Text und Fotografie: Nadine Wilmanns
Lewis Robertson / SANE
Portrait Stories: Im Gespräch mit Lewis Robertson von SANE
Psychische Erkrankungen betreffen unsere gesamte Gesellschaft. Rund jede fünfte erwachsene Person ist im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Unterstützung, während öffentliche Mittel immer knapper werden. Hinter jeder Statistik stehen Organisationen – und Menschen –, die sich jeden Tag dafür einsetzen, einen Unterschied zu machen.
Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit, Lewis Robertson zu fotografieren und mit ihm über seine Arbeit bei SANE zu sprechen – einer Organisation, die sich in der UK seit über 40 Jahren für Menschen mit psychischen Erkrankungen engagiert.
Entscheidung für Sinn
Lewis ist nicht einfach so zu seiner Arbeit gekommen - ihm war schon früh klar, dass er für eine gemeinnützige Organisation arbeiten wollte.
„Ich hatte schon immer den Plan, für eine Charity zu arbeiten. Sinn war mir wichtig. Ich wollte dort arbeiten, wo meine Arbeit einen gesellschaftlichen Unterschied macht.“
Nach außen sieht sein Arbeitsalltag wahrscheinlich aus wie viele andere: Meetings, E-Mails und Fundraising. Doch jede Unternehmenspartnerschaft, die Lewis aufbaut, hilft dabei, Angebote zu finanzieren, auf die viele Menschen angewiesen sind – von der Forschung über kreative Förderprogramme bis hin zu telefonischen Unterstützungsangeboten für Menschen in psychischen Krisen. Von den Ehrenamtlichen direkt zu hören, welchen Unterschied SANE im Leben anderer Menschen macht, gibt seiner Arbeit jeden Tag neue Bedeutung.
Lewis erzählte mir außerdem, dass SANE nicht durch Fördergelder der National Lottery finanziert wird. Das fand ich besonders bemerkenswert! Natürlich bedeutet das, auf eine wichtige Einnahmequelle zu verzichten, aber ich finde es logisch und konsequent. Schließlich hängen viele psychische Erkrankungen auch mit Glücksspielsucht zusammen – mit all den Folgen für Betroffene und ihre Familien. Die Werte einer Organisation zeigen sich nicht nur darin, was was sie tut, sondern auch darin, wie sie ihre Arbeit finanziert.
Mehr Möglichkeiten
Ich fragte Lewis, welchen Unterschied er persönlich mit seiner Arbeit bewirken möchte. „Das Leben ein kleines bisschen leichter machen. Menschen die Möglichkeit geben, das zu entdecken, was sie entdecken möchten, ohne von ihrer psychischen Gesundheit ausgebremst zu werden. Ihnen ermöglichen, die Person zu sein, die sie sein möchten.“
Genau deshalb liebe ich solche Begegnungen als Fotografin. Ein Porträt zeigt nicht nur einen Menschen – es erzählt auch etwas darüber, was ihn antreibt. Es war mir eine Freude, Lewis kennenzulernen und mehr über die wichtige Arbeit von SANE zu erfahren.
Mehr über SANE findest du hier: www.sane.org.uk
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