunderkind, I recall Wolfgang Joop sometimes grabbing the fabric of a perfectly ironed skirt or blouse in order to crease and puff it slightly. So that it would look more vivid. He used to like casual ease and looseness in his looks. Fashion needs some creases and some life. Signs of use and fun, coolness, easiness. “Whenever you dedicate yourself to fashion too dearly, it will laugh at you”, said the Wolfgang Joop Instagram account the other day. 

A quality-garment that`s been cared for and that`s been worn often has character. It has a story, it has proven that it`s durable and of good quality. A new item would need some time of wearing it to look easy-going and stylish in an understated way. That`s one of the reasons why buying vintage is such a good idea. 

The Style Balance

Caring about our look but not being too fussed about it is a balance that results in good style. Because if we look too “polished and perfect”, like having made a big effort, the understated style is gone right out of the window. Good style looks natural and effortless – like fun. 

So, let`s embrace the first wrinkles in our coat after a picnic in the park. Let`s enjoy seeing the creases in our time-worn but well-maintained shoes that have walked with us through many winters. And be happy about wearing our woolen pullovers that were once our moms’ when we were still little kids. They are not just clothes that make us look good, but clothes with memories attached, with stories and traces of life.

Character-Stil

In Anproben bei Wunderkind ist mir manchmal aufgefallen, dass Wolfgang Joop ab und zu den Stoff eines perfekt gebügelten Rocks oder einer Bluse leicht angeknittert und gebauscht hat, um ihn lebendiger aussehen zu lassen. Er mochte etwas Lässig-Unangestrengtes und Leichtigkeit in seinen Looks. Mode braucht ein paar Knitter. Gebrauchsspuren, Leben, Coolness, (Nach-)Lässigkeit. “Wenn du dich der Mode zu sehr hingibst, wird sie dich auslachen“, hieß es neulich auf dem  Wolfgang Joop – Instagram- Account. 

Ein Kleidungsstück von guter Qualität, das gepflegt ist und oft getragen wurde, hat Charakter. Und es hat eine Geschichte, es hat bewiesen, dass es was aushält und dass es von Qualität ist. Ein neues Kleidungsstück müsste erstmal eine Zeit lang eingetragen werden, damit es lässig und nach Understatement aussieht.  Das ist übrigens einer der Gründe, warum Vintage kaufen so eine gute Idee ist.

Die Stil - Balance

Uns um unseren Look kümmern, aber nicht zu sehr – die Balance macht den Stil. Wenn wir aussehen wie aus dem Ei gepellt, als hätten wir uns total bemüht, dann ist der Stil dahin. Guter Stil sieht natürlich, unangestrengt und nach Spaß aus.

Ich schlage also vor, wir freuen uns über die ersten Knitter in unserem Mantel nach einem Picknick im Park. Genießen es, wenn wir die Falten an unseren ausgetragenen, aber gut gepflegten Schuhen sehen, nachdem wir mit ihnen durch viele Winter gegangen sind. Freuen uns über unsere Wollpullis, die mal unserer Mutter gehört haben, als wir noch klein waren. Das sind nicht nur Kleider, die uns gut aussehen lassen, sondern Kleider mit Erinnerungen dabei, mit Geschichten und Spuren vom Leben.