Character-Style (How to dress with character)

Character style Model wearing Wunderkind

Character Style

In fittings at Wunderkind, I recall Wolfgang Joop sometimes grabbing the fabric of a perfectly ironed skirt or blouse in order to crease and puff it slightly. So that it would look more vivid. He used to like casual ease and looseness in his looks. Fashion needs some creases and some life. Signs of use and fun, coolness, easiness. “Whenever you dedicate yourself to fashion too dearly, it will laugh at you”, said the Wolfgang Joop Instagram account the other day. 

A quality-garment that`s been cared for and that`s been worn often has character. It has a story, it has proven that it`s durable and of good quality. A new item would need some time of wearing it to look easy-going and stylish in an understated way. That`s one of the reasons why buying vintage is such a good idea. 

The Style Balance

Caring about our look but not being too fussed about it is a balance that results in good style. Because if we look too “polished and perfect”, like having made a big effort, the understated style is gone right out of the window. Good style looks natural and effortless – like fun. 

So, let`s embrace the first wrinkles in our coat after a picnic in the park. Let`s enjoy seeing the creases in our time-worn but well-maintained shoes that have walked with us through many winters. And be happy about wearing our woolen pullovers that were once our moms’ when we were still little kids. They are not just clothes that make us look good, but clothes with memories attached, with stories and traces of life.

Character-Stil

In Anproben bei Wunderkind ist mir manchmal aufgefallen, dass Wolfgang Joop ab und zu den Stoff eines perfekt gebügelten Rocks oder einer Bluse leicht angeknittert und gebauscht hat, um ihn lebendiger aussehen zu lassen. Er mochte etwas Lässig-Unangestrengtes und Leichtigkeit in seinen Looks. Mode braucht ein paar Knitter. Gebrauchsspuren, Leben, Coolness, (Nach-)Lässigkeit. “Wenn du dich der Mode zu sehr hingibst, wird sie dich auslachen“, hieß es neulich auf dem  Wolfgang Joop – Instagram- Account. 

Ein Kleidungsstück von guter Qualität, das gepflegt ist und oft getragen wurde, hat Charakter. Und es hat eine Geschichte, es hat bewiesen, dass es was aushält und dass es von Qualität ist. Ein neues Kleidungsstück müsste erstmal eine Zeit lang eingetragen werden, damit es lässig und nach Understatement aussieht.  Das ist übrigens einer der Gründe, warum Vintage kaufen so eine gute Idee ist.

Die Stil - Balance

Uns um unseren Look kümmern, aber nicht zu sehr – die Balance macht den Stil. Wenn wir aussehen wie aus dem Ei gepellt, als hätten wir uns total bemüht, dann ist der Stil dahin. Guter Stil sieht natürlich, unangestrengt und nach Spaß aus.

Ich schlage also vor, wir freuen uns über die ersten Knitter in unserem Mantel nach einem Picknick im Park. Genießen es, wenn wir die Falten an unseren ausgetragenen, aber gut gepflegten Schuhen sehen, nachdem wir mit ihnen durch viele Winter gegangen sind. Freuen uns über unsere Wollpullis, die mal unserer Mutter gehört haben, als wir noch klein waren. Das sind nicht nur Kleider, die uns gut aussehen lassen, sondern Kleider mit Erinnerungen dabei, mit Geschichten und Spuren vom Leben.

Fast Fashion / Boycott Boohoo

fast fashion Nadine Wilmanns photography

Fast Fashion /Boycott Boohoo

Fashion should be a happy-maker.  However, we know that it often isn`t. Large parts of the fashion industry are based on modern slavery and exploitation. This week, there were some headlines about the cheap high street brand Boohoo and its sister brands (e.g. Pretty Little Thing). The brands’ clothes have been produced in sweatshop factories in Leicester. Some workers there are getting paid 3,50 pounds per hour, working conditions are appalling. Plus: Workers were forced to come to work during lockdown despite being ill. Side note: The Boohoo owners are Billionaires.

We vote with our purses

Unfortunately, it`s not just Boohoo that happily encourages modern slavery in order to produce its garments as cheaply as possible. Having worked in this sector of Fashion, I can confirm just this.

We can be as appalled as we like, but if we don`t act on it, nothing will change. I think we all vote with our purses and how we spend our money – and be it just three pounds. Do we really want to give Billionaires our money, who are growing their fortune on the back of poor people?

The feeling is included

I know sustainable brands are WAY more expensive than brands that sell a T-Shirt for three pounds. But if we do buy sustainable, we get something extra included: The feeling of investing our money in good stuff, of doing something right, and fighting the good fight against inequality and injustice.

I much rather see the owner of a small business succeed than a company that is way too rich already. Thus, I want to spend my money accordingly and rather buy less instead.

fast fashion Nadine Wilmanns photography

Besides, when I wear something from a sustainable brand, I can literally feel the love coming through the fibers. It`s my imagination I guess, but I do feel so much more comfortable and at ease, and happy about what I`m wearing.

There are many brilliant articles about the Boohoo scandal out there, one I like best is on the Guardian page: https://www.theguardian.com/commentisfree/2020/jul/07/pandemic-fast-fashion-boohoo-influencer-landfill

Mode sollte eine Glücklichmacherin sein. Aber wir wissen, dass sie das oft nicht ist. Ein Großteil der Modeindustrie basiert auf moderner Sklaverei und Ausbeutung. Diese Woche waren die Billigmarke Boohoo und ihre Schwesterfirmen (zum Beispiel Pretty Little Thing) in den Schlagzeilen. Die Kleider der Marke werden in Sweatshop-Fabriken in England (Leicester) produziert. Einige Arbeiter bekommen da gerade mal 3, 50 Pfund die Stunde, die Arbeitsbedingungen sind erschreckend. Und: Arbeiter wurden dazu gezwungen, während des Lockdowns trotzdem sie krank waren zur Arbeit zu kommen. Kleine Info am Rande: Die Boohoo Eigentümer sind Billionäre.

Wir wählen mit unserem Geldbeutel

Leider ist es längst nicht nur Boohoo, die willentlich zu moderner Sklaverei animieren, um ihre Produktionskosten möglichst klein zu halten. Da ich in diesem Bereich der Mode gearbeitet habe, kann ich das nur bestätigen!

Wir können noch so entsetzt sein – solange wir nichts tun, wird sich natürlich nichts ändern. Ich denke, wir alle geben mit unserem Geldbeutel unsere Stimme ab. Also wir stimmen für etwas, indem wir Geld dafür liegen lassen – und seien es nur drei Euro… Und wollen wir wirklich Billionären unser Geld geben, die ihren Reichtum auf dem Rücken armer Leute vergrößern?

Gefühl mitgeliefert

Ich weiß, nachhaltige Marken sind viel teurer als solche, die T-Shirts für drei Euro haben. Aber wenn wir nachhaltige Kleider kaufen, bekommen wir das gute Gefühl mitgeliefert, das Richtige zu tun und im Kampf um Gerechtigkeit auf der richtigen Seite zu stehen. Ich wünsche dem Inhaber eines kleinen Unternehmens viel eher Erfolg als einem Betrieb, der sowieso schon viel zu reich ist. Deswegen will ich schauen, dass ich mein Geld entsprechend ausgebe. Lieber dafür dann eben weniger kaufen.

self-assignments The Ordinary Outfit Selfie Nadine Wilmanns photography

Wenn ich etwas Neues von einer nachhaltigen Marke anhabe, fühle ich außerdem die Liebe förmlich aus den Kleiderfasern strömen. Das ist vielleicht meine Einbildung, aber das Tragegefühl ist ein ganz anderes und ich fühle mich viel wohler – und zufriedener mit dem was ich anhabe. 

Es gibt einige gute Artikel über den Boohoo Skandal online. Ein Kommentar, der mir am Besten gefällt, ist auf der Seite des Guardian: https://www.theguardian.com/commentisfree/2020/jul/07/pandemic-fast-fashion-boohoo-influencer-landfill

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