Celebrate

kids jumping celebrate

•°• ᶜᴱᴸᴱᴮᴿᴬᵀᴱ •°
Celebrations are a great opportunity to have your personal photo story created: a photo book about you and your guests of the day – or wall art that tells your beautiful story. Everyone is dressed nicely, balloons are hanging in the trees, there’s music playing, kids running about, laughter everywhere – just great for making memories.
But you don’t necessarily need to wait for someone’s birthday to come up in order to celebrate
🎉 Make up an occasion (summer is always a good reason to celebrate..) and invite the people who you want to be in your photo story 🙃 Fetch some balloons, drinks and a cake – and enjoy the celebration 📸🎉°•

Eine Feier ist eine super Gelegenheit um deine persönliche Fotostory fotografieren zu lassen: ein Fotobuch mit dir und deinen Gästen des Tages – oder Wandkunst mit deiner Fotostory.
Alle sind hübsch gekleidet, Luftballons hängen in den Bäumen, Musik spielt und Kinder rennen herum, überall Lachen – einfach ideal um schöne Erinnerungen festzuhalten. Du brauchst allerdings nicht darauf zu warten, dass mal jemand Geburtstag hat um zu feiern: Erfinde einfach einen Anlass (Sommer ist immer ein Grund zu feiern..) und lade dir die Leute ein, die du gern in deiner Fotostory haben möchtest
🙃 Besorge dir Luftballons, Getränke und einen Kuchen – und genieß die Feier 📸🎉

 •°☆•

Your genuine smile Pt.1

authentic smile of a girl

Your genuine smile (Part 1)

“Because of your smile, you make life more beautiful.”

( by Thich Nhat Hanh )

We all have been in this situation: We feel the camera pointed at us, and we try to control our smiles. As a result, our face muscles start to feel tense.

When being photographed, don`t be afraid to smile wholeheartedly and openly. With openly, I don`t mean that you necessarily need to show your teeth – smile how you want to smile – but I mean that you can open up and be “real”. Don`t try to hide behind a fake smile. Think of the camera as a friend that enjoys seeing the real you. Also, be curious: You might learn something interesting about yourself, too, when you see the images later.

The trickiest thing about smiling for a photograph is that we tend to worry about how we look. And worry and smiling don`t go well together. So let`s tackle these worries in order to free up our smiles!

A smile makes people happy

Firstly, we may worry about the judgment of other people. But think about your own reaction to people with an honest and relaxed smile: It makes us, as the viewer, feel relaxed and happy, too. Isn`t it, that when we see someone smiling, be it in a picture or in our everyday life, it influences our own mood? Smiling is contagious. Noone with a heart is going to start judging a person’s flaws when that person is genuinely smiling. Because a genuine, authentic smile is overpowering any imperfections.

Therefore, there`s no need to worry about people thinking anything unfriendly about you when you are smiling genuinely.

Get used to yourself

Secondly, we may be worried about judging ourselves when we see the photograph later. And I think this is the real challenge to tackle. We can be so hard on ourselves and tend to forget about the fact that God equipped us with such great blessings: Eyes to see our surroundings in our very unique way. A nose to breathe in the scent of the summer. A mouth to spread compliments and happiness – and to encourage others with our smile. Every part of our body has an important purpose and wants to be appreciated for it.

Kindness starts with having a kind look at ourselves. Seeing ourselves with friendly forgiving eyes can be practiced. By the way, it`s also a good practice to not take ourselves too seriously.  The more often we see ourselves in photographs the easier it gets and the more familiar we become with how we look in pictures. When you look at a photograph of yours and notice that you are becoming judgemental and that you start to talk yourself down, tell yourself to stop and instead look at yourself with the interested eyes of an explorer: Every photograph of us teaches us something about ourselves. Perhaps, that you`ve got the same way of standing as your mom, or your nose looks similar to your granddads’. 

We have this one body and this one unique face in this one life, and we can use photographs as our teachers to practice appreciating it.

Dein authentisches Lachen (Teil 1)

“Weil du lachst machst du das Leben schöner.”

(von Thich Nhat Hanh).

Wir alle waren in dieser Situation: Wir bemerken, dass die Kamera auf uns gerichtet ist, und auf einmal versuchen wir, unser Lachen zu kontrollieren. Als Folge davon beginnen sich unsere Gesichtsmuskeln zu verspannen.

Wenn du fotografiert wirst, hab keine Angst, offen und aus vollem Herzen zu lachen. Mit offen meine ich nicht, dass du unbedingt deine Zähne zeigen musst – lach so wie du magst – sondern ich meine damit, dass du dich öffnen und „echt“ sein kannst. Versuch nicht, dich zu verstecken. Denk dir die Kamera als deine Freundin, die es mag, dein echtes Du zu sehen. Und sei neugierig: Du könntest auch etwas Interessantes über dich selbst erfahren.

Mach dir keine Gedanken, was andere denken könnten

Die größte Schwierigkeit, wenn es darum geht, für die Kamera zu Lachen, ist, dass wir uns darüber Gedanken machen, wie wir wohl aussehen. Und sich Gedanken machen und gleichzeitig zu lachen ist nicht so einfach. Lass uns also diese Gedanken mal genau anschauen, damit wir unser Lachen davon befreien können!

Zum einen sorgen wir uns vielleicht darum, wie andere uns auf den Fotos bewerten. Aber denk mal an deine eigene Reaktion, wenn Leute ehrlich und entspannt lachen: Das macht uns, als den Betrachter, auch entspannt und gut gelaunt. Wenn wir jemanden lachen sehen, sei es auf einem Bild oder im Alltag, dann beeinflusst das doch auch unsere eigene Stimmung zum Positiven. Lachen steckt an. Kein Mensch mit Herz wird anfangen, mögliche Makel einer Person zu bewerten, wenn diese Person ihn offen und ehrlich anlacht. Weil ein echtes, authentisches Lachen alles andere überstrahlt.

Mach dir also keine Sorgen, dass andere Leute unfreundliche Sachen über dich denken könnten, wenn du authentisch lachst.

Gewöhne dich an dich selbst

Die andere Herausforderung könnte sein, dass wir uns über unsere eigene Reaktion auf unser Foto sorgen. Dass wir uns selbst unfreundlich bewerten könnten, wenn wir das Foto später sehen. Und ich denke, das ist hier die eigentliche Herausforderung. Wir können so hart zu uns sein und vergessen oft, dass Gott uns mit so vielem gesegnet hat: Augen, um unsere Umgebung mit unserem ganz einzigartigen Blick zu sehen. Eine Nase, um den Sommerduft zu riechen. Einen Mund, damit wir Komplimente und Freude verteilen können – und damit wir andere mit unserem Lachen anstecken können. Jedes Teil unseres Körpers erfüllt eine wichtige Aufgabe und will dafür gemocht und geschätzt werden.

Freundlichkeit beginnt damit, dass wir einen freundlichen Blick auf uns selbst haben. Dieser freundliche und nachsichtige Blick auf uns selbst kann geübt werden. Es ist übrigens auch eine gute Übung, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Je öfter wir uns auf Fotos sehen, desto einfacher wird es und desto vertrauter werden wir damit, wie wir auf Fotos aussehen. Wenn du ein Foto von dir anschaust und bemerkst, dass du beginnst dich zu bewerten und dich schlecht zu machen, dann sag zu dir „STOPP!“ und schau dich stattdessen mit den Augen eines Entdeckers an: Jedes Foto erzählt uns etwas über uns selbst. Vielleicht hast du die gleiche Art zu stehen, wie deine Mama, vielleicht sieht deine Nase ähnlich aus wie die deines Opas.

Wir haben diesen einen Körper und dieses eine, einzigartige Gesicht in diesem einen Leben – und mit Fotos können wir üben, das zu schätzen.

A bittersweet state of mind

bittersweet mood portrait of young woman

•°☆• “Bittersweetness is a tendency to states of longing, poignancy, and sorrow; an acute awareness of passing time; and a curiously piercing joy at the beauty of the world. It recognizes that light and dark, birth and death —bitter and sweet—are forever paired.

If you’ve ever wondered why you like sad music . . .

If you find comfort or inspiration in a rainy day . . .

If you react intensely to music, art, nature, and beauty . . .

Then you probably identify with the bittersweet state of mind.” – Susan Cain in ‘Bittersweet: How Sorrow and Longing make us whole’

Loving this description of one of my favourite feelings in this world. A bittersweet state of mind is both a bit painful and delicate. The more intense it is the more creative I am. Also, my favourite photographs contain an air of bittersweetness…

How about you- do you feel this too and do you enjoy it? °•☆•

°•☆•

fashion portrait

°•☆• Bittersüß zu fühlen heißt, eine Tendenz zu Zuständen des Sehnens, der Melancholie und der Traurigkeit; ein intensives Bewusstsein der vergehenden Zeit, eine merkwürdig durchdringende Freude an der Schönheit der Welt. In diesem Zustand erkennt man wie Licht und Dunkelheit, Geburt und Tod – bitter und süß – immer miteinander verbunden sind.

Wenn du dich je gefragt hast, warum du traurige Musik magst…

Wenn dir ein regnerischer Tag Trost oder Inspiration gibt…

Wenn du stark auf Musik, Kunst, Natur und Schönheit reagierst…

Dann kannst du dich vermutlich mit dem Seelenzustand des Bittersüßen identifizieren. – Susan Cain in ‘Bittersweet: How Sorrow and Longing make us whole’ (frei übersetzt)

Wie schön ist diese Beschreibung eines meiner liebsten Gefühle dieser Welt. Ein bittersüßer Seelenzustand ist gleichzeitig schmerzhaft und herrlich. Je intensiver das Gefühl desto kreativer bin ich. Und die Fotografien, die ich am liebsten mag, haben alle die Gemeinsamkeit eines bittersüßen Flairs.

Wie geht`s dir damit? Kennst du dieses Gefühl und genießt du es genauso wie ich? °•☆•

Business Cinema

•°☆• A different kind of Business Portrait.. ✨
The magic of being in a new place for the first time.. for those who work in this place it may be nothing special but for me , looking through the images later, it was cinema. ☺️ °•☆•

Decide not to give up

eagles reutlingen

°•• Waited for a good spot in my Insta feed to place these images of the American Football players “Eagles Reutlingen”. Typed “sports quote” into Google for some caption and found such a good line: It not only goes for sportspeople but for anyone. Here is it: “ᴺᴱᵛᴱᴿ ᴳᴵᵛᴱ ᵁᴾ! ᶠᴬᴵᴸᵁᴿᴱ ᴬᴺᴰ ᴿᴱᴶᴱᶜᵀᴵᴼᴺ ᴬᴿᴱ ᴼᴺᴸᵞ ᵀᴴᴱ ᶠᴵᴿˢᵀ ˢᵀᴱᴾ ᵀᴼ ˢᵁᶜᶜᴱᴱᴰᴵᴺᴳ.” (- ᴶᴵᴹ ᵛᴬᴸᵛᴬᴺᴼ)

For me having decided ahead of time not to give up on “making it” as a photographer has been super valuable. I used to have doubts when being confronted with failure, and now I don’t. Because I have already decided that I won’t give up. And because I know it’s just normal to experience rejection or failure at times – it happens to anyone on the way to success. How else are we supposed to learn and become better? I’ve heard and read so often that having faith and refusing to give up is one of the major keys to success. I mean, otherwise, there wouldn’t be so many sayings and quotes of successful peops about the matter after all.

If you have set your heart on something – be it in sports, a career, or a personal goal – don’t allow yourself to become discouraged but decide ahead of time that you will keep going, keep believing, and that you will not give up! ☺️💛✌️ °•☆•

Photographs and time

Spring story_Nadine Wilmanns London- scene in victoria park

It is all there now

“Look, last week this tree was pink and now it`s basically green”, said Annie and took a sip from the hospital coffee she brought for her and her sister to the park. “Hmm”, Emily looked up. “You know, I was so busy working on this book project that I haven`t even noticed Kevin looking sickly”, she said. “I certainly haven`t noticed the state of this tree.”

She felt the familiar sting of guilt in her stomach. “Look at me, Emily”, her sister urged her. “Our brother is gonna be fine, the doctor said so – so stop beating yourself up about it.” 

“I know. It`s just that I hardly took the time to chat with him for longer than five minutes in the last few weeks. I kept thinking: once I`ve finished renovating the house, we can go on that trip to the seaside.  And then the opportunity with the book came along and I thought once I`ve finished the book project…”

“Well, how is it going? Are you making progress?”

“Some days more, and some days feel like I want to throw it all into the bin… I`m not sure if I can even finish it now.”

“You will, Emily, I`m certain of it. But you need to notice the colours of trees and stuff in order to enjoy the process if you know what I mean. Kevin will be as good as new in a couple of weeks and we can take that trip together. You might need to ask for a later deadline, but honestly: Would that be that bad?”

Emily took a deep breath. It would probably not be much of a problem to move her deadline. She grabbed her phone and took a photo of the branches full off green and bits of pink above her head. “Thanks”, she said to her sister. “I will remember that.” Kevin would be ok and her book would be finished a little late. Today, she wouldn`t waste on sleepwalking being busy. She would taste that coffee properly, she would spend time reading stories to her brother,  she would fetch some flowers on the way home. The summer is going to be hers.

Time today

How often do we think things like: once I have worked off my current workload I will take time for myself, once I`m slim I will be able to enjoy myself, once I`ve got holidays I will spend more time with my family;… Once xyz happens I will do what I actually wish to do. How often have we carelessly allowed time to slip through our hands this way? Waiting for a better tomorrow instead of making an effort to see what is there now… I know for myself: too often.  

Have a relaxed look around you and take a deep breath. IT IS ALL THERE NOW ALREADY! This is what I want my pictures to be about: Make myself and whoever looks at them appreciate what is there today. Even though it`s not perfect, it may be even far from it. But our most valuable asset in life is time, now.

One good day at a time

I love what Max Lucado writes in his book “Live loved”:

“Rejoice IN this day? God invites us to. As Paul rejoiced IN prison; David wrote psalms IN the wilderness; (…) Imagine the difference (…) Suppose neck-deep in a terrible … day you resolve to give it a chance. (…) You trust more. Stress less. Amplify gratitude. Mute grumbling. (…) Before long the day is done and it went surprisingly decent. So decent, in fact, that you resolve to give the next day the same fighting chance. (…) Days become a week. Weeks become months. (…) In such a fashion good lives are built. One good day at a time.”

Photographs and Time

Having a habit of thinking ‘Once xyz happens I will do what I want to do’ can be dangerous, because we might actually miss our own life. Photographs are the best reminders of this fact that I can think of. They remind us of the preciousness of time and of each day. When I look at my photographs – be it of a day in my twenties or of last week – I instantly become more aware of everything that`s around me now. And more grateful for what is here already.

Life can be tough but please let`s not hustle away our lives without noticing how the trees change from pink to green, the new smell in the air when summer is approaching, noticing how the light starts to fade later and later, and the subtle goodbye of this spring.

Jetzt ist alles da

“Schau mal, noch letzte Woche war dieser Baum rosa und jetzt ist er praktisch grün”, sagte Annie und trank einen Schluck von dem Krankenhauskaffee, den sie ihr und ihrer Schwester geholt hat. “Hmm”- Emily schaute nach oben. “Weißt du, ich war so damit beschäftigt, an meinem Buchprojekt zu arbeiten, dass ich nicht mal bemerkt habe, dass Kevin kränklich aussieht”, sagte sie. “Wie soll ich da bemerkt haben, wie dieser Baum aussieht…”

Sie fühlte einen Stich in ihrem Magen und das altbekannte Schuldgefühl. 

“Schau mich an, Emily”, drängte ihre Schwester. “Unser Bruder wird wieder gesund, der Arzt hat`s doch gesagt – also hör auf, dich damit zu quälen.”

“Ich weiß. Es ist nur so, dass ich mir in den letzten Wochen kaum mal fünf Minuten Zeit für ihn genommen habe. Ich habe gedacht: Wenn ich erstmal das Haus fertig renoviert habe, dann können wir den Ausflug ans Meer machen. Und dann kam die Gelegenheit mit dem Buch und ich dachte: Wenn ich erstmal das Buchprojekt beendet habe….”

“Wie läuft`s denn damit? Kommst du voran?”

“An manchen Tagen mehr und an manchen Tagen will ich alles in die Tonne schmeißen… Und jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich es überhaupt fertig kriege.”

“Das wirst du, Emily, da bin ich mir ganz sicher! Aber du darfst nicht vergessen, die Farben der Bäume zu bemerken, um den Prozess genießen zu können – wenn du verstehst was ich meine? Kevin wird in ein paar Wochen wie neu sein und wir können den Ausflug zusammen machen. Kann sein, dass du darum bitten musst, deine Deadline etwas nach hinten zu schieben – wäre das denn so schlimm?”

Emily atmet tief durch. Es wäre vermutlich kein großes Problem, die Deadline zu schieben. Sie fischt ihr Handy aus der Tasche und macht ein Foto von den Ästen über ihr, voller grün und etwas pink.

“Danke” – sie lehnt sich an ihre Schwester. “Daran werde ich mich erinnern.” 

Kevin wird ok sein und ihr Buch wird etwas später fertig werden. Heute wird sie nicht den Tag damit vergeuden, im Busy-Modus schlafzuwandeln. Sie wird den Kaffee richtig schmecken, sie wird Zeit damit verbringen, ihrem Bruder Geschichten vorzulesen und sie wird ein paar Blumen auf dem Weg nach Hause mitnehmen. Der Sommer wird ihr gehören. 

Zeit... heute

Wie oft denken wir Sachen wie: Wenn ich erst mal meine To-Dos abgearbeitet habe, werde ich mir mehr Zeit für mich nehmen, wenn ich erst mal schlank bin, dann werde ich Spaß haben, wenn ich Urlaub habe, dann werde ich Zeit für meine Familie haben…  Wenn xyz passiert, dann werde ich tun, was ich eigenltlich tun will. Wie viel wertvolle Zeit haben wir uns dadurch schon durch die Lappen gehen lassen?  Dadurch, dass wir auf ein besseres Morgen warten anstatt uns zu bemühen das zu sehen, was jetzt schon da ist. Ich weiß für mich selber: zu viel. 

Schau dich entspannt um und atme ein. ES IST ALLES JETZT SCHON DA! Deswegen mache ich Bilder: Sie sollen mich und den, der sie anschaut, daran erinnern, das zu schätzen, was heute schon da ist. Auch wenn nichts perfekt und vielleicht sogar weit entfernt davon ist. Denn der wichtigste Besitz in unserem Leben ist Zeit, jetzt.

Ein guter Tag nach dem anderen

Ich liebe was Max Lucado in seinem Buch “Live loved” schreibt:

„Sich heute, mitten in diesem Tag, freuen? Gott lädt uns dazu ein. So wie Paulus IM Gefängnis gejubelt hat; wie David IN der Wildnis Psalme geschrieben hat; (…) Stell dir den Unterschied vor! Überleg mal: knietief in einem hässlichen…. Tag beschließt du, ihm eine faire Chance zu geben. (…) Du vertraust mehr. Stresst weniger. Du konzentrierst dich darauf, dankbar zu sein. Lässt das Schimpfen bleiben. Ehe du dich`s versiehst, hast du den Tag gemeistert und zwar überraschend ok. So ok, dass du beschließt, dem nächsten Tag die gleiche Chance zu geben und den gleichen Kampfgeist reinzustecken. Aus Tagen werden Wochen, aus Wochen werden Monate. (..) Auf diese Art wird ein gutes Leben aufgebaut. Einen guten Tag nach dem anderen.”

Fotografien und Zeit

Zu viel ‘Wenn-dann-Denken’ kann uns gefährlich werden, denn es kann sein, dass wir unser eigenes Leben verpassen. Fotografien sind, finde ich, am besten darin, uns daran zu erinnern: wie wertvoll unsere Zeit und jeder Tag ist. Wenn ich meine Fotos sehe – egal ob von vor Jahren oder von vor einer Woche -, werde ich gleich viel aufmerksamer für das was gerade um mich herum ist. Und dankbarer für das, was jetzt schon da ist.

Das Leben kann hart sein, aber lasst uns bitte nicht unsere Lebenszeit “abarbeiten”, ohne zu bemerken, wie sich die Bäume von pink in grün verwandeln. Wie die Luft anders riecht, wenn der Sommer kommt. Das Licht, dass immer später schwächer wird. Und das fast heimliche Tschüss dieses Frühlings. 

How to dress…

woman leaning against a wall How to dress

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How to dress for photos

How to dress for photos

"Ivy was a model, she chose her clothes to match the color of the car, I think, and the color of the car to match her lipstick or the other way around, I`m not sure which way it was."

— Max Frisch in “Homo Faber”

How to dress is one of the most frequent questions my clients ask me when we plan our photo session. For a start, I always advise them to bring along two or three outfits. This way we get a bigger variety in the imagery but also, we have different options to choose from. In this blog post, I wanna share some ideas from my own experience as a photographer about how to dress for a photo session in order to look to your best advantage. 

First choice: comfortable

It`s hard to relax and feel good in a pullover that makes you itch. Or in shoes that are hurting your toes,  in jeans that cut into your stomach, … Choose clothes that are comfy and that allow you to move freely.

Also, it`s not easy to really be yourself and shine if you wear clothes that make you feel self-conscious and insecure. The feeling is most important when it comes to dressing for a photo session! When choosing your outfits, double-check whether these clothes are making you feel truly confident and comfortable.

Choose harmony

If you are a bunch of people wanting to be photographed together, it would be great if you coordinated with each other what to wear. Ideally, the colours of the clothes of the entire group would be in harmony. And either all in rather light colours, or all rather dark.

Say no to logos

If you want to get timeless images that you will still love 10 years down the road, you best avoid visible, big logos on your clothes. Not only can they be a distraction in the image. But also you might not like these brands anymore sometime soon. For example, when I was in my early twenties, I had a phase when I liked to show off certain brands – thinking about it now makes me cringe.

two boys fashion photo how to dress for photos
fashion photo girl in outlet city

Say yes to sleeves

It`s a good idea to bring at least one top with sleeves to the photo session. For girls, wide flared butterfly sleeves that end somewhere between mid upper arm and elbow are the most flattering. Men wearing long sleeves look extra cool if they tuck the sleeves up towards the elbows a little.

Blazers are your friends

A blazer tends to be the most flattering item to wear. Blazers are fitted and generally make for a good shape. Just make sure that your blazer is the right fit and not too tight around your upper arms and across your back: if you see that the fabric throws creases that means it`s too tight. Unbuttoned tailored jackets and well-fitting coats are great for every shape, too.

Know the effect of oversized

Oversized pullovers, sweaters, and jackets are so fashionable, and I love wearing them. However, it`s good to know that they can make curvy people look bigger in photos than they really are. In case this is a concern for you, choose tops that are neither tight nor baggy or oversized, but just slightly loose. Also, the sleeve seam should preferably sit on your shoulder, not somewhere half down your arm. Most flattering are tailored tops like blouses, blazers, shirts, or jackets in the right fit.

Was anziehen ... für Fotos?

Was anziehen ... für Fotos?

"Ivy war ein Model, sie suchte ihre Kleider nach der Farbe ihres Autos aus, und ich glaube die Farbe des Autos passend zum Lippenstift, oder anders herum."

— Max Frisch in “Homo Faber”

Was soll ich anziehen, ist eine der meistgestellten Fragen meiner Kunden, wenn wir unsere Foto Session planen. Zum einen empfehle ich immer zwei oder drei Outfits mitzubringen. So haben wir eine größere Vielfalt in den Bildern und außerdem mehrere Optionen. In diesem Blogpost will ich ein paar Ideen aufschreiben, wie man sich für Fotos anzieht, um möglichst vorteilhaft darauf auszusehen.

Erste Wahl: bequem

Es ist schwer, sich zu entspannen und sich gut zu fühlen, wenn man einen kratzigen Pulli anhat, Schuhe, die den Zehen wehtun oder Jeans die am Bund einschneiden. Wähle Kleider aus, die sich gut und bequem anfühlen und in denen du dich frei bewegen kannst.

Außerdem ist es nicht leicht, ganz du selbst zu sein und zu strahlen, wenn du Kleider trägst, die dich unsicher und gehemmt fühlen lassen. Das Gefühl ist das wichtigste, wenn es darum geht, sich für eine Foto Session anzuziehen! Wenn du dein Outfit auswählst, checke ob diese Klamotten dich wirklich selbstbewusst und gleichzeitig entspannt fühlen lassen.

Wähle Harmonie

Wenn ihr eine Gruppe Leute seid, die zusammen fotografiert werden wollen, wäre es super, wenn ihr aufeinander abstimmen würdet, was ihr tragt. Idealerweise passen die Farben der Kleider der ganzen Gruppe harmonisch zusammen und alle tragen entweder eher helle oder eher dunkle Farben.    

Sag nein zu Markenlogos

Wenn du gerne zeitlose Bilder haben möchtest, die du auch in zehn Jahren noch mögen wirst, dann vermeide am besten sichtbare, große Logos auf deinen Kleidern. Die können auf den Bildern nicht nur irritierend wirken, sondern es kann auch sein, dass du diese Marken bald gar nicht mehr magst. Als ich zum Beispiel Anfang zwanzig war, hatte ich eine Phase, in der ich gerne bestimmte Marken zu Schau getragen habe – heute mag ich das gar nicht mehr.  

How to dress Gentleman fashion shoot

Sag ja zu Ärmeln

Es ist eine gute Idee, zumindest ein Oberteil mit Ärmeln zur Foto Session zu bringen. Sehr vorteilhaft an Mädels sind weit ausgestellte flatternde Flügelärmel, die irgendwo zwischen Mitte Oberarm und Ellenbogen enden. Männer mit langärmeligem Oberteil sehen besonders cool aus, wenn sie die Ärmel lässig hochschoppen.

Blazer sind deine Freunde

Blazer sind super vorteilhaft: sie sind antailliert und machen eine gute Figur. Achte nur darauf, dass dein Blazer die richtige Größe hat und nicht zu eng an Oberarmen oder Rücken ist. Wenn du siehst, dass der Stoff in den Bereichen Falten schlägt, dann heißt das, der Blazer ist zu eng. Offen getragene, figurbetonte Jacken und schmale Mäntel sind auch schön für jede Figur.   

Kenne den Oversized-Effekt

Oversized Oberteile sind sehr in und ich liebe es, sie zu tragen. Allerdings ist es gut zu wissen, dass sie Leute mit Kurven auf Fotos breiter erscheinen lassen, als sie in Wirklichkeit sind. Falls dich das stört, zieh lieber Tops an, die weder enganliegend noch superweit sind, sondern einfach etwas locker sitzen. Außerdem sollte die Ärmelnaht am besten auf der Schulter sitzen und nicht auf deinem Oberarm. Am vorteilhaftesten sind körperbetonte, aber nicht zu enge Oberteile wie Blusen, Blazer, Hemden oder schmal geschnittene Jacken in der richtigen Größe.

fashion photo boy and woman posing
party fashion photography

A story

two boys walking down a street in east london

°•☆•”As they walked on the sunny side of Columbia Road, Peter turned quiet. It was Easter Sunday and the streets were almost empty. Andy saw the old beetle parked in line and all of a sudden, he remembered. “Hey, are you still thinking about Jane at times?”, he asked.
“I do actually”, Peter replied. “In fact, there’s hardly a day that I don’t think about Jane.”
“I wonder if she’s still living round here…”
“It’s her car over there- she must still be living here somewhere … I haven’t seen her ever since we split up…”

Hours later there was a note hanging in the windscreen of the very same beetle the boys had passed. Jane was just on her way to the corner shop when she saw it flickering in the wind.

“Hi Jane, Pete is still in love with u – give him a call if you care. Andy” Jane felt like being hit by a car. She scrunched up the paper in her pocket and looked over her shoulders – no one.

As she walked on down the street, all of a sudden, she smelled spring and cheery blossoms and seaside. She took a deep breath. Everything looked beautiful like in a picture book. “Thanks, God” she thought and smiled.” -from “Another day with Jane” •°☆•

Extraordinary

ambition star hairdresser in front of sports jersey wall

Tugay Zeyrek is a hairdresser who works in his dads’ salon in a small town in Germany – and he cuts the hair of football stars and even music icons like Jason Derulo. When interviewing him I noticed quite a few things that we all can learn from him in order to achieve the extraordinary:

Have love and passion for an extra boost of energy (which you will need as you will read further down)

Tugay literally beamed when talking about his profession and story, and he was full of enthusiasm for what he is doing.

Never be big-headed but stay down-to-earth

During my stay at the salon, Tugay walked over to his regular customers, normal people without big names or big wallets, had a chat, called them by their names, and made sure they felt welcome and were happy with the service in the salon.

Keep on connecting

“When I was seventeen I already started to write to star managements but no one ever replied. Then I started to participate in hairdressers competitions and became world champion with the German Team. Eventually, a friend introduced me to a football player who played in the national team, and then one thing led to another.” Connections are key! I`ve heard that dozens of times and I can tell from my own experience that most of my jobs came through some sort of connection or referral. However, we need to get out there and actually make those connections. It is not a passive thing – waiting for a connection to show up – but it requires massive action: to show up for our connections and to get out there, let people know about our goals and grab any opportunity to connect.

Do not give up and be bold

“I have often punted on getting into concerts, I climbed over fences, ran from security – all these kinds of things. Even when you have agreed with a star to meet them, the security may think you`re a crazy groupie. When I was meant to meet Jason Derulo at his concert, none of the security took me seriously. But I refused to give in until I finally managed to find a way past the security crew.” Ever since, Tugay has cut Jason Derulos` hair several times!

Be ready anytime and say yes to the extraordinary

„For the MTV Music Awards in Bilbao, I drove 16 hours in my car. I cut the celebrities` hair, then drove back 16 hours. Often, stars call me up: Can you be in Berlin or whatever city tomorrow morning to cut my hair? And I will hop straight in my car and go! You need to be ready. Life is too short to be average.” Achieving extraordinary things requires extraordinary action. Makes sense doesn`t it? So don`t let chances go past. Let’s take every chance we can get and be ready!

Paul Fuller

Paul Fuller portrait

Fascinated by the chaos

In Conversation with Paul Fuller

Paul Fuller is a filmmaker and photographer working in fashion, music, documentary, portrait, and fine art. His work is full of atmosphere and wonder. His latest project is an arts and culture website that features artists who he and his project partners choose. A lot of his images are taken close to his home in the Hackney Marshes – a green strip of nature along the River Lea in East London. This is where we meet for a walk and a chat.

Your images are looking like taken on film. Are they? Or is that a deliberate style you are aiming at in post-production?

Some will be shot on film, and some won`t be. I go through phases. And I have, as most photographers do, probably far too many cameras, film and digital. But it`s not that I`m trying to make it look like film. What I`m trying is to make it not look like digital. Digital is too clean, too perfect and it`s great for some things. But I like to muck it up a bit and make it a little bit less clear and more atmospheric. However, I didn`t start on film and wanted to try to maintain that look. Because when I started getting really interested in photography, digital cameras were already about.

On your website are a lot of images of personal projects. How do you find and choose them?

There`s not a lot of paid stuff on my website. In fact, very little. Most of it is just me doing it for fun. For example, I go to a lot of gigs and if there’s a band I really like and that looks interesting, I might send them a message if they can send me a photo pass for their gig – just because I enjoy doing it. I always take a camera with me when I`m out running and most of my pictures from around the Hackney Marshes were taken while I was running. But I wouldn`t want to do only one thing repeatedly. Therefore, I wouldn`t want to specialize as a music or fashion photographer. I don`t like it when things are getting too repetitive, but I like to photograph a lot of different things.

“I wouldn`t want to specialize as a music or fashion photographer, but I like to photograph a lot of different things.” 

Photographer Paul Fuller in front of a tree stump in the Hackney Marshes

Do you find that this personal work is benefiting your paid work?

It`s practice for a start. Also, when I do a lot of video stuff, I miss doing photography and need to pick up my camera and do something for myself.  When you do work for yourself you can do what you like. Whereas, when you do a job for somebody else, they usually have a certain type of picture in mind. Of course, you can still put some of your own spin into it – after all, the reason they ask you in the first place is hopefully that they`ve seen some of your personal work on the website and like it. But the portraits I`m taking for our new arts and culture website for example: I`m not thinking of anybody else`s opinion apart from what I want to get out of it – and that is great to be able to do that.

How did you get on when you started out as a freelancer in London after you left your job as a newspaper art director?

When I went freelance, somebody I have worked with at the newspaper referred me to some friends of theirs who had set up a company and needed videos for crafts tutorials. I ended up doing all their videos and some photography. They later referred me to a street style website, so I ended up shooting street style in Shoreditch. Then, one of the guys there introduced me to someone who had set up a stress management app, so I`m doing stuff for her. He also introduced me to the people who were producing the films that I`ve been photographing last year. Almost all my work came from people I`ve worked before or met on jobs – it`s been referral after referral.

Wow, well obviously you do a good job! Are you even trying to find opportunities when there`s no connection there?

I do pursue non-referred work in the sense that I contact companies. However, I find that – unless you contact someone at the exact moment when they need somebody for a specific job – you never hear back from them. People forget. And when they need somebody, the photographer they remember is the most recent photographer they`ve met, not necessarily the best one.

paul fuller blog interview

“Photography gives me an excuse to go out and explore, talk to people, go to places and do stuff.”

We come across a makeshift sign stuck to a branch of a tree. Paul takes a picture of it…

This may be something for my Hackney book… I`ve been taking a lot of pictures of lost posters recently. It started with one of those `Lost-cat-posters` stuck to a tree. They`ve put it in a plastic sleeve but water got inside and the picture of the cat – the ink – had run down. So there was nothing but smudge and it said nothing but “Lost cat”. And I thought: “Yes, it`s even missing from the picture now”. That`s when I started taking pictures whenever I see a `Lost poster`. When they are out in the rain for a while, the pictures become really distorted.  And I began finding really random ones: on a shoot in Knightsbridge was a poster stuck on a wall of a very expensive hotel and it was a lost white parakeet.

So, you kind of encounter your projects and ideas more than chasing or trying to find them?

Yes, it was in Lockdown last summer when I started taking pictures of little strips of light on the wall. When you get that little bit of sun coming in through the blinds. And I`ve now got a folder which just says: “Lights in the house”. In the spirit of trying hard to have proper projects, whenever I start seeing something regularly and it becomes a bit of a thing in my head, then I start collecting pictures of it.

We walk past some trees that have been cracked by the wind…

Even though I walk past here almost every day, each time I see something new – even in the same spots. The light is always slightly different. And the light in spring this year will be different from the light last year because some trees will not be here anymore, so the light is getting where it didn`t get before – it`s always changing. I`m fascinated by the chaos – 100 years of twisted wood … Here: there are little plants growing out of the wood that are not part of the tree.  Every little patch is so unfathomably complex, there are millions of different living things. It would be an interesting project to just sit down in one spot for an hour and take pictures of stuff that`s around you. I could probably spend an hour photographing all these details.  

nature detail in the Hackney Marshes

Would you say nature is something that makes you want to take pictures or inspires you? What are the things that make you wanna go out and create?

If anything inspires me, I`m probably not aware of it. It`s more that I always see interesting stuff here. I`m quite fascinated by the stuff that`s under the water – when the water is really low you can see random stuff – there even is a car somewhere down here… And there`s a motorbike which was buried by the river. Someone dug it up. The number plate was still visible when I first saw it so I took a picture of it and checked its MOT history online: it was registered in 1977 and never had its first MOT. So, it must have been stolen when it was really new, and somebody dumped it by the river. And it had been buried ever since.

Wow that`s crazy! Are these sorts of discoveries the motivation why you picked up photography in the first place? What keeps you motivated?

Photography gives me an excuse to go out and explore, talk to people,  go to places, and do stuff. That is a very big driving force behind it all. For example the work for the street style website – I loved it. I sometimes ended up talking to people for an hour, I had some amazing conversations. One day, we had an intern come along to see how we did the street-style pictures. After the day she said, she will never walk around on this planet again with the same attitude towards other people – every person we stopped and talked to has been absolutely fascinating. I just like going out and meeting people. Having a camera in your hand and a reason to be there gives you motivation and a license to stick your nose into places where you wouldn`t otherwise do it.

What are your current goals or projects?

For our new online magazine, I have taken portraits of artists and I want to do more of that. I wonder why I haven`t done more of that before. I think, my main problem was the difficulty in approaching people – it`s super awkward to just approach people in the street saying “Can I take your picture?”. When I did it for the street style job, I had no problem with it at all, because it was my job – after all, I was taking pictures for a street style website. But if I was just doing it for me… So taking these portraits for this website is giving me a reason to message people and say “Hey we`re doing this arts and culture website can we take some pictures of you?”. And they usually say yes. Also, I hardly ever used to print anything. But ever since I started taking these portraits, I print loads of stuff – I need to see the images printed and hold them in my hand. So: more printing, more portraits.

Paul`s work can be found on his website www.paulfuller.co.uk, and also on Instagram @pf_photographer  . His Hackney images specifically are on @hackneycamera.

The arts and culture website can be found on www.mustaaard.com 

Fasziniert vom Chaos

Im Gespräch mit Paul Fuller

Paul Fuller ist Filmemacher und Fotograf für Mode, Musik, Reportage, Portrait und Fine Art. Seine Arbeiten sind voller Atmosphäre und Zauber. Für ein neuestes Projekt, eine Kunst- und Kultur- Webseite, portraitiert er Künstler, die er und seine Projektpartner aussuchen. Viele seiner Bilder sind ganz in der Nähe seines zu Hauses entstanden: in den Hackney Marshes, ein Grünstreifen entlang des Flusses River Lea in East London. Dort treffen wir uns auf einen Spaziergang.

Paul, deine Bilder sehen aus, als wären sie mit einer Filmkamera fotografiert worden. Sind sie das oder ist das ein Style, den du in der Nachbearbeitung anstrebst?

Manche sind Film, manche nicht. Ich habe Phasen. Und ich habe wie die meisten Fotografen viel zu viele Kameras – Film- und Digitalkameras. Aber ich versuche meine Bilder nicht unbedingt nach Film aussehen zu lassen. Ich versuche eher, sie nicht digital aussehen zu lassen. Digital ist zu clean, zu perfekt und es ist toll für manche. Aber ich mag es lieber unperfekt, weniger klar und mehr atmosphärisch. Allerdings ist es nicht so, dass ich als Film-Fotograf begonnen habe und dann diesen Look behalten wollte. Denn als ich angefangen habe, mich so richtig für Fotografie zu interessieren, gab es bereits Digitalkameras.

Auf deinem Portfolio auf deiner Webseite sind viele Bilder von persönlichen Projekten. Wie findest du und entscheidest du dich für die?

Auf meiner Webseite sind eigentlich fast gar keine bezahlten Sachen. Das meiste, was da zu sehen ist, habe ich just for fun gemacht. Zum Beispiel gehe ich zu vielen Gigs und Konzerten. Und wenn es eine Band gibt, die ich mag und die interessant aussieht, dann schreibe ich ihnen eine Nachricht ob sie mir einen Fotopass für ihren Gig schicken können – einfach weil ich sowas gern fotografiere. Wenn ich Laufen gehe, nehme ich immer meine Kamera mit und die meisten meiner Hackney Marshes Bilder sind entstanden, während ich laufen war. Allerdings würde ich mich nicht auf beispielsweise Musik oder Mode spezialisieren wollen. Ich mag es nicht, wenn sich die Dinge beginnen, ständig zu wiederholen, sondern ich fotografiere gern viele verschiedene Dinge.

Findest du, dass diese persönlichen Projekte auch für deine bezahlte Arbeit hilfreich sind?

Zum einen ist es natürlich Übung. Und wenn ich viel Videoarbeit mache, dann vermisse ich das Fotografieren und muss mir meine Kamera schnappen und etwas für mich selbst tun. Wenn du für dich selbst arbeitest, dann kannst du machen was du möchtest, während Auftraggeber in der Regel eine bestimmte Art von Bild von dir erwarten. Natürlich kann ich den Auftragsarbeiten meine eigene Note verpassen – schließlich ist ein Grund, warum ich für den Job beauftragt wurde, hoffentlich der, dass die Auftraggeber meine persönlichen Arbeiten auf meinem Portfolio gesehen und gemocht haben. Aber beispielsweise die Portraits, die ich für unser neues Projekt der Kunst- und Kultur-Webseite mache: da richte ich mich nicht nach irgendeiner Meinung außer dem, was ich selbst davon erwarte – und das ist super, wenn man das kann.

“Ich würde mich nicht auf beispielsweise Musik oder Mode spezialisieren wollen. Ich fotografiere gern viele verschiedene Dinge.”

paul fuller with camera in hackney marshes

Wie bist du klargekommen, als du als Freiberufler in London Fuß fassen wolltest, nachdem du deinen Job als Zeitungs-Art-Director verlassen hast?

Als ich als Freiberufler begonnen habe, hat mich eine ehemalige Kollegin einer ihrer Freunde empfohlen. Die hatte eine Firma gegründet hat und brauchte Videos für Tutorials. Schließlich habe ich all ihre Videos und einige Fotos gemacht. Diese Kunden haben mich dann wiederum an eine Streetstyle Webseite weiterempfohlen, so dass ich dann in Shoreditch Streetsyle fotografiert habe. Danach hat mich einer der Jungs dieser Webseite einer Unternehmerin vorgestellt, die eine Stressmanagement-App entworfen hat. Also fotografiere ich für sie. Zum anderen hat mich der Webseiten-Mitarbeiter den Leuten vorgestellt, die die Filme gemacht haben, die ich letztes Jahr fotografiert habe. Fast alle meiner Aufträge kommen von Leuten mit denen ich schon mal zusammengearbeitet habe oder die ich auf Jobs kennengelernt habe. Eine Empfehlung ist der Nächsten gefolgt.  

Wow, das spricht für deine Arbeit! Versuchst du manchmal an Jobs zu kommen, bei denen es keine Connections gibt?

Ja, ich kontaktiere immer wieder Firmen. Aber meiner Erfahrung nach melden die sich nicht zurück – außer du kontaktierst sie genau in dem Moment, in dem sie gerade jemanden für einen bestimmten Job brauchen. Leute vergessen. Und in dem Moment, in dem sie jemanden brauchen, erinnern sie sich an den letzten Fotografen, den sie getroffen haben, nicht unbedingt den Besten.

paul fuller hackney marshes

“Fotografie gibt mir eine Ausrede rauszugehen und Neues zu entdecken, Leute anzusprechen, Orte zu besuchen. “

Wir gehen an einem improvisierten Schild vorbei, das an einem Baum befestigt ist. Paul macht ein Bild davon….

Das könnte etwas für mein Hackney-Buch sein… Ich habe in letzter Zeit viele Bilder von „Vermisst-Postern“ gemacht. Es hat angefangen mit einem dieser “Katze vermisst“-Poster, das an einen Baum geheftet war. Es war in einer transparenten Hülle, aber Wasser ist in die Hülle gelaufen und das Bild der Katze, also die Tinte, war völlig verlaufen. Da war nur noch Geschmiere übrig und die Überschrift „Katze vermisst“. Ich dachte: „Ja, sie fehlt nun sogar auf dem Bild“. Von da an habe ich ein Foto gemacht wenn ich ein Vermisst-Poster gesehen habe. Wenn die für einige Zeit im Regen draußen hängen, dann werden die Bilder völlig verzerrt. Inzwischen habe ich alle Mögliche gefunden: Bei einem Shooting in Knightsbridge war ein Plakat an die Wand eines sehr teuren Hotels befestigt und vermisst wurde ein weißer Sittich.

Das heißt, du triffst eher zufällig auf deine Projekte und versuchst nicht unbedingt welche zu finden?

Ja, letzten Sommer im Lockdown habe ich damit begonnen Lichtstreifen im Haus zu fotografieren. Wenn zum Beispiel etwas Sonne durch die Jalousien kommt. Jetzt habe ich einen Ordner, der heißt “Licht im Haus”. Im Sinne des ernsthaften Versuchs, richtige Projekte zu haben, sammle ich Bilder immer dann, wenn ich etwas regelmäßig sehe und ich dann öfter darüber nachdenke.  

Wir kommen an Bäumen und Baumteilen vorbei, die vom Wind abgebrochen worden sind…

Obwohl ich hier fast jeden Tag vorbeikomme, sehe ich doch immer wieder etwas Neues – sogar an den gleichen Stellen. Das Licht ist immer etwas anders und das Licht in diesem Frühling wird anders sein als das im Frühling letzten Jahres. Denn manche Bäume werden nicht mehr hier sein und das Licht wird Stellen erreichen, an die es vorher nicht kam. Es ändert sich ständig. Das Chaos fasziniert mich – 100 Jahre altes verdrehtes und verwachsenes Holz… Und hier: da wachsen kleine Pflanzen aus dem Holz, die überhaupt nicht Teil des Baums sind. Jeder Fleck ist so unfassbar komplex. Da sind Millionen verschiedener lebendiger Wesen. Es wäre ein interessantes Projekt nur dazusitzen und eine Stunde lang Dinge zu fotografieren, die unmittelbar um einen herum sind. Ich könnte wahrscheinlich eine Stunde damit verbringen, einfach nur all diese Details zu fotografieren.

Würdest du sagen, dass Natur etwas ist, was dich zum Bildermachen anstiftet oder inspiriert? Was sind die Dinge, die deine Kreativität in Gang bringen?

Wenn mich etwas inspiriert, dann bin ich mir dessen wahrscheinlich nicht bewusst. Es ist eher so, dass ich hier immer interessante Sachen sehe. Ich bin ziemlich fasziniert von dem, was unter dem Wasser im Fluss ist – wenn das Wasser richtig tief steht sieht man da alles Mögliche – sogar ein Auto. Und am Ufer gibt es ein Motorrad, das mal neben dem Fluss vergraben war und das jemand ausgegraben hat. Das Nummernschild war noch zu sehen, als ich es zum ersten Mal gesehen habe. Ich habe ein Bild davon gemacht und nachgeforscht: Es wurde 1977 angemeldet und hatte nie seinen ersten TüV. Das heißt, jemand muss es gestohlen haben, als es noch ganz neu war, und dann versucht haben, es hier am Fluss loszuwerden – seitdem war es hier vergraben.  

Paul Fuller blog interview

Wow verrückt! Sind solche Entdeckungen deine Motivation, warum du überhaupt Fotograf geworden bist? Was motiviert dich?

Fotografie gibt mir eine Ausrede rauszugehen und Neues zu entdecken, Leute anzusprechen, Orte zu besuchen. Das ist ein großer Antrieb für mich. Zum Beispiel die Arbeit für die Streetstyle Webseite – ich hab`s geliebt. Manchmal hat ein Foto zu einer einstündigen Unterhaltung geführt und ich hatte unglaublich tolle Gespräche. Einmal haben wir eine Praktikantin mitgenommen, um ihr zu zeigen, wie wir bei den Street Style Fotos vorgehen. Am Ende des Tages sagte sie, sie wird nie wieder auf diesem Planeten umhergehen und andere Leute mit den gleichen Augen sehen wie vor diesem Tag. Jede Person, die wir für ein Foto angehalten haben, war absolut faszinierend. Ich mag es einfach, rauszugehen und Leute zu treffen. Eine Kamera in der Hand zu haben und damit einen Grund zu haben, an einem Ort zu sein, gibt dir Motivation und eine Lizenz deine Nase in Ecken zu stecken, in denen du sonst nichts verloren hättest.  

Und was sind deine aktuellen Projekte und Ziele?

Für unsere neue Kunst- und Kultur-Webseite habe ich Portraits von Künstlern fotografiert und davon will ich mehr machen. Ich frage mich, warum ich das nicht schon früher viel öfter gemacht habe. Vermutlich war mein Hauptproblem die Schwierigkeit, auf Leute zuzugehen. Ich meine, es ist super unangenehm, einfach so Leute auf der Straße anzusprechen und sie zu fragen, ob ich ein Foto von ihnen machen kann. Als ich das für den Street Style Job gemacht habe, hatte ich überhaupt kein Problem damit, denn es war ja mein Job. Aber wenn es nur für mich persönlich wäre… Die Webseite gibt mir einen Grund, Leute anzuschreiben und zu sagen „Hey, wir machen diese Kunst und Kultur Webseite, können wir dafür ein paar Bilder von dir machen?“ und die allermeisten sagen ja. Außerdem habe ich selten mal was ausgedruckt, aber seit ich diese Portraits mache, drucke ich ganz viel – ich muss die Bilder als Druck sehen und in meinen Händen halten. Also: mehr Drucke und mehr Portraits. 

Paul`s Arbeiten sind auf seiner Webseite www.paulfuller.co.uk zu finden und außerdem auf Instagram @pf_photographer. Speziell seine Hackney-Bilder stellt er auf seinen Insta-Account @hackneycamera.

Seine Kunst- und Kulturwebseite findest du auf www.mustaaard.com

Italian way of coffee

blog coffee business portrait

When interviewing Gianluca Mancinelli about the Italian way of coffee he told me about the Italian morning routine – getting up and tucking the newspaper under the arm, strolling over to the bar to have a caffè and a cornetto,… – well it sounded right like a Ferrero commercial to me and I thought hmm I should learn Italian so that I can go live there for a while …☕️🥐

Eagles

blog eagles american football player reutlingen
  • .•. Do you know that dream where you know you need to get around that corner or jump that fence into safety but you are just unable to move? I felt like that most of the week 🤦‍♀️✨

Lucky enough I had a couple of jobs going – one of them was taking images of some players of the American Football Team @reutlingeneagles. We met during their training session in the early evening.

Loaded with flashes and light stands, I passed parents who were watching the training of their kids’ football teams. It was dark but there were plenty of floodlights. The Eagles were right at the very back of the sports grounds and with their helmets and attire they looked like “not in Reutlingen”.

The atmosphere under these floodlights was surreal, like in an American movie. The bond and spirit of the team were so present. Franz who’s currently recovering from an elbow injury had walked over to the sports grounds. He can’t currently drive as his arm is in a splint, but he lives nearby so he can come and watch the training. It might be summer until he can play again – hopefully not longer than May though, he says.

Franz’ teammate Carl is joining us. He isn’t participating in the training today either, but watches and cheers from the sideline. It’s so cold that my flashes refuse to work after just a few minutes 🙄. We talk, take some pictures anyway, watch the other players in the floodlights. Now and then someone strolls over to chat. Next week I`ll be back for some more photos.

Ps. In case you wanna take a quick break from your everyday life (especially when having such a weird week like me) I can very much recommend u put warm mittens on and watch some American Football in floodlights.•.
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Begin

Begin Mirror Selfie Fashion memories t-Shirt Darling in mirror

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Begin

“Some of the best, most interesting photo essays and stories you`re going to find are your neighbors, your family, and the things in everyday life.

(…) The access is what makes a great story. And we all have access to our sisters, our nephews, our neighbors, our colleagues, our church, people you meet every day,…

(…) You don`t need a press pass to photograph your nephew`s football game. And you don`t need a press pass if your granddad is getting ready to die and he`s got one year left and you have the opportunity to sit down with him and take pictures and do recordings and find out what it was like for him when he was nineteen or whatever.

You know these are those great stories and the camera gives you a reason to go and ask the questions and be part of these people`s lives. Don`t ever use the excuse ‘I don`t know what to photograph’ – it`s all out there. Go do it.” – quote by Paul Taggart (who was one of THE biggest influences in my journey as a photographer)

Most important lesson in photography

Don`t wait for extraordinary things like a holiday to happen in order to take out your camera and take pictures. Start where you are today. If you don`t have a camera take your phone. If you don`t have your phone take pen and paper. The most important thing is that you begin and don`t wait.

Beginne

“Einige der besten, interessantesten Foto-Essays und Stories, die du finden wirst, sind deine Nachbarn, deine Familie und die Dinge des Alltags. (…) Den Zugang zu der Story zu haben, darauf kommt es bei einer guten Geschichte an. Und wir alle haben Zugang zu unseren Schwestern, unseren Neffen, unseren Nachbarn, unseren Kollegen, unserer Kirche, den Leuten, die wir jeden Tag treffen,…  (…) Du brauchst keinen Presseausweis, um das Fußballspiel deines Neffen zu fotografieren. Und du brauchst auch keinen Presseausweis, wenn dein Opa bald stirbt und er ein Jahr zu leben hat und du hast die Möglichkeit mit ihm zusammen zu sitzen, Fotos und Aufnahmen zu machen und herauszufinden, wie es für ihn war, als er neunzehn war und solche Sachen. Du weißt, dass das die großen Stories sind und deine Kamera liefert dir den Grund hinzugehen und Fragen zu stellen und am Leben dieser Leute Teil zu haben. Komm nie mit der Ausrede an ‘Ìch weiß nicht, was ich fotografieren soll’ – es ist alles da. Leg los!” Zitat von Paul Taggart (der mich auf meiner Reise als Fotografin mit am meisten beeinflusst hat).

Wichtigste Lektion in der Fotografie

Warte nicht darauf, das was Außergewöhnliches passiert, wie dein Urlaub, um deine Kamera auszupacken und Bilder zu machen. Starte wo du heute gerade bist. Wenn du keine Kamera hast, nimm dein Handy. Wenn du kein Handy hast, nimmt Stift und Papier. Das Wichtigste ist, dass du beginnst und nicht wartest.

On finding “the Why” and time

enjoy. Mirror selfie. Why and time

(Time capsules)

Do you know why you do the job that you do? Do you know “your Why”? What is it that makes you passionate about your job? Lately, I`m trying to reveal exactly that. As a photographer, I obviously love taking and looking at photographs. Why though? What is it about photography that makes me love it so much that I choose to do it daily as my job?

One main “why” is obviously time. I believe that time is most precious and needs to be witnessed and lived, not just passed. And by that, I mean both the good and the hard times as heart-breaking they can feel. Taking pictures is to capture time capsules, so that you may see the value of the time given to you. So that you may become aware of what`s profound and important for you, your business, or what you`re doing.

...for its time

Time is so valuable because it is limited. We tend to forget that. Often, we treat time like money which can be regained and multiplied. But this is not possible with time.

Time is always different. A holiday now will be different than a holiday in five years. A day at work now will be different from a day at work in ten years. It may be entirely different next week. “God has made everything beautiful FOR ITS OWN TIME”, says King Solomon in the Bible. We cannot get back time. We need to live it now and make the best out of it. This is why it matters so much to be aware of the beauty in each ordinary day.

At the same time, we long for time to last, for moments to stay with us. Solomon writes: “HE has planted eternity in the human heart”. Maybe that`s why we love time capsules like paintings or photographs.

...against forgetting

There was one quote that I`ve read that made me realize that I wanted to be a professional photographer. I think I`ve read it on the tube in London on my one-and-a-half-hours-journey to work at the high street fashion supplier, about five years ago.

The book is called “H is for Hawk” by Helen Macdonald and she talks about her father who had just died and who was a photographer:

“… All of those thousands upon thousands of photographs (…) Each one a record, a testament, a bulwark against forgetting, against nothingness, against death. 

Look, this happened. A thing happened, and now it will never un - happen.

Here it is in a photograph: a baby putting its tiny hand in the wrinkled palm of an octogenarian.  A fox running across a woodland path and a man raising a gun to shoot it.  A plane crash. (…)  All these things happened, and my father committed them to a memory that wasn’t just his own, but the world’s. 

My father’s life wasn’t about disappearance.  His was a life that worked against it.”

I still think these are some of the most beautiful lines describing photography. It`s about the fascination and struggle with time. About creating time-capsules by taking pictures.

Ironically, it´s the very fact that we cannot stop time from passing, that ultimately makes moments special and enchanting.

The beauty of a moment and a life is that it`s one of a kind and that it won`t last forever. Even our own memories will fail to remember some of the moments that we`ve lived.

Occasions and special events, as well as routines or everyday habits – they stand for a certain era in our lives. We know that this era will end at some point and that`s what makes it bittersweet and heartbreakingly beautiful when we dare to feel this truth.

Warum und Zeit

(Zeit-Kapseln)

Weißt du, warum du den Beruf machst, den du machst? Kennst du “dein Warum”? Was ist es, das dich an deinem Beruf begeistert? Ich versuche zur Zeit genau das herauszufinden und zu formulieren. Als Fotografin liebe ich es natürlich zu fotografieren und Fotos anzuschauen. Warum aber? Was ist an der Fotografie dran, dass ich sie so sehr liebe, dass ich sie jeden Tag machen will?  

Ein großes “Warum” ist natürlich Zeit. Ich finde, dass Zeit so wertvoll ist und nicht nur verbracht, sondern erlebt und wahrgenommen werden muss. Fotos sind wie eine Art Zeit-Kapseln. Sie helfen uns dabei, den echten Wert der Zeit zu sehen, die uns gegeben ist. Dadurch kann uns bewusst werden, was wirklich wichtig für uns ist, wichtig für unser Business und für das, was wir tun.  

...zu seiner Zeit

Zeit ist so besonders wertvoll, weil sie begrenzt ist. Wir vergessen das immer wieder. Oft gehen wir mit Zeit wie mit Geld um, das wiedergewonnen und vervielfacht werden kann. Aber mit Zeit ist das nicht möglich.

Zeit ist immer anders. Ein Urlaub jetzt wird anders sein als einer in fünf Jahren. Ein Tag bei der Arbeit wird heute anders sein als einer in zehn Jahren. Schon nächste Woche kann vieles ganz anders sein. „Gott hat alles schön gemacht ZU SEINER ZEIT“, sagt König Solomon in der Bibel. Wir können Zeit nicht zurückbekommen. Wir müssen sie jetzt erleben und das Beste draus machen. Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns der Schönheit bewusst werden, die wir in jedem ganz normalen Tag finden können.  

Gleichzeitig sehnen wir uns danach, dass etwas bleibt, dass Momente bei uns bleiben. Solomon schreibt: “… auch hat Gott die Ewigkeit in das Herz der Menschen gelegt.” Das ist vielleicht der Grund warum wir Zeitkapseln wie Fotos oder Malereien so lieben.  

...gegen das Vergessen

Es gibt ein Buchzitat, das ich mal gelesen habe und das in mir den Wunsch geweckt hat, Fotografie als Beruf zu machen. Ich glaube ich hab es vor ungefähr fünf Jahren in der Tube in London gelesen, als ich gerade auf meinem anderthalb Stunden Weg zur Arbeit bei der High Street Modefirma war.

Das Buch heißt “H is for Hawk” (“H wie Habicht”) von Helen Macdonald und sie erzählt von ihrem Vater, der gerade gestorben ist und der Fotojournalist war:

“… All die tausenden Fotografien (…) Jede ist eine Aufzeichnung, ein Testament, ein Bollwerk gegen das Vergessen, gegen das Nichts, gegen den Tod.

Schau, das ist passiert. Etwas ist passiert und jetzt wird es nicht mehr un- passieren.

Hier ist es in einer Fotografie: ein Baby, das seine winzige Hand in die runzlige Handfläche einer Achtzigjährigen legt. Ein Fuchs, der über einen Waldweg rennt und ein Mann, der sein Gewehr hebt, um ihn zu erschießen. Ein Flugzeugabsturz. (…) All diese Dinge sind passiert und mein Vater hat sie in einem Gedächtnis eingeprägt, das nicht nur sein eigenes war, sondern das der Welt.

Das Leben meines Vaters handelte nicht vom Verschwinden. Sein Leben war eins, das dem Verschwinden entgegengewirkt hat.”

Ich finde immer noch, das das eines der schönsten Zitate ist, die Fotografie beschreiben. Es geht um die Faszination und die Herausforderung mit der Zeit. Es geht darum mit dem Bildermachen Zeitkapseln einzufangen.

Ironischerweise ist es genau das, dass wir Zeit nicht beim Vorbeigehen aufhalten können, was Momente besonders und bezaubernd macht.

Die Schönheit eines Moments und eines Lebens ist, dass sie einzigartig sind und nicht für die Ewigkeit bleiben. Sogar unser eigenes Gedächtnis wird sich irgenwann nicht mehr an Momente erinnern, die wir gelebt haben.

Besondere Ereignisse oder Events, genauso wie Routine und alltägliche Gewohnheiten – alle stehen für eine bestimmte Ära in unserem Leben. Wir wissen, dass diese Ära irgendwann zu Ende geht und das macht es bittersüß, zauberhaft und herzzerreißend schön, wenn wir es wagen, diese Wahrheit zu fühlen.

Picture your Highlights

highlights magazine article by Nadine Wilmanns

Halte deine Highlights fest

Recently,  I´ve written an article in the beautiful Sis-Magazine about celebrating our highlights by photographing moments of our day, every day. Admittedly, especially when you don`t live in a picture-beautiful home and if your day is full of work in front of the computer, it`s often not so easy to recognize these highlights to photograph. But really, that`s the whole point of the exercise: By making a serious effort to find and see beautiful moments it will become more effortless over time and we`ll see more of these highlights, too.  

And the major surprise will come later: Looking back after let`s say a few months and going through your highlight pictures, it will hit you: How blessed you are! How many good moments you captured that otherwise would have passed unnoticed. In fact, our life is often so much richer than we think when being in the very situation.

Give it a try and make a “pictures of summer” album. Your life might not be picture-perfect currently (and believe me: mine is far from that, too).  But by taking it day by day, picture by picture, highlight by highlight, we might be out for a surprise. Sometimes, we only see in hindsight how blessed we actually were. Realizing this in our own experience might help us appreciating our present more.

To read my magazine article (it`s in  German though) get the latest copy of the Sis Magazine: https://www.lydia.net/sis/

Halte deine Highlights fest

Neulich habe ich einen Artikel für was wunderhübsche Sis-Magazin geschrieben. Er handelt davon, unsere Highlights zu feiern, indem wir Momente unseres Tags fotografieren, jeden Tag. Zugegeben, das ist nicht immer so ganz easy, vor allem wenn man nicht in einem “Schöner-Wohnen”-zu Hause wohnt und wenn der Tag voller Computerarbeit ist. Dann kann es manchmal schwerfallen, diese Highlights zu bemerken. Aber das ist ja genau der Sinn der Übung: Wenn wir uns anstrengen, hübsche Momente zu finden und zu sehen, wird uns das mit der Zeit immer leichter fallen und wir werden immer mehr dieser Highlights sehen. 

Und die große Überraschung kommt später: Wenn wir nach sagen wir mal ein paar Monaten zurückschauen und durch unsere Fotos scrollen, werden wir überrascht sein: Wie viele gute Momente wir festgehalten haben, die sonst einfach unbemerkt an uns vorbeigegangen wären. Wie viel reicher unser Leben oft ist, auch wenn`s uns in der Situation selbst oft nicht so vorkommt. 

Versuch es selbst und mach ein “Bilder des Sommers” Album. Dein Leben ist vielleicht nicht bilderbuchmäßig (und glaub mir: meins ist es auch nicht). Aber wenn wir Tag für Tag denken, Bild um Bild, Highlight um Highlight, könnten wir überrascht werden. Manchmal sehen wir erst im Nachhinein, wie gut manches tatsächlich war. Wenn wir diese Erfahrung selbst machen, dann könnte uns das dabei helfen, den Tag heute mehr zu schätzen. 

Um meinen Magazin-Artikel “Feiere deine Highlights” zu lesen, hol dir die neue Ausgabe des Sis-Magazins: https://www.lydia.net/sis/

Vision

Vision Nadine Wilmanns photography

How to visualize

This week, I had two photoshoots. One of them was a portrait shoot and I thought I wouldn`t need a detailed plan, but just be spontaneous. The result was ok but far from breath-taking or special. Photographer Gina Milicia gave me the advice to previsualize what I want: “The secret to a great portrait shoot is to pre-visualize the image you want and then work with your subject to create this image.”

This was great advice – for my second shoot I prepared a detailed storyboard and I was so much happier with my results. It doesn`t mean that there weren`t any in-between moments that I would shoot or slight changes of plan. In fact, one surprising in-between shot ended up to be my favourite image of the shoot. The very fact, that I’ve freed up my mind by having a detailed plan, made this in-between shot possible. Because I could take some time to just be instead of constantly thinking about what I could do next.

Top Values

Pre-visualizing is important for all creative projects – and even life itself. I`m throwing that out there while struggling to find a clear vision for my own life or career. Principles that are true for our creative projects are often similarly true for our lives. If you have a vision for how you want to live and be, well done! You are gonna take steps towards this vision while being relaxed enough to be open for surprising in-between moments, twists, and turns on the way.

For those of us, who like me struggle, it might be a good starting point to define our top values, our main purposes, that are important to us. For example, in my life and career, my top values are peace, faith, freedom, and pleasant company. So when making decisions or planning my time, I ask myself: Does this serve my purpose? This way I can move forward according to my values.

Vision Board

Writing this I`m reminded of a technique that I heard about years ago: Neuroscientist Dr. Tara Swart suggests creating a vision board. Like a collage with images out of magazines or prints or any visuals that remind you of what you want in life.

She says: “The whole look and feel of it should represent how you want your life to be. The visual images activate parts of your brain that resonate deeper down than if you write out a list of what you want. A list won’t have the same impact as if you repeatedly see these images. And when you’re going around your daily life, you’re more likely to notice opportunities to do things that you want in your life. If you see these images last thing at night before you go to sleep, it is going to make a stronger impression in your subconsciousness. And then, the next day, you’re much more likely to actually act on that if there’s a trigger that reminds you to do it at the time.”

By starting to apply this approach, I hope my vision will become clearer over time. How about you? Do you have a clear vision of how you want your life, your career, or your next project to look like? What`s your experience with this matter and do you have your own techniques for finding a vision for you?

Visualisiere

Diese Woche hatte ich zwei Fotoshootings. Eins war ein Portraitshooting und ich dachte, ich kann das spontan, ohne einen detaillierten Plan. Das Ergebnis war ok, aber nicht atemberaubend oder besonders. Fotografin Gina Milicia hat mir geraten, vorher genau zu visualisieren, was ich will: „Das Geheimnis eines tollen Portrait Shootings ist, sich das Bild, das du erreichen willst, vorher zu visualisieren und dann zusammen mit dem, den du fotografierst, daran zu arbeiten, dieses Bild zu schaffen.“

Das war ein super Rat – für mein zweites Fotoshooting habe ich ein detailliertes Storyboard vorbereitet und ich war viel zufriedener mit den Ergebnissen.  Das heißt nicht, dass ich keine spontanen “Zwischendurch-Momente” fotografiert habe, oder dass ich mich total steif an den Plan gehalten hätte. Tatsächlich war ein überraschender Zwischendurch-Shot mein Lieblingsbild des Tages. Aber gerade dadurch, dass ich meinen detaillierten Plan und daher meinen Kopf frei hatte, wurde dieser Zwischendurch-Shot erst möglich. Weil ich Zeit hatte, einfach zu sein, anstatt non-stop überlegen zu müssen, was ich als nächstes tun könnte.  

Top Werte

Visualisieren ist wichtig für alle kreativen Projekte – sogar für das Leben selbst. Ich sage das, ohne selbst eine klare Vision für mein Leben oder meine Karriere parat zu haben. 

Grundsätze, die für unsere kreativen Projekte gelten, sind oft auch auf das Leben selbst anwendbar. Wenn du dir genau ausmalen kannst, wie du leben und sein willst, ist das super! Du wirst eher Schritte in Richtung dieser Idee gehen, während du entspannt genug sein kannst, um offen zu sein für überraschende Zwischendurch-Momente auf dem Weg, für Abzweigungen oder Wendungen.

Für uns, die wir uns damit schwertun, könnte Folgendes ein guter Start sein:  Was sind die Werte, die uns am wichtigsten sind? Welches sind unsere Hauptziele, an denen uns am meisten liegt? In meinem Leben und meiner Karriere beispielsweise sind das Frieden, Glaube, Freiheit und angenehme Gesellschaft. Das heißt, wenn ich Entscheidungen treffe oder meine Zeit einteile, frage ich mich: Dient das meinen Zielen? So kann ich meinen wichtigsten Werten näherkommen.

Visions-Collage

Während ich das schreibe, fällt mir eine Technik ein, von der ich vor ein paar Jahren gehört habe: Gehirnforscherin Dr. Tara Swart schlägt vor, eine „Visions-Collage“ zu gestalten. Mit Bildern aus Magazinen oder Ausdrucken oder sonstigen visuellen Eindrücken, die uns daran erinnern, was wir im Leben wirklich wollen.

Sie sagt: „Der gesamte Look und das Gefühl der Collage sollte repräsentieren, wie du dir dein Leben wünschst. Bilder aktivieren Teile deines Gehirns, die einen tiefergehenden Effekt haben, als eine einfache Liste. Eine Liste hat nicht die gleiche Wirkung, wie wenn du immer wieder diese Bilder siehst. Im Alltag wirst du viel eher Möglichkeiten wahrnehmen, Dinge zu tun, die du in deinem Leben tun willst. Wenn du diese Bilder direkt vor dem Schlafengehen anschaust, dann wird das eine stärkere Wirkung auf dein Unterbewusstsein machen. Und dann, am nächsten Tag, wirst du viel eher danach handeln, wenn dich ein Auslöser daran erinnert.”

Ich teste das mal und hoffe, dass meine Vorstellung mit der Zeit klarer wird. Wie geht es dir mit dem Thema? Hast du eine genaue Vorstellung davon, wie dein Leben, deine Karriere, oder dein nächstes Projekt aussehen soll? Was ist deine Erfahrung damit und hast du deine eigenen Techniken, um eine Vision für dich zu finden?

Ditch that camera bag

camera without camera bag Nadine Wilmanns photography

Why having no camera bag can improve your photography

My friend was showing me her camera, that she`s just bought recently. We were just leaving the house to go for a coffee when I noticed her storing her camera back into her camera bag. “Aren`t you going to take it with you?” I asked. She hesitated. A camera bag is usually a rather ugly thing so I wouldn`t want to take it when going for a coffee with friends either. I would just hang my camera over my shoulder. “Oh, I`ll take the camera another time – it`s too heavy now”, my friend said.

It´s no surprise that this camera is only being picked up for occasions like holidays, birthdays, and other celebrations. The thing is, we can`t expect brilliant holiday pictures if we never pick up our cameras in our everyday life. We need to practice all the time to see these special moments and we need to get familiar with our camera. Plus, we don`t wanna miss the most special shots which our ordinary days provide. In fact, I find that pictures of the ordinary are THE most valuable and treasured pictures in years down the road.

Over your shoulder

Ditch that camera bag Nadine Wilmanns photography

So here`s where your camera is supposed to be: Hanging over your shoulder and ready to shoot. That means the lens cap is either at home or in our pocket. To protect the lens, I use a UV filter. This way I don`t have to fear scratches on my glass. And I don`t lose these seconds of thinking whether it`s worth taking my lens cap off. I just shoot. Oh, and I don`t use long lenses when I´m not on a photo job, but I use a tiny 35 mm prime lens, not more than 3 cm long. Nothing more annoying than a long lens banging against stuff when out and about.

A camera bag is even worse than a lens cap. Because until you have taken out your camera, the moment has most likely passed. And half the time you`re not taking a shot at all because you can`t be bothered to take the camera out of the bag.

Your camera is a tool, not a treasure

The only occasion when I would use a camera bag is when I`m on a photo job and it`s raining. For these occasions, I have an old cheap cooler bag that isn`t really capable of cooling things down but just keeps sandwiches from getting all soggy in the heat. I found it unused in my mom’s kitchen: it`s waterproof and even padded. When I`m not on a job and it`s raining I would just wear my camera under a longer jacket.

Keep in mind that your camera is a tool, not a shiny treasure to store safely in your closet. It`s made to be used. If it`s too heavy for you to take it with you in your everyday life, you`re gonna be better off with a lighter model. If you`re worried about something happening to your expensive gear, you`re better off buying cheap gear instead. A cheap little second-hand bought Olympus Pen that you`re actually using to the extreme is better for your photography than a high-end brand-new Leica that you`re afraid to break.

Remember that it`s the pictures that come out of your camera which are the true treasures, not the camera itself. There`s a nice interview with Magnum photographer Alex Webb on www.magnumphotos.com. He says: “Great photographs have been taken with all kinds of cameras—from Brownies to 8×10 cameras, from smartphones to 35mm cameras. These days, some photographers are taking remarkable photographs with smartphones. In the end, what’s most important is how one sees. The camera itself is merely a tool.”

Warum du ohne Kameratasche bessere Fotos machst

Meine Freundin zeigt mir ihre Kamera, die sie gerade neu gekauft hat. Wir brechen gerade auf, um Kaffee trinken zu gehen, als ich sehe, wie sie ihre Kamera zurück in die Kameratasche steckt. „Nimmst du die nicht mit?” frage ich. Sie zögert. Eine Kameratasche sieht normalerweise eher hässlich aus, deswegen hätte ich auch wenig Lust, sie zum Kaffeetrinken mitzunehmen. Meine Kamera hängt einfach über meiner Schulter. “Ach, ich nehme die Kamera mal wann anders mit – gerade ist sie mir zu schwer”, antwortet meine Freundin.

Es überrascht nicht, dass diese Kamera nur für Urlaube, Geburtstage und andere Feiern hervorgeholt wird. Sie Sache ist die: Wir können nicht erwarten, dass wir im Urlaub super Bilder schießen, wenn wir unsere Kamera im Alltag nie verwenden. Wir müssen dauernd üben, um diese besonderen Momente zu sehen und vor allem müssen wir mit unserer Kamera wirklich vertraut sein. Außerdem wollen wir doch nicht diese besonderen Schnappschüsse verpassen, die uns unser Alltag bietet. Tatsächlich finde ich die Alltagsbilder nach Jahren die am Allerwertvollsten.  

Über deiner Schulter

Ditch that camera bag Nadine Wilmanns photography

Hier ist also wo deine Kamera sein sollte: Über deiner Schulter hängend und schussbereit. Das heißt, dass dein Objektivdeckel entweder zu Hause oder in deiner Tasche ist. Um das Objektiv zu schützen, benutze ich einen UV-Filter. So muss ich mir wegen Kratzern keine Sorgen machen. Und ich verliere nicht diese Sekunden des Nachdenkens, ob es sich lohnt, den Kameradeckel runterzumachen oder nicht. Ich mache einfach das Bild. Oh, und ich verwende keine langen Objektive, wenn ich nicht auf einem Fotojob bin. Stattdessen verwende ich ein kleines 35mm Objektiv mit Festbrennweite, das nicht länger als drei Zentimeter ist. Nichts Nervigeres als ein langes Objektiv, das ständig gegen etwas stößt, wenn man unterwegs ist.

Eine Kameratasche ist noch ungünstiger als ein Kameradeckel. Denn bis du deine Kamera aus der Tasche geholt hast, ist der Moment wahrscheinlich vorbei. Und oft machst du erst gar kein Bild, weil es so umständlich ist, diese Kamera erst aus der Tasche zu holen.

Deine Kamera ist ein Werkzeug, kein Ausstellungsstück

Der einzige Anlass, wenn ich eine Kameratasche verwende, ist wenn ich auf einem Fotojob bin und es regnet. Für diese Anlässe habe ich eine alte billige Kühltasche, die nicht so richtig kühlt, sondern höchstens ein Sandwich einigermaßen vor Hitze schützen kann. Ich hab diese Kühltasche unbenutzt in der Küche meiner Mutter gefunden – sie ist wasserdicht und sogar gepolstert. Wenn ich nicht für einen Job unterwegs bin und es regnet, dann trage ich meine Kamera einfach unter einer langen Jacke.

Mach dir klar, dass deine Kamera ein Werkzeug ist, nicht ein Ausstellungsstück, das du sicher in deinem Schrank abschließt. Sie ist zum Benutzen gemacht. Wenn eine Kamera zu schwer für dich ist, um sie in deinen Alltag zu tragen, dann bist du mit einem leichteren Modell besser beraten. Wenn du dir Sorgen machst, dass deiner teuren Ausrüstung etwas passiert, dann wäre es vermutlich besser, dir billigere Sachen zuzulegen. Eine günstige Second-Hand gekaufte Olympus Pen, die du tatsächlich auch benutzt, ist für deine Fotografie besser als eine neue Leica, …..

Denk daran, dass es die Bilder sind, die aus der Kamera kommen, die die wirklichen Schätze sind, nicht die Kamera selbst. Es gibt ein schönes Interview mit Magnum Fotograf Alex Webb auf www.magnumphotos.com. Er sagt: “Tolle Fotos wurden mit allen möglichen Kameras gemacht – ob mit Brownies oder 8×10 Kameras, ob mit Smartphones oder 35mm Kameras. Heute machen Fotografen bemerkenswerte Bilder mit Smartphones. Am Ende ist das was zählt, wie jemand sieht. Die Kamera selbst ist nur ein Werkzeug.”

Self-image

pictures and us

Pictures and us

When chatting with photographer Christof Sage about photography the other day, he showed me some portraits of himself. And he brought me one magazine where his picture was on the cover and said: “…and that`s how he (the photographer who has taken that picture) has seen me.”

I found it interesting that he framed it this way. Our self-image is usually different from how others see us – and different from how we really look. In fact, some scientists have done experiments that show that we tend to think of ourselves as better looking than we are in reality ( https://en.m.wikiversity.org/wiki/Interpersonal_attraction )

Photos and self-image

I know people who run as soon as they see a camera pointed at them. As a teenager when I was very uneasy about how I looked, I used to do the same. My bad – meanwhile I would be glad if I had more pictures of myself from twenty years ago. Now, I think it`s truly nice when somebody bothers to take a picture of me.

I like when people send me photos of myself. Not because I`m so in love with my looks, but because I just find it really interesting. We usually don`t get to see ourselves from other angles than the one our mirror provides. So, I feel like I get to know myself more. And my self-image becomes more complete. And by seeing more and more pictures of myself, I m less surprised about how I look and just get used and comfortable with it.

With a more accurate self-image, I feel freer to BE and don`t need to run. I then can be more open because I don`t have to constantly wonder and worry or even fear how others might see me. Because I know how I look.

Wonderfully made

Most of all, I want to not take myself so overly seriously. So, I`ve got a big nose – well, there certainly are more serious issues than that in this world and as long as it is enabling me to breathe, I don`t want to be ungrateful. There is a Psalm I like that says: “I praise you, for I am fearfully and wonderfully made. Wonderful are your works; my soul knows it very well…” It`s true: when I criticize my looks, I kind of feel, that this is such a wrong and ungrateful thing to do. I want to look at my picture saying: Yes that`s me, with a beating heart that is capable to hope, and a mouth that is able to smile bright.

Bilder und wir

Als ich mich neulich mit Fotograf Christof Sage über Fotografie unterhalten habe, zeigte er mir ein paar Portraits von ihm. Er brachte ein Magazin, auf dem sein Portrait auf dem Cover war, mit den Worten: “…und so hat er (der Fotograf, der das Bild gemacht hat) mich gesehen.“

Das fand ich interessant, dass er das so formuliert hat. Unser Selbstbild ist ja normalweise nicht deckungsgleich mit dem Bild, das andere von uns haben – und entspricht auch nicht der Realität. Tatsächlich haben einige Wissenschaftler Experimente gemacht, die zeigen: Wir halten uns in der Regel für besser aussehend, als wir in Wirklichkeit sind (https://en.m.wikiversity.org/wiki/Interpersonal_attraction).

Wenn du weißt, wie du aussiehst, brauchst du nicht wegzurennen

Ich kenne Leute, die sofort wegrennen, wenn sie eine Kamera auf sich gerichtet sehen. Als Teenie, als ich mich noch sehr unwohl damit gefühlt habe, wie ich aussehe, habe ich das auch gemacht. Mein Pech – mittlerweile wäre ich froh, wenn ich mehr Fotos von mir von vor 20 Jahren hätte. Jetzt denke ich, es ist besonders nett, wenn sich jemand die Mühe macht, ein Bild von mir zu machen.

Ich mag es, wenn Leute mir Fotos von mir schicken. Nicht weil ich mich so gutaussehend finde, sondern weil ich es wirklich interessant finde. Wir sehen uns normalerweise nicht aus anderen Winkeln als dem, den unser Spiegel uns bietet. Also habe ich das Gefühl, mich so besser kennenzulernen. Und wenn ich mich öfter mal auf Bildern sehe, bin ich immer weniger überrascht davon, wie ich aussehe und gewöhne mich daran.

Ich muss dann nicht mehr wegrennen. Ich kann offener sein, weil ich mich nicht dauernd frage, wie andere mich sehen könnten. Weil ich ja weiß, wie ich aussehe.

Wunderbar gemacht

Vor allem will ich mich selbst nicht so wichtig nehmen. Dann hab ich eben eine große Nase – es gibt sicherlich wichtigere Probleme auf dieser Welt und solange ich mit ihr atmen kann, will ich nicht undankbar sein. Es gibt einen Psalm, den ich mag: “Ich danke dir dafür, dass ich so sorgfältig und wunderbar gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke; meine Seele weiß es.” Das stimmt schon: Wenn ich an meinem Aussehen rummeckere, weiß ich gleichzeitig, dass das so falsch ist. Ich will ein Bild von mir anschauen und sagen: Ja, das bin ich, mit einem schlagenden Herzen, das hoffen kann und einem Mund, der lachen kann.

Christof Sage

magazine press interview Nadine Wilmanns photography

"There`s no such thing as can`t."

In Conversation with Christof Sage

If I was to name all the celebrities that Christof Sage (www.sage-press.de) has photographed it would probably take hours. Bill Clinton, Arnold Schwarzenegger, Morgan Freeman, …. even Pope and Queen. And of course all the celebs in his home country Germany – Angela Merkel Thomas Gottschalk, Boris Becker,… Attached to the shoulder straps of his cameras are hundreds of admission wristbands of all the big events that he`s been to as a press photographer. For years Christof Sage was traveling for magazines in order to photograph the most famous people in this world. Now, he has published his own glossy magazine – “Sage”. We met up in his home in Stuttgart-Filderstadt.

Christof, there are so many wanting to be high-profile photographers. Yet, only few make it. Why did you make it to the top?

That has to grow. You start in your twenties by getting into events. After time, people see you more and more often, if you present yourself well in terms of looks and attitude. But that takes years. In the Seventies, I attended the most important events. Then you get booked. In the Eighties, I photographed international celebrities at the set of the famous TV-Show “Wetten, dass…”. I started from the bottom. Things didn`t come easy, I wasn`t left with an inheritance or anything, I have worked very hard and with great diligence to achieve this.

Would you have thought, when you were twenty years old, that you would be photographing people like Bill Clinton one day?

No, I only knew that I wanted to have a house and a Porsche when I`m 60. I advise young people: You need to have a goal in mind. Where do you want to be when you`re 60? You need to divide and plan your life – what do you do between the ages of 20 and 30, 30 and 40? Before starting an apprenticeship, ask yourself: Do you have fun doing what you do? It`s not about money, you need to have love. I really do enjoy working with people. I have been working in a hundred different countries. That`s not that easy to achieve as a photographer. It worked out because I have worked twice as much as others, 17 hours each day. It requires great diligence – but that all comes back to you.

“It`s not about money, you need to have love.”

 

Christof sage interview Nadine Wilmanns photography

Why did you choose people-photography as your thing? I mean you could have as well become, say, for example, a landscape photographer, couldn`t you?

I love humans. The press likes to call me a celebrity photographer, but in fact, I`m a communication photographer, a people photographer – I photograph people. And communication is very important for my job: You have to do a warm-up with people. You can`t just place yourself in front of people`s faces – “Here we go!” But you need to make people loosen up. Only once you managed to do that, you can start taking photos. You should see me photographing abroad: I often don`t understand the language, but I joke, and they understand me at once.

Christof sage interview Nadine Wilmanns photography
Press interview Nadine Wilmanns photography

You take pictures of people who don`t necessarily look like models, who need to look as good as possible on photos though – after all, they`re in the public eye. Are you retouching a lot?

I don`t have time for retouching. I`ve got jobs that are demanding 400 portraits in one day – from morning to late in the evening. You`ve got 30 to 60 seconds for each person, you can exchange a few words only. I give directions, make chit-chat, say „Stand like this or like that” – then, boom – photo. That`s a different way of photographing than it`s commonly known. That is fun, but only very few photographers have that skill. That`s what I`m getting booked for. People know: When Sage is in the house, everything runs like clockwork.

Sounds great – but as well like a lot of pressure…

Well, I need to be quick. The camera is pre-set – I don`t have time to configure settings when I`m shooting. The camera has to run in burst mode. The photographer Helmut Newton once asked me at an event: “Why do you use flash? You don`t need to – look, I photograph using only ambient light.” But he was no contract photographer. He was there for fun, not to deliver contract work. My work is about being fast. When I`m at a horse race I have to photograph 200 couples, approach everyone, observe who belongs to whom, when is which person at which table. Then you need to act fast, everything has to be done chop chop. That`s a completely different way of working. I do enjoy photographing these kinds of events – I`m in full action and completely in my element.

Christof sage interview Nadine Wilmanns photography

Do you have a career highlight, maybe a photograph, that you love the most?

I don`t have that. Every photo is important to me. I have attended great events and am very grateful for that. If I set myself a goal I make it happen. There`s no such thing as can`t. Sometimes it needs three or four attempts. It has taken me years to get to know the right people to get accreditation for events like the Golden Globes. But that`s what makes it exciting. If you really want to achieve something, then you will succeed. But you won`t if you just try half-heartedly – then you`ll never make it. One has to be born to work independently, it`s not everybody’s cup of tea.

Christof sage interview Nadine Wilmanns photography
Christof sage interview Nadine Wilmanns photography

“If you really want to achieve something, then you will succeed. But you won`t if you just try half-heartedly – then you`ll never make it.”

Your career started with film photography. How did you perceive the switch to digital?

Digital cameras have changed my work for the better. First, we refused to make the change, but only half a year in we bought the first digital camera for about 16000 Euro. You can now take better pictures with a smartphone than with that camera. When on delegation trips with the former chancellor Helmut Kohl and fellow politician Erwin Teufel the German press agency dpa wanted photos of every day. I had to transport camera films accompanied by escort vehicles. And while doing that I was missing on site. With digital everything was so much quicker and less complicated.

That`s quite a sign of trust that people like the former chancellor would take you on their state visits...

It`s been written about me: „Discretion is his life insurance“. When traveling with famous people you hear and see a lot of confidential things. Until this day I have been keeping my word of honor. Whatever private matters I would see or hear, I would never make them public. Only few are able to keep that word – there are people selling secrets and photos that aren`t meant for the public eye for 50 Euro.

And now there`s another milestone in your career: You`ve just published your very own magazine “Sage”!

You need to come up with new things all the time. Ask yourself: Where are my strengths? And then work on them further. Have new ideas. Where can I place my work on the market? Because of COVID, all events are being canceled for more than a year now, everything takes place online, so press photographers have nothing to photograph. Therefore I thought: If I can`t photograph, I have other people photograph for me and publish my own magazine “Sage”. Just lounging around or tidying my office all day isn`t for me. The magazine is a success – almost all copies have sold and I have to print more now.

magazine press interview Nadine Wilmanns photography

"Geht nicht gibt`s nicht."

Im Gespräch mit Christof Sage

Wollte ich alle Stars und Sternchen aufzählen, die Christof Sage (www.sage-press.de) schon fotografiert hat, säße ich vermutlich noch in zwei Stunden an dieser Aufzählung. Bill Clinton, Arnold Schwarzenegger, Morgan Freeman, …- sogar Papst und Queen. Und natürlich sämtliche Bekanntheiten aus Deutschland – Angela Merkel, Thomas Gottschalk, Boris Becker, und und und. An den Schultergurten seiner Kameras hängen hunderte von Eintrittsbändchen von all den großen Veranstaltungen, die er als Pressefotograf besucht hat. Jahrelang war er für Magazine unterwegs, um die berühmtesten Menschen dieser Welt abzulichten. Jetzt hat er sein eigenes Hochglanzmagazin herausgebracht – „Sage“. Wir haben uns in seinem Zuhause in Filderstadt getroffen.

Mensch, Christof, es gibt so viele, die Top-Fotograf werden möchten. Nur die Allerwenigsten schaffen es – warum hast du`s geschafft?

Sowas muss wachsen. Du fängst mit zwanzigmal an, in Veranstaltungen reinzukommen. Irgendwann sehen dich die Leute immer öfter, wenn du dich optisch und menschlich gut verkaufst. Das dauert aber Jahre. In den 70er Jahren war ich bei den wichtigsten Events dabei. Dann wirst du gebucht. In den 80er Jahren habe ich bei der Fernsehshow „Wetten, dass…“ Weltstars fotografiert. Ich habe bei null angefangen. Mir wurde nichts geschenkt, ich habe nichts geerbt, habe mir alles selbst hart erarbeitet – mit sehr viel Fleiß.

Hättest du mit zwanzig gedacht, dass du mal Leute wie Bill Clinton fotografierst?

Nein, ich wusste nur, dass ich mit sechzig ein Haus und einen Porsche möchte. Ich rate jungen Menschen immer: Ihr braucht ein Ziel vor Augen: Wo wollt ihr mit 60 sein? Ihr müsst euch das Leben einteilen – was macht ihr von 20 bis 30, von 30 bis 40? Bevor ihr eine Ausbildung beginnt, überlegt euch: Habe ich eigentlich Spaß an dem was ich mache? Es geht nicht ums Geld, du brauchst Liebe dafür. Mir macht es Freude, mit Menschen zu arbeiten. Ich habe in hundert Ländern auf der Erde gearbeitet. Das musst du als Fotograf erstmal schaffen. Das hat funktioniert, weil ich doppelt so viel gearbeitet habe, als die anderen, jeden Tag 17 Stunden. Du musst sehr viel Fleiß aufbringen – aber das kommt dann alles zurück.

“Es geht nicht um`s Geld. Du brauchst Liebe dafür.”

Christof sage interview Nadine Wilmanns photography
Christof sage interview Nadine Wilmanns photography

Warum hast du dir People-Fotografie als Spezialität ausgesucht? Du hättest ja auch sagen wir mal Landschaftsfotografie machen können?

Ich liebe die Menschen. Die Presse betitelt mich gerne als Promi- oder Star-Fotograf, aber eigentlich bin ich Kommunikationsfotograf, People-Fotograf – ich fotografiere Menschen. Und Kommunikation ist dabei wichtig: Du muss mit den Leuten erstmal ein Warm-up machen. Du kannst dich nicht einfach hinstellen – „so jetzt geht`s los“. Sondern, du musst die Leute auflockern. Erst wenn du das geschafft hast, kann`s losgehen. Du solltest mich mal sehen, wenn ich im Ausland fotografiere: Ich verstehe die Sprache oft nicht, mache einen Witz daraus und die anderen verstehen mich sofort.

Du fotografierst ja Menschen, die nicht unbedingt wie Models aussehen, aber auf Fotos möglichst gut aussehen müssen – schließlich stehen sie in der Öffentlichkeit. Bist du da viel am Retuschieren?

Zeit für Retuschieren habe ich nicht. Ich habe Aufträge, da mache ich 400 Portraits an einem Tag – von morgens bis abends. Da hast du für jeden 30 bis 60 Sekunden, zwei Sätze. Ich führe Regie, halte kurz Small-Talk, sage schon mal „Steh so oder so“ – dann, zack – Foto. Das ist eine andere Art zu fotografieren, als man es für gewöhnlich kennt. Das macht Spaß, aber das können wirklich nur wenige Fotografen. Dafür werde ich gebucht – die Leute wissen: wenn Sage da ist, läuft`s.

Klingt super – aber ja, auch nach Druck...

Bei mir muss es schnell gehen. Die Kamera ist voreingestellt – ich habe keine Zeit, noch Sachen einzustellen. Der Motor muss laufen. Der Fotograf Helmut Newton fragte mich mal auf einer Veranstaltung: „Warum verwendest du Blitz? Das brauchst du doch nicht – schau, ich fotografiere mit dem Licht, das da ist“. Aber er ist kein Auftragsfotograf. Er war da zum Vergnügen, nicht um Auftragsarbeit abzuliefern. Bei mir geht es um Schnelligkeit. Bei einem Pferderennen muss ich 200 Paare durchfotografieren, muss auf jeden zugehen, muss beobachten, wer gehört zu wem, wann ist wer an welchem Tisch. Da musst du schnell handeln, alles muss zack-zack gehen, das ist eine ganz andere Arbeit. Ich muss volle Leistung bringen. Und nach zwei Stunden ist es vorbei. Solche Events machen mir Spaß – da bin ich in Action, ganz in meinem Element.

Christof sage interview Nadine Wilmanns photography
press interview Nadine Wilmanns photography

Hast du ein Karriere-Highlight, ein Foto, über das du dich besonders freust?

Sowas habe ich nicht. Für mich ist jedes Foto wichtig. Ich habe tolle Veranstaltungen mitgemacht und bin dafür sehr dankbar. Wenn ich mir Ziele setzte, verwirkliche ich sie. Geht nicht gibt`s nicht.  Manchmal braucht es drei oder vier Anläufe. Es hat Jahre gedauert, um die richtigen Leute kennenzulernen, um Akkreditierungen für Veranstaltungen wie die Golden Globes zu bekommen. Aber darin liegt der Reiz. Wenn man etwas wirklich erreichen will, dann erreicht man es auch. Aber nicht, wenn man etwas halbherzig macht – dann schafft man`s nie. Für das selbständige Arbeiten muss man geboren sein, das liegt nicht jedem.

Christof sage interview Nadine Wilmanns photography
Christof sage interview Nadine Wilmanns photography

“Wenn man etwas wirklich erreichen will, dann erreicht man es auch. Aber nicht, wenn man etwas halbherzig macht – dann schafft man`s nie.”

Du hast deine Karriere ja noch mit Film begonnen. Wie hast du den Wechsel zur Digitalfotografie erlebt?

Digitalkameras haben meine Arbeit zum Positiven verändert. Erst wollten wir den Wechsel nicht mitmachen, aber schon nach einem halben Jahr haben wir unsere erste digitale Kamera für 16 000 Euro gekauft. Da machst du heute mit dem Handy bessere Bilder, als damit. Bei den Delegationsreisen mit Helmut Kohl und Erwin Teufel wollte die dpa jeden Tag Fotos. Ich musste oft Filme mit Eskorte-Fahrzeugen transportieren – und habe in der Zeit dann vor Ort gefehlt. Digital geht alles viel schneller und unkomplizierter.  

Das ist ein ganz schön großer Vertrauensbeweis, wenn dich Leute wie der ehemalige Bundeskanzler zu Reisen mitnehmen...

Über mich wurde geschrieben: „Diskretion ist seine Lebensversicherung“. Wenn du mit bekannten Menschen unterwegs bist, hörst und siehst du viel Vertrauliches. Bis zum heutigen Tag gilt mein Ehrenwort. Egal welche vertraulichen Sachen ich höre oder sehe, ich würde damit nie an die Öffentlichkeit gehen. Das können die Wenigsten – es gibt ja Leute, die für 50 Euro Geheimnisse verraten oder Bilder verkaufen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Und jetzt gibt`s einen neuen Meilenstein in deiner Karriere: du hast dein eigenes Magazin „Sage“ herausgebracht!

Du musst dir immer neue Sachen einfallen lassen. Dich immer fragen: wo liegen meine Stärken? Und die ausarbeiten. Neue Ideen haben. Wo kann ich meine Art von Arbeit an den Mann bringen? Bei uns Presse-Fotografen sind wegen Corona seit einem Jahr alle Events abgesagt, alles nur noch online, nichts mehr zu fotografieren. Daher habe ich mir gedacht: wenn ich nicht fotografieren kann, lasse ich fotografieren und gebe mein eigenes Magazin „Sage“ heraus. Die ganze Zeit herumliegen und Büro aufräumen, das ist nichts für mich. Das Magazin ist ein Erfolg – fast alle Exemplare sind verkauft und ich muss bereits nachdrucken.

Magazine press interview

Daniela Reske

photographer Daniela Reske

„You mustn`t be a perfectionist when doing documentaries“

„You mustn`t be a perfectionist when doing documentary“

photographer Daniela Reske

In Conversation with Daniela Reske

Finally, I start what I`ve had in my mind for a while now: Every now and then I want to interview creatives whose work I find inspiring – photographers, fashion designers and other artists. We can learn so much from each other! Generally, I want to get into the habit of asking questions and most importantly of truly listening. My first interview for this blog is with one of my very favourite photographers, Daniela Reske. She has her studio in Reutlingen-Oferdingen/Germany, and documents weddings internationally. Her pictures are like cinema – one-of-a-kind storyworlds filled with feeling and special moments. We met in her studio, a former boathouse by a river with huge old windows and a cozy fireplace.

Daniela, when I look at your work, I feel like in a movie that I want to keep on watching. How did you get to your unique visual language?

I have always been intrigued by journalism, by pictures that are conveying the moment. When I started out as a photographer twelve years ago, the reportage approach in weddings wasn`t mainstream yet. It was offered by only a few photographers. In the US this approach of documenting the entire day had been common for some time though. Today, wedding documentaries are pretty much standard. I loved the idea of having a photo album that enables people to relive that special day. When are friends and family ever all together? To me it`s important to show what`s happening in a genuine way, to truly document.

How do you put that into practice?

I use a 35 mm prime lens. That makes my pictures look very cinematic. Instead of the typical portrait, I rather capture scenes. I have looked at photographs that I liked and analyzed them: How are things done technically? What do I need to master as a photographer? How do I need to act in order to enable these scenes and moments to unfold in front of me? I must not attract attention. Which challenges the use of a 35 mm lens. So, I have to be even more unobtrusive. This technique is a big part of my work. I don`t use zoom lenses, but I walk instead. And I know how I need to move.

“To me it`s important to show what`s happening in a genuine way, to truly document.”

photographer Daniela Reske

Don`t you find that oftentimes people are immediately alarmed when they feel a camera pointed at them, either looking straight into the camera or turning away?

Often you can catch a funny moment when a person looks straight into the camera in just that moment when you want to press the shutter. When there`s a lot of interaction it`s easier for me. The more hustle and bustle the better. But I generally act very unobtrusive and am hardly noticed. However, at weddings, people are dressed up and want to be photographed. Because of its defined context, a wedding is an opportunity for many good photos – it certainly is different from going into town to take pictures.

What makes a good picture for you?

If it tells a story and if it`s touching – moving in any way and be it in a negative way. Of course, I`m pleased if the composition and light are right, too. But not the perfect picture is the good one. A trivial subject matter that`s captured with perfection often contains no emotion. A good picture is the one that conveys feeling and communicates the moment.

So you can overlook flaws, for example when something is out of focus what really should be in focus?

If a potentially good picture is so blurred that I can`t use it, that of course annoys me. As I work a lot with my aperture wide open, it happens often, that something isn`t quite perfectly in focus. I can handle that. I think of the movies, where the focus is moved to the ear for the skin to look smoother. You must not be a perfectionist when doing documentaries, otherwise, you`ll end up unhappy. A picture has to communicate a strong story and strike a chord with the viewer. Everything else is a minor matter. That`s what I like about reportage.

photographer Daniela Reske
Photographer Daniela Reske

Do you sometimes have nightmares about missing important moments at a photo event?

The evidently important moments, like the kiss after the wedding ceremony, are certainly must-haves. When it comes to these moments, I take no risks, but I don`t expect any artistic masterpieces either. The truly brilliant pictures are captured in other situations. You cannot be everywhere at the same time, you can`t get everything, because so much is happening simultaneously. I am alert and focused and I pay close attention to what`s going on around me. At a wedding, I`m with the couple already in the morning, when they prepare for the day. I then notice which people are most important to them, who have a special relationship with them. Those, I want to capture often. I don`t search for moments, but I keep my eyes and my mind wide open.

During conventional photo shoots, narrative moments don`t necessarily happen just like that. Nevertheless, you manage to maintain your expressive imagery…

Generally, I try to keep photoshoots as natural as possible. I don`t have a plan of how the people are supposed to look in the photos. I always try to find out, what they are here for, and what attracted them to my images. In my photos, I try to reveal relationships. I don`t dictate poses. I set the context in order to allow the happenings to unfold freely. It`s very important that I show up easy-going, confident, and relaxed. So that the people in front of the camera can let go. If I`m insecure the shooting is not going to succeed. Confidence comes with practice though.

After twelve years working as a photographer you probably have a lot of that – say, how did you get into photography at all?

At school, we built a Camera Obscura, a pinhole camera. I was completely in awe. I have always been a visual person. When I had my daughter, I started to photograph her. A friend asked me to photograph her wedding. That`s how I got to my first portfolio images. Before I had been working in marketing and I was very media-savvy. That helped me to become visible and prominent as a self-employed creative.

Photographer Daniela Reske

“In my photos, I try to reveal relationships.”

What have your biggest challenges as a photographer been?

I find it difficult when people have a fixed image of how they want to come across. This is especially common in the business sector. I then feel like I have to put them in a costume, which I can`t. A challenge for every photographer is peoples` harsh self-criticism. Sometimes, while I`m photographing someone, that person points out that certain flaws can be retouched later. That`s when I start to communicate that I`m not here to make them slimmer. Of course, I picture everyone in an appealing, aesthetically pleasing way. If people aren`t at peace with themselves, I can`t do anything about that as a photographer though. I see the opposite, too: Last year, I had beautiful shootings with women, who told me that they wanted to be photographed because they feel they`re now at peace with themselves.

You were the co-author of a book and you initiated workshops – are there any new projects on the horizon?

When the situation allows it, I will certainly offer workshops again. Together with a friend and colleague, I have opened an online shop where we sell prints. And I`m sure we`ll do some exhibitions again.

„Du darfst bei Reportagen nicht perfektionistisch sein“

„Du darfst bei Reportagen nicht perfektionistisch sein“

photographer Daniela Reske

Im Gespräch mit Daniela Reske

Endlich beginne ich, was ich schon lange vorhatte: Eine lose Interviewserie mit Kreativen, deren Arbeit ich beeindruckend finde – Fotografen, Modedesigner und andere Künstler. Es gibt so viel zu lernen! Generell möchte ich mir angewöhnen, viele Fragen zu stellen und vor allem gut zuzuhören. Mein erstes Interview ist mit einer meiner Lieblingsfotografinnen: Daniela Reske. Sie hat ihr Atelier in Reutlingen-Oferdingen, reist aber auch schon mal ins Ausland, um Hochzeiten zu dokumentieren. Ihre Bilder sind wie Kino – einzigartige Erzählwelten, voller Gefühl und besonderer Augenblicke. Wir haben uns in ihrem Atelier getroffen, einem ehemaligen Bootshaus am Fluss mit riesigen alten Fenstern und gemütlichem Kaminfeuer.

Daniela, wenn ich mir deine Arbeiten anschaue, komme ich mir vor wie in einem Film, den man immer weiter schauen möchte. Wie bist du zu deiner besonderen Bildsprache gekommen?

Mich hat schon immer das Journalistische interessiert – Bilder, die im Moment passieren. Als ich vor zwölf Jahren als Fotografin begonnen habe, war die Hochzeitsreportage noch nicht so etabliert. Es gab nur eine Handvoll Fotografen, die das gemacht haben. In den USA gab es die Bewegung schon länger, dass der ganze Tag begleitet und dokumentiert wird. Heute ist die Reportage im Hochzeitsbereich ja fast Standard. Ich fand die Idee schön, dass das es am Ende ein Album gibt, mit dem man diesen besonderen Tag nacherleben kann. Wann sind Freunde und Familie schon mal alle zusammen? Wichtig ist mir, das Geschehen so festzuhalten, wie es tatsächlich passiert ist – also wirkliche Reportage-Arbeit.

Wie setzt du das praktisch um?

Ich fotografiere mit 35 mm Festbrennweite. Dadurch wirken die Bilder sehr filmisch. Statt klassischen Portraits, fange ich eher Szenen ein. Ich habe mir Sachen angeschaut, die mir gefallen haben und habe mir dann überlegt: Wie ist das technisch gelöst? Was muss ich als Fotografin können? Wie muss ich mich verhalten, damit diese Szenen und Momente vor mir geschehen können? Ich muss unauffällig sein. Das steht eigentlich im Widerspruch zu den 35 mm, also erfordert es noch mehr Zurückhaltung von mir. Die Technik ist ein großer Teil meiner Arbeit. Ich zoome nicht, sondern laufe. Und ich weiß, wie ich mich bewegen muss.

“Wichtig ist mir, das Geschehen so festzuhalten, wie es tatsächlich passiert ist – also wirkliche Reportage-Arbeit.”

photographer Daniela Reske

Geht es dir nicht oft so, dass Leute sofort verschreckt her – oder weg – schauen, sobald eine Kamera auf sie gerichtet wird?

Oft erwischt man einen witzigen Moment, wenn eine Person gerade in die Kamera schaut. Wenn viel Miteinander stattfindet, ist es einfacher für mich. Je trubeliger, desto besser. Aber ich verhalte mich eben sehr zurückhaltend und werde dann fast nicht mehr wahrgenommen. Auf Hochzeiten ist es außerdem so, dass sich alle schön zurechtgemacht haben. Die Leute wollen dann auch fotografiert werden. Durch den definierten Rahmen ermöglicht eine Hochzeit immer viele gute Bilder – anders als würde man einfach in die Stadt gehen und fotografieren.

Was macht für dich ein gutes Bild aus?

Wenn es eine Geschichte erzählt und berührt – auf irgendeine Art und Weise, das kann auch negativ sein. Natürlich freut es mich, wenn dazu noch Komposition und Licht stimmen. Aber nicht das perfekte Bild ist das Gute, sondern das emotionale Bild, das den Moment rüberbringt. Ein gewöhnliches Motiv, bei dem alles perfektioniert ist, hat dagegen oft keine Emotion.

Dann kannst du also gut darüber hinwegsehen, wenn zum Beispiel mal was nicht ganz scharf ist, was eigentlich im Fokus sein sollte?

Wenn ein potentiell gutes Bild unbrauchbar unscharf ist, ärgert es mich natürlich. Ich arbeite viel offenblendig, da passiert es schnell, dass der Fokus nicht perfekt ist. Damit kann ich gut umgehen. Ich denke da an den Film, bei dem absichtlich der Fokus aufs Ohr gelegt wird, damit die Haut schöner wirkt. Du darfst bei Reportagen nicht perfektionistisch sein, sonst wirst du unglücklich. Ein Bild soll starke Geschichten erzählen und emotional berühren, das andere ist Nebensache. Gerade das mag ich an der Reportage.

photographer Daniela Reske

Hast du manchmal Alpträume, wichtige Momente eines Fotoevents zu verpassen?

Die vordergründig wichtigen Momente, wie der Kuss nach der Trauung, sind natürlich Must-Haves. Da gehe ich einfach auf Sicherheit und erwarte keine großen Kunstwerke. Die wirklich guten Bilder mache ich an anderen Stellen. Du kannst nicht immer überall sein, kannst nicht alles erwischen, denn es geschieht ja so viel gleichzeitig. Ich bin aufmerksam und fokussiert und achte darauf, was um mich herum passiert. Weil ich schon morgens bei den Vorbereitungen dabei bin, bekomme ich mit, wer die wichtigen Menschen im Umfeld des Paares sind, wer einen besonderen Bezug hat. Da schaue ich, dass die oft festgehalten sind. Ich suche die Momente nicht, sondern ich halte Augen und Geist offen.

Bei klassischen Fotoshootings kommen erzählende Momente nicht unbedingt von selbst. Trotzdem schaffst du es auch da, deine ausdrucksstarke Bildsprache beizubehalten...

Auch Fotoshootings versuche ich so natürlich wie möglich zu halten. Ich habe keinen Plan im Kopf, wie die Menschen auf den Bildern aussehen sollen. Ich versuche immer herauszufinden, warum sie hier sind, was sie an meinen Fotos angezogen hat. Auf den Bildern versuche ich, Beziehungen zu zeigen und gebe keine Posen vor. Ich konstruiere den Rahmen, um dann möglichst viel dem Geschehen selbst zu überlassen. Wichtig ist, dass ich als Fotografin Coolness, Selbstverständlichkeit und Entspanntheit mitbringe, damit die Menschen vor der Kamera loslassen können. Wenn ich unsicher bin, wird das Shooting nichts. Sicherheit kommt aber mit Übung.

Davon hast du nach zwölf Jahren als Fotografin bestimmt viel - sag mal, wie bist du eigentlich überhaupt zur Fotografie gekommen?

In der Schule haben wir eine Kamera Obscura gebaut, das hat mich total begeistert. Ich war immer ein visueller Mensch. Als meine Tochter da war, habe ich angefangen, sie zu fotografieren. Eine Freundin hat mich gefragt, ob ich ihre Hochzeit fotografiere und so hatte ich meine ersten Bilder. Vorher habe ich im Marketing gearbeitet und ich war sehr medienaffin. Das hat mir als selbständige Kreative geholfen, sichtbar zu werden.

photographer Daniela Reske

“Auf meinen Bildern versuche ich, Beziehungen zu zeigen.”

Was waren oder sind deine größten Herausforderungen als Fotografin?

Schwierig wird es, wenn Menschen eine zu konkrete Vorstellung davon haben, wie sie wirken möchten. Das kommt vor allem im Business-Bereich vor. Ich habe dann das Gefühl, ich muss ihnen ein Kostüm anziehen, was ich ja gar nicht kann. Eine Herausforderung für jeden Fotografen ist, dass Menschen oft sehr selbstkritisch sind. Manche weisen schon während des Shootings darauf hin, dass man ja retuschieren könne. Da fange ich bereits an, zu vermitteln, dass ich als Fotograf nicht dazu da bin, sie schlanker zu machen. Natürlich fotografiere ich jeden schön und ästhetisch ansprechend. Wenn Menschen mit sich selbst nicht im Reinen sind, dann kann ich da als Fotograf nichts machen. Ich erlebe auch das Gegenteil: Letztes Jahr hatte ich sehr schöne Shootings mit Frauen, die sagten, sie wollen intimere Fotos von sich, weil sie jetzt mit sich im Reinen sind.

Du hast ja bereits an einem Buch mitgeschrieben, hast Workshops initiiert – gibt`s gerade neue Projekte bei dir?

Wenn es die Situation zulässt, werde ich in Zukunft sicher wieder Workshops anbieten. Mit einem Freund und Kollegen habe ich letztes Jahr einen Onlineshop eröffnet, über den wir Prints verkaufen. Und wir werden bestimmt auch wieder Ausstellungen machen.

photographer Daniela Reske
photographer Daniela Reske

Fashion Storytelling

X fashion storytelling Fashion and Lifestyle Photography Portfolio Nadine Wilmanns

Fashion Storytelling

These days, a lot is talked about the future of fashion and how fashion companies can survive. A few months back I had an interesting interview with Prof. Dr. Jochen Strähle, head of the fashion and textile faculty at Reutlingen University. He says: „80 Million people will always need something to wear and there will always be demand for personal expression. Constant change is the very nature of fashion and creativity is rooted in change. If newness is perceived as a crisis then fashion has been in a crisis for the past hundred years.”

What struck me is, that he immediately referred to personal expression. And after all, that`s what fashion is about, and therein lies the opportunity for every designer and every brand.

For example, Michael Kors: Personally, I would rather stuff my things in the pockets of my jacket than using a bag with the MK logo on it. But there are others that are crazy about it. On Black Friday there are queues at the Michael Kors Outlet in Metzingen beginning far outside the store entrance. In fact, Michael Kors usually has the longest queue of all the outlets.

Not everybodys` darling

And there`s the trick: It`s polarizing. Some absolutely love it, some totally hate it. So, as much as I don`t like the brand, they`re doing something right: They`re not everybody’s darling. They aren`t trying to please everyone. They´re not trying to be somewhere in the middle, catering for as many as possible, but they stand for something distinct.

When I think of Michael Kors, I immediately have a scene, like a short film, in my mind: a posh girl with a lot of make-up. She parties with other posh people in modern-looking locations where expensive cars are parked outside. When thinking of the brand Patagonia, I imagine a fit-looking girl without makeup and with untidy hair. She`s sitting all smiles outside a wooden cabin in the mountains with her friends enjoying a coffee and a sunrise. If I wanted to live like a very cool, elegant, successful-looking businesswoman, jumping from one important meeting to the next even more important conference, I would be drawn to Hugo Boss.

fashion storytelling Happiness Factor people on bench for fashion photo

Personally, I love Vintage, because I associate it with coolness, nonchalance, city-life, and sophisticated style. With going car-boot-sales, free exhibitions, and cheap coffee shops while living on some freelance jobs. Not that I necessarily have all that, but I would like it. And it matches the story I want to tell about myself. So, I wear it.

Storytelling and identity

It`s all stereotypes of course, and our own real-life story has many more layers than that. But these images are giving the brand its character. It`s something, that people can identify with – or not. Fashion is not just items of clothes, but a way for people to express and distinguish themselves.

It`s all about storytelling. That`s why fashion photography is so important. It tells a story and it shapes a clear image and feeling about a brand. Knowingly or not, we want to tell our story and choose which stories we can match with ours and which dreams we want to be part of.

What kind of fashion or brands do you feel drawn to and why? Have you ever bought an item just because it made you think of a scene or an image or a dream about how you would like to be?

Mode Storytelling

In letzter Zeit wird viel darüber gesprochen, wie die Zukunft der Mode aussieht und wie Mode-Unternehmen überleben können. Vor ein paar Monaten hatte ich ein interessantes Interview mit Prof. Dr. Jochen Strähle, Dekan der Fakultät Textil und Design an der Hochschule Reutlingen. Er sagt: „80 Millionen Menschen werden immer etwas zum Anziehen brauchen und es wird immer Bedarf nach persönlichem Ausdruck geben. Ständiger Umbruch ist Kennzeichen der Modeindustrie und darin sehen viele die Kreativität. Wenn Neues als Krise verstanden wird, dann ist die Textilindustrie seit hundert Jahren in der Krise.“

Was mir dabei aufgefallen ist: Er hat sofort auf den persönlichen Ausdruck verwiesen. Und schließlich geht es ja in der Mode genau darum. Darin liegt die Chance für jeden Designer und jede Marke.

Beispiel Michael Kors: Ich persönlich würde meine Sachen lieber in meine Jackentaschen stopfen, als eine Tasche mit dem MK-Label zu tragen. Aber andere sind ganz verrückt nach diesen Taschen. An Black Friday sind vor dem Michael Kors Outlet regelmäßig lange Schlangen – bis weit vor dem Ladeneingang. Tatsächlich hat Michael Kors meist die längste Schlange von allen Outlets.

Nicht Everybody`s Darling

Und hier ist der Trick: Die Marke ist polarisierend. Manche lieben sie und manche hassen sie. So wenig ich MK mag, sie machen etwas richtig: Sie sind nicht „Everybody`s Darling“. Sie versuchen nicht, allen zu gefallen. Sie bemühen sich nicht darum, irgendwo in der Mitte zu schwimmen, um so vielen wie möglich gerecht zu werden. Sondern sie haben eine klare Position und stehen für etwas Bestimmtes.

Wenn ich an Michael Kors denke, dann habe ich sofort eine Szene, einen kleinen Film, vor Augen: eine gestylte, posh aussehende Frau mit viel Make-up und Glamour. Sie feiert mit anderen schicken Leuten in modernen Locations, vor denen teure Autos geparkt sind.

Wenn ich an die Marke Patagonia denke, stelle ich mir ein gutaussehendes junges Mädchen vor, ohne Makeup und mit unordentlichen Haaren. Sie sitzt lachend mit ihren Freunden vor einer Holzhütte und genießt Kaffee und Sonnenaufgang.

Wenn ich von einem Leben als coole, elegante, erfolgreich aussehende Geschäftsfrau träumen würde, die von einem wichtigen Meeting zur nächsten noch wichtigeren Konferenz wandelt, dann würde es mich zu Hugo Boss ziehen.

fashion storytelling Your story Happiness Factor Fashion Photography McWilmanns Nadine Wilmanns

Persönlich mag ich Vintage, weil ich es mit Coolness, Lässigkeit, Stadtleben und gutem Style verbinde. Mit Flohmarktbesuchen, zu Ausstellungen mit freiem Eintritt gehen, billigen Cafés und von Freiberufler-Jobs leben. Nicht, dass ich all das unbedingt habe, aber ich hätte es gern. Und es passt zu der Geschichte, die ich gern über mich erzählen will. Also trage ich Vintage.

Storytelling und Identität

Natürlich sind das alles Stereotypen und die Geschichte unseres Lebens hat viel mehr Facetten. Aber solche Bilder geben einer Marke ihren Charakter. Das ist etwas, mit dem sich Leute identifizieren können – oder eben nicht. Mode ist nicht nur Kleidung, sondern eine Möglichkeit sich auszudrücken und abzugrenzen.

Es geht immer ums Storytelling. Deswegen ist Modefotografie so wichtig. Sie erzählt eine Geschichte und sie formt ein klares Bild und Gefühl einer Marke.  Bewusst oder unbewusst wollen wir unsere Geschichte erzählen und wählen, welche Geschichten zu unseren eigenen passen und von welchen Träumen wir Teil sein wollen.

Welche Mode oder welche Marken ziehst du gern an und warum? Kaufst du manchmal Kleidungsstücke, nur weil sie dich an eine bestimmte Szene oder ein Image oder einen Traum, wie du gern sein möchtest, erinnern?

Networking

people networking

Networking

Are you a good in-person-networker? As a freelancer, this is so important. And it`s not only because a strong network can open doors for us. But it`s about making use of the brain, ideas, and wisdom of many, not just our own.

By asking and listening we can find new ideas and broaden our understanding. We have a limited view on things, the world, everything – based on OUR experience. Other people bring in THEIR experiences and the resulting ideas and connections. So, this is gonna broaden our view and our opportunities big time.

Plus, being well connected feels like a safety net and will ultimately make us braver. There are people having our back and cheering us on.

Consider everybody

Our network is way bigger than we might think: Think of everyone you know – family, friends, and co-workers of course, but as well neighbours, people in your yoga class, people you meet on jobs, …  Then think of everyone these persons know, who you could be introduced to if needed. Consider everybody, not just seemingly “influential” people. Because everybody has something to teach. Plus, each person knows people that may turn out to be game-changers for you.

And then of course there`s the most basic and most important connection to God who can do crazy, unbelievable stuff and comes up with the best surprises – and who introduces us to those people that we need in our lives.

people in coffeeshop networking

To be honest, networking doesn`t exactly come naturally and easy to me. I`m a bit of a shy character and tend to be anxious that I might bother someone. But I`m learning. I`ve written the following list as kind of a reminder and instruction for myself. And perhaps this could be useful for you, too.

Here are some ideas, how to make the most of your network:

Be helpful whenever you can.

Ask if there`s something that you can do for people. Because the helping part of networking is the most fun. Don`t we all love it if we can be useful, make a difference to someone, and be able to help within our capabilities! It`s a happiness booster.

Be open and authentic.

Let other people in on your journey, don`t be superficial, and don`t try to pretend all is fine and dandy when it`s not.

Ask for what you need.

In order to do this, you would of course need to know what exactly you need first. So, maybe you need to find that out first. Perhaps it`s an idea concerning a certain issue or maybe it`s a connection to a certain business sector. Be specific to make it easy for the other person to help you. For example, ask: “Do you by chance know somebody who works in the pattern department of a fashion company?” The person might say: “Hm, actually I know someone who knows someone…” – and there we go.

Be open to suggestions.

When someone proposes something don`t say: “Well, BUT…” Take it in, consider and try it. Remember that they have experiences that you haven`t had and appreciate that they are willing to let you in on them. You never know, in hindsight this suggestion might be the one that helped you on the next step.

Listen and shut your cakehole.

Encourage the others to share their knowledge by truly listening. “You need to enter every conversation assuming that you have something to learn”, says Celeste Headlee in her TED-talk https://www.ted.com/talks/celeste_headlee_10_ways_to_have_a_better_conversation: “Everyone you will ever meet knows something that you don`t.” And: “I keep my mouth shut as often as I possibly can, I keep my mind open, and I`, always prepared to be amazed.”

Take notes.

Note each and every suggestion down in your notebook. Especially names and numbers. Otherwise, you`ll forget them or misplace them. Some might seem insignificant to you at the moment. But at a later point on your journey, after having gained more understanding and insight, you might find them super useful all of a sudden.

Don`t think you`re a burden.

Usually, people love to help with their expertise and connections. To most of us, it`s not a burden but a pleasure to be able to help. Barbara Sher writes in her book “Wishcraft” http://wishcraft.com/: “Most of us remember and treasure every part we’ve ever played in someone else’s survival, satisfaction, or success. …It’s because helping each other is creative and it makes us feel good.”

Give Feedback.

Let other people know about your experiences with their suggestions down the road.  Tell them about the phone call to that connection that they`ve given you. “It is a great way to show your interest and your respect for someone else’s opinion, it energizes your relationship, it shows someone: I`m listening to you, I pay attention to what you say, I value what you say,” says Gretchen Rubin on her podcast “Happier with Gretchen Rubin” https://gretchenrubin.com/podcast-episode/309-heed-a-suggestion-listeners-21-for-2021. Her sister Elizabeth Craft adds: “If you take on a suggestion, you`re giving someone else the pleasure of giving. It makes them feel good to know they gave you something valuable.” Plus, feedback creates accountability for you, because you don`t want to let those down, who cheer you on.  

What are your thoughts and experiences with networking? Are you a natural networker or does it demand some effort of you?

Networking

Bist du gut darin, dir ein persönliches Netzwerk zu bauen und zu nutzen? Für Freiberufler ist das so wichtig. Und nicht nur, weil uns ein starkes Netzwerk Türen öffnen kann. Sondern auch weil wir so die Köpfe, Ideen und Weisheit vieler nutzen können, nicht nur unsere eigenen.

Indem wir fragen und zuhören können wir an neue Ideen kommen und unsere Einsicht weiten. Wir haben alle einen eingeschränkten Blick auf Dinge, auf die Welt, auf alles – einen Blick, der auf UNSEREN Erfahrungen basiert. Andere bringen IHRE Erfahrungen ein und die daraus entstandenen Ideen und Verbindungen. Das wird unsere Einsicht und unsere Möglichkeiten erweitern.

Außerdem fühlt es sich ein gutes Netzwerk wie ein Sicherheitsnetz an, das uns mutiger macht. Da sind Leute, die hinter uns stehen und die uns anfeuern.

Denk an jeden

Unser Netzwerk ist viel größer als wir vielleicht denken: Denk an jeden, den du kennst – natürlich Familie, Freunde und Kollegen, aber auch Nachbarn, Leute in deinem Yoga-Kurs, Leute, die du auf Jobs triffst, … Dann denk an alle, die diese Leute kennen – und denen sie dich vorstellen könnten. Berücksichtige jeden, nicht nur solche, die dir “einflussreich” erscheinen. Denn von jedem kann man etwas lernen. Außerdem kennt jeder Leute, die unter Umständen einen großen Unterschied in unserem Leben machen könnten.

Und dann ist da natürlich die grundlegendste und wichtigste Beziehung zu Gott, der die verrücktesten und unglaublichsten Sachen möglich machen kann und die besten Überraschungen für uns bereithält. Und der uns den Leuten vorstellt, die wir in unserem Leben brauchen.  

mirror nice to meet you networking

Ehrlich gesagt, bin ich nicht gerade der geborene Networker, dem das leichtfällt. Ich bin eher der schüchterne Typ und befürchte, jemandem Last zu sein. Aber ja, ich lerne! Die folgende Liste habe ich mir als Erinnerung und Anleitung geschrieben. Vielleicht ist sie für dich auch nützlich.

Hier sind ein paar Ideen, wie wir unser Netzwerk gut nutzen können:

Hilf wann immer du kannst.

Frag, ob es etwas gibt, was du für jemanden tun kannst. Denn Helfen ist das, was am Netzwerken am meisten Spaß macht. Ist es nicht das beste Gefühl, wenn wir für jemanden einen Unterschied machen können und innerhalb unserer Möglichkeiten helfen können! Das ist ein Glücklichmacher.

Sei offen und authentisch.

Beziehe andere auf deinem Weg ein, sei nicht oberflächlich und versuche nicht vorzugeben, das alles super ist, wenn es nicht so ist.

Frag nach dem, was du brauchst.

Um das zu tun, müssen wir uns natürlich erstmal darüber im Klaren sein, was wir denn brauchen. Eventuell müssen wir uns das erstmal überlegen. Vielleicht ist es eine Idee zu einem Thema. Oder eine Verbindung zu einem bestimmten Geschäftsbereich. Sei möglichst präzise, denn das macht es dem anderen einfacher, dir zu helfen. Frag zum Beispiel: “Kennst du zufällig jemanden, der in der Schnittabteilung eines Modeunternehmens arbeitet?” Die Person könnte dann sagen: “Hm, tatsächlich kenne ich jemanden, der jemanden kennt…” – und schon gibt`s eine Spur.

Sei offen für Vorschläge.

Wenn jemand etwas vorschlägt, sag nicht “Ja, ABER…” Nimm den Vorschlag an, bedenke ihn und probier ihn aus. Denk daran, dass andere Erfahrungen haben, die du nicht hast. Und schätze, dass sie so nett sind, dich an ihren Erfahrungen teilhaben zu lassen. Wer weiß, im Nachhinein könnte gerade dieser Vorschlag der gewesen sein, der dir auf deinem nächsten Schritt geholfen hat.

Hör zu und lass den Mund zu.

Ermutige andere ihr Wissen mit dir zu teilen, indem du wirklich zuhörst. „Gehe in jede Unterhaltung mit der Annahme, dass du etwas lernen kannst”, sagt Celeste Headlee in ihrem TED-Talk https://www.ted.com/talks/celeste_headlee_10_ways_to_have_a_better_conversation: „Jeder, den du triffst, weiß etwas, das du nicht weißt.” Und: “Ich lasse meinen Mund zu so oft ich kann, ich bin aufgeschlossen und unvoreingenommen – und ich bin immer darauf vorbereitet, zu staunen.“

Mach dir Notizen.

Notiere dir jeden einzelnen Tipp in deinem Notizbuch. Vor allem Namen und Nummern. Sonst vergisst du sie oder verlegst sie. Manche Vorschläge kommen dir im Moment vielleicht unbedeutend vor. Aber später, wenn du mehr Einsichten gewonnen hast, könntest du sie auf einmal super nützlich finden.

Denk nicht, dass du eine Last bist.

Normalerweise freuen sich Leute, wenn sie mit ihrem Fachwissen und ihren Beziehungen helfen können. Für die meisten von uns ist es keine Last, sondern ein Vergnügen, wenn wir die Möglichkeit haben hilfreich zu sein. Barbara Sher schreibt in ihrem Buch “Wishcraft” http://wishcraft.com/: Die meisten von uns erinnern sich gern daran, wenn sie in irgendjemandes Leben eine Rolle spielten, die zu Erfolg geführt hat. … Deshalb, weil gegenseitiges Helfen eine kreative Handlung ist und wir uns dabei gut fühlen.“

Gib Rückmeldung.

Erzähl anderen von deinen Erfahrungen mit ihren Vorschlägen. Zum Beispiel von dem Telefonat mit der Person, die sie dir empfohlen haben anzurufen. Gretchen Rubin sagt in ihrem Podcast „Happier with Gretchen Rubin“ https://gretchenrubin.com/podcast-episode/309-heed-a-suggestion-listeners-21-for-2021: „Das ist eine tolle Möglichkeit, dem anderen dein Interesse und deine Anerkennung für seine Meinung zu zeigen. Es bringt eure Beziehung in Schwung und es zeigt jemandem: Ich höre dir zu, ich gebe acht und schätze was zu sagst.“ Ihre Schwester Elizabeth Craft ergänzt: “Wenn du einen Vorschlag aufgreifst, dann gibst du dem anderen das Vergnügen des Gebens. Der andere fühlt sich gut, weil er weiß, dass er dir etwas Wertvolles geben konnte.“ Außerdem schafft ein Feedback Verbindlichkeit und du wirst deine Sache eher verfolgen. Weil du die Leute, die dich anfeuern, nicht enttäuschen möchtest.

Was sind deine Gedanken und Erfahrungen mit Netzwerken? Bist du ganz mühelos am Vernetzen oder kostet es dich manchmal Überwindung?

three birds networking

Read more:

Success-Stories https://nadinewilmanns.com/success-stories

Courage and Massive Action https://nadinewilmanns.com/massive-action

Courage and Massive Action

how to not give up Nadine Wilmanns photography foot walking a step - courage and massive action

Courage and Massive Action

A few years back, I couldn`t imagine a time when nobody would ask me about my age anymore when buying cigarettes. Well, I guess, this time has now come. It reminds me though: If I want to reach the dreams that I have concerning my life, I need to take massive action NOW. Throw in all the risk. And pray and hope boldly, expecting the best. I don`t have time to hesitate because I wanna avoid rejection, awkward moments, and failure. I better learn to deal with them, because they are on the route to any goal after all. Otherwise, I will miss my chance to walk the route with crazy and great experiences that God has designed for me, and I would regret this for sure.  

A life true to myself

Talking about rejection and regrets: there is a book called “The Top 5 Regrets of the dying”. A nurse who cared for dying patients in their last weeks has written it. Turns out the number 1 regret of her patients was: “I wish I’d had the courage to live a life true to myself, not the life others expected of me.”

On another sidenote relating to the massive action: The other day, I`ve listened to a conversation of celebrity photographer Dan Kennedy with entertainment photographer Conor McDonnell. Conor McDonnell started out as a teenager wanting to get into concerts for free. After his first chance to photograph a concert, he wanted to do more.

Massive Action

“I would email everyone and anyone who was playing in Liverpool, I would check the upcoming listings, I would send probably a hundred emails a day, getting two replies. One would be ‘no’, the other one ‘maybe- we`ll think about it’”, he says. “So, to whoever said ‘maybe’, I would keep emailing them: ‘I would really, really love to do this, please can I come to do it.’ And eventually, I started building a portfolio of all the bands playing in Liverpool and bigger bands would come, too, which would help, and then I kind of started building it up from there.”

Naive courage

After time things got easier: “I was at the same venues a lot of the time five nights out of the week.” This way he made the right connections, and later he would be photographing tours of Ellie Goulding, James Morrison, and be the personal photographer of Calvin Harris. None of this would have happened, if he hadn`t fought through the initial time of naïve courage and confident learning – he learned photography on the job – and being super persistent. He didn`t let himself get discouraged but kept pressing on boldly and determined until more and more doors opened up for him.

What do you want to achieve and what massive action would you have to take? Are you hesitating to walk the path to your goals, because you try to avoid the inevitable encounters with failure and rejection on the way? Do you hope for and expect the best for you to happen?

Mut und "Massive Action"

Noch vor ein paar Jahren konnte ich mir keine Zeit vorstellen, in der mich niemand mehr nach meinem Alter fragen würde, wenn ich Zigaretten kaufen will. Tja, mir scheint, es ist soweit. Das erinnert mich daran: Wenn ich die Träume, die ich für mein Leben habe, noch erreichen will, dann muss ich JETZT viel tun – „massive action“. Alles Risiko reinwerfen. Und mutig beten und hoffen – und das Beste erwarten. Ich habe keine Zeit, noch länger zu zögern, nur um Ablehnung, unangenehme Momente und Misserfolge zu vermeiden. Sie liegen nun mal auf dem Weg zu jedem Ziel. Lerne ich also besser, gut mit ihnen klarzukommen. Sonst verpasse ich meine Chance, den Weg zu verrückten, unglaublichen Erlebnissen zu gehen, den Gott sich für mich ausgedacht hat. Das würde ich auf jeden Fall bereuen.  

Ein Leben, das mir entspricht

Stichwort Ablehnung und Bereuen: Es gibt ein Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“. Eine Krankenschwester, die sterbende Patienten in ihren letzten Wochen betreut hat, hat es geschrieben. Bedauern Nummer eins ist: “Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt ein Leben zu leben, das mir entspricht, und nicht das Leben, das andere von mir erwartet haben.“

Und noch was zur “massive Action“: Neulich habe ich ein Interview von Star-Fotograf Dan Kennedy mit Entertainment-Fotograf Conor McDonnell angehört. Conor McDonnell begann als Teenager, der umsonst Konzerte besuchen wollte. Nach seiner ersten Chance, ein Konzert zu fotografieren, wollte er mehr davon.

"Massive Action"

„Ich emailte jedem, der in Liverpool spielte, ich checkte Listen mit angekündigten Konzerten, ich schickte gut 100 Emails am Tag raus – um zwei Antworten zu bekommen. Eine war ‘Nein’, die andere ‘Vielleicht, wir überlegen es uns’”, erzählt er. „Also habe ich denen, die mit ‘vielleicht’ antworteten, weiter gemailt: ‘Ich würde so gerne bei euch fotografieren, bitte lasst mich’. Und schließlich begann ich, mir ein Portfolio aufzubauen mit all den Bands, die in Liverpool gespielt haben. Größere Bands kamen dazu, was half, und von da aus habe ich meine Karriere weiter aufgebaut.“

Naiver Mut ist gefragt

Nach einer Zeit wurde es einfacher: “Ich war oft an fünf Abenden der Woche in den gleichen Veranstaltungshallen.“ So kam er zu guten Beziehungen und später fotografierte er die Touren von Ellie Golding, James Morrison und wurde persönlicher Fotograf von Calvin Harris. Nichts dergleichen wäre passiert, wenn er sich nicht durch die Anfangszeit durchgebissen hätte. Mit naivem Mut und Zuversicht – denn er hat bei den Jobs gelernt, gut zu fotografieren – und Hartnäckigkeit. Er hat sich nicht entmutigen lassen, sondern hat entschlossen weiter gemacht, bis mehr und mehr Türen für ihn aufgegangen sind.

Was würdest du gerne erreichen und welche vielen Aktionen müsstest du dafür starten? Zögerst du, weil du die unvermeidlichen Begegnungen mit Misserfolgen und Ablehnung auf dem Weg vermeiden möchtest? Hoffst und erwartest du, dass das Beste für dich passieren wird?

Seeing fresh

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The joy in seeing

The other week I`ve written a guest blogpost: A review on a book by Hiltrud Enders called (translated) “Joy in seeing”. To read the review in German click here on fotografr.de

The book is about attentive seeing, about engaging with what is there right now in order to capture that. We see; we snap. And by snapping I don`t mean rush, because, in fact, we need to be calm and rush would blur our vision. But what I mean by snapping is: We don`t hesitate or think. We go by impulse and intuition. We don`t get uneasy thinking “How do I get a good picture?”. The author says: “Be without expectation, let it be a surprise.”

Awe-inspired snapping

The concept is to capture the moment of “seeing fresh”. Hiltrud Enders describes this moment as the “freshness of the first few milliseconds in which you neither classify nor describe”. Basically, when it`s still reflex and instinct only. When it`s still that initial “wow” with no further thoughts or categorizing. “You cannot see and think at the same time”.

The essence of this approach is to cast out the labelling or commenting. It doesn`t mean mindless snapping but awe-inspired snapping. The longer we can stay in that state of awe without thinking or judgement (I guess it takes practice, I certainly need to practise more) the longer we can truly enjoy what we see.

joy in seeing fresh

Open your eyes again

As soon as we start thinking, the fresh, clear moment of seeing is gone. Typical thoughts of mine are: “This could make a good photo” (labeling what I see as good or bad). Or: “The background here is not great” (wanting to change something). Or – my most common hindering thought: “What will people think if they see me taking a picture now?” Hiltrud Enders says: “As soon as I notice that I start to think, I close my eyes, open them again and have a new, fresh look.” And: “When I`m free from the outer acknowledgment and my own expectation, then I live and experience more.”

Lean in - whatever happens

We can practice that right where we`re at. Wherever we see something that makes us stop thinking for a second, because of the “aww wow” that just entered our mind. “Everything is worthy to be looked at – whether at the petrol station or in the botanical garden. Seeing happens all the time“, says Hiltrud Enders. „If I cannot see in my familiar surroundings, then I can`t see in outside of this world either.”

Thus, the idea is not to wait for a holiday, or later, but to pay attention to what we see right now. In our pyjamas, on the way to our business meeting, at the grocery store, on our dinner date, in our everyday. Whether we`re in a good mood or in a grumpy mood. Whether we have a promotion to celebrate or whether we just got fired. No labeling, just seeing. „Lean in- whatever happens.“

Freude am Sehen

Neulich habe ich einen Gastblogbeitrag geschrieben: eine Rezension über das Buch “Freude am Sehen” von Hiltrud Enders. Um die Rezension zu lesen, klick hier auf fotografr.de .

Das Buch handelt vom aufmerksamen Sehen. Von der “Beschäftigung mit dem, was gerade ist”, um das aufzunehmen. Wir sehen, wir schießen ein Foto. Und damit meine ich nicht Eile, den tatsächlich müssen wir ruhig sein und in Eile würden wir nicht klar sehen. Gemeint ist: Nicht zögern oder denken. Dem Impuls und der Intuition folgen. Also zum Beispiel nicht unruhig werden und denken: “Wie kriege ich ein gutes Foto?”. Die Autorin sagt: “Sei ohne Erwartungen, lass dich überraschen.“

Ins "Wow" knipsen

Das Konzept ist, den Moment des “frischen Sehens” festzuhalten. Hiltrud Enders beschreibt diesen Moment als die „die Frische der ersten Millisekunde der Wahrnehmung, in der noch keine Einordnung und Beschreibung geschieht“. Also solange du immer noch ganz im Reflex und Instinkt bist. Solange du nur voller “Wow-Gefühl” bist, ohne weitere Gedanken oder Einordnung. „Du kannst nicht Sehen und Denken gleichzeitig.”

Es geht darum, nicht zu bewerten oder kommentieren. Das heißt aber nicht, einfach ziellos zu knipsen, sondern aus dem „Wow-Gefühl“ heraus zu knipsen. Je länger wir in diesem Gefühl ohne Denken und Bewerten bleiben können (ich denke es braucht Übung, ich brauche auf jeden Fall noch mehr Übung) desto länger können wir beim Sehen genießen.

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Öffne deine Augen neu

Sobald wir beginnen zu denken, ist der frische, klare Moment des Sehens weg. Typischerweise denke ich: “Das könnte ein gutes Foto geben“ (bewerte das, was ich sehe, als gut oder schlecht). Oder: “Der Hintergrund ist ungeeignet” (will etwas ändern). Oder mein hinderlichster Gedanke: “Was könnten Leute denken, wenn sie sehen, dass ich jetzt ein Foto mache?“ Hiltrud Enders sagt: “Sobald ich bemerke, dass ich ins Denken versinke, kann ich die Augen schließen, wieder öffnen und neu hinschauen.“ Und: “Bin ich frei von fremder Anerkennung und eigener Erwartung, so kann ich mehr erleben.“

Lehn dich rein - was immer passiert

Wir können das genau da wo wir gerade sind üben. Wo immer wir etwas sehen, bei dem wir wegen des „oh wow“-Effekts das Denken vergessen. „Alles ist wert, betrachtet zu werden – ob an der Tankstelle oder im botanischen Garten. Sehen geschieht ständig“, schreibt Hiltrud Enders. „Wenn ich nicht in meiner vertrauten Umgebung sehen kann, dann auch nicht außerhalb dieser Welt.“

Die Idee ist also, nicht auf die Ferien zu warten, oder später. Sondern jetzt gleich auf das zu achten, was wir sehen. In unserem Schlafanzug, auf dem Weg zu unserem Geschäfts-Meeting, im Gemüseladen, bei unserer Verabredung. Ob wir eine Beförderung zu feiern haben, oder ob wir gerade gefeuert worden sind. Nicht bewerten, nur sehen. “Lehn dich rein – was immer geschieht.”

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Creative work

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Creative Work

How to get creative work done

One of the biggest traps for creative work is postponing. Either because of “waiting for inspiration”. Or because of perfectionism, saying “I`m not good enough yet, conditions are not ideal at the moment,…”

I`ve written about this before but it`s been one of the most important lessons for me: Creativity means commitment which implies planning your day, setting priorities, and setting aside time for them. Creative work means fight and determination. And actually doing the work now.

“Inspiration is for amateurs. The rest of us just show up and get to work”, said photographer Chuck Close. “If you wait around for the clouds to part and a bolt of lightning to strike you in the brain, you are not going to make an awful lot of work. All the best ideas come out of the process; they come out of the work itself.”

No need for the perfect setting

The other day, I had an interesting interview with singer and musician Joe Vox. He has released an album together with other musicians called “COVid IDentities”. Because of the lockdown, one of the musicians didn`t have access to fancy recording technology. So he just used his phone. Simple as that.

The musicians made things work, even though conditions weren`t ideal. Joe Vox said: “As a creative, you don`t need the perfect setting. On the contrary: Too much perfection can indeed harm because you constantly find that settings aren`t ideal. And you end up doing nothing at all because of that. You can always do something when you are creative and really want to.”

Kreative Arbeit

Eine der größten Fallen für kreative Arbeit ist Aufschieberitis. Entweder weil man auf “Inspiration” wartet. Oder wegen Perfektionismus, der einem sagt “Ich bin noch nicht gut genug, die Bedingungen sind im Moment noch nicht ideal,…“

Ich habe schon mal über dieses Thema geschrieben, aber es ist eine der wichtigsten Lektionen für mich gewesen: Kreativität bedeutet Einsatz und sich zu verpflichten, Prioritäten zu setzen und dafür Zeit zu reservieren. Also den Tag entsprechend drum herum zu planen. Es bedeutet auch zu kämpfen und entschlossen zu sein. Und sich tatsächlich jetzt an die Arbeit zu machen.

„Inspiration ist was für Amateure. Wir anderen lassen uns blicken und machen uns an die Arbeit“, sagte Fotograf Chuck Close. „Wenn du darauf wartest, dass sich die Wolken auftun und dich ein Geistesblitz trifft, dann wirst du nicht besonders viel zustande bringen. All die besten Ideen kommen aus dem Prozess heraus. Sie entstehen bei der Arbeit selbst.”

Es braucht nicht die perfekten Bedingungen

Neulich hatte ich ein interessantes Interview mit Sänger und Musiker Joe Vox. Er hat ein Album “COVid Identities” mit anderen Musikern zusammen herausgebracht. Wegen des Lockdowns hatte einer der Musiker keinen Zugang zu richtiger Aufnahmetechnik. Also hat er sein Handy benutzt. Ganz einfach.

Die Musiker haben die CD möglich gemacht, auch wenn nicht alles ideal war.  Joe Vox sagte: “ Als Kreativer braucht man nicht die perfekten Bedingungen. Im Gegenteil: Zu viel Perfektion tut oft nicht gut, denn man findet dauernd, dass die Umstände nicht gut genug sind. Und am Ende kommt gar nichts bei raus. Man kann immer was machen, wenn man Kreativität hat und wirklich will.“

Trust the next step

self-assignments coffeeshop table Trust the next step

Trust the next step

Often, I think: “Man, why don`t I seem to be able to figure out some genius plan for my career?” However, thinking about it, it seems smarter to me to just take and engage in one step at a time. To trust the next step and trust that God knows what I don’t, and that he`s still gonna make a lot of things possible for me. Instead of spending time and energy trying to figure out the great, right plan. Because really, ten years ago I wouldn’t have imagined that I would work as a freelance photographer. And twenty years ago, I wouldn’t have even dared to dream that I would cycle across London to spend my morning writing in a coffee shop in Shoreditch.

Do the work

Who knows what incredible things are in store for us yet! By trying to figure out the future I probably won`t get as far as I would by actually doing the work. Engaging in the very next step, taking one step at a time. By one photoshoot, one blog post, one challenge, one experience at a time, we`re moving forward – seemingly slow but in fact faster – into new wonders and surprises.

Dem nächsten Schritt vertrauen

“Mensch, warum fällt mir nur kein genialer Plan für meine Karriere ein?”, denke ich manchmal. Wenn ich aber genau darüber nachdenke, finde ich es klüger, einfach einen Fuß vor den anderen zu setzen und mich auf den Schritt, den ich gerade mache, zu konzentrieren. Und darauf zu vertrauen, dass Gott schon wissen wird, was ich nicht weiß und dass er noch viel für mich möglich machen wird. Anstatt Zeit und Energie zu investieren, um den großen, richtigen Plan für mich herauszufinden. Weil ehrlich, vor zehn Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich mal als freiberufliche Fotografin arbeiten würde. Und vor zwanzig Jahren hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich mal mit dem Fahrrad durch London fahren und meinen Morgen in einem Café in Shoreditch mit Schreiben verbringen würde.

An die Arbeit machen

Wer weiß, was für unglaubliche Dinge noch auf uns warten! Wenn ich versuche, auf die große Zukunftsidee zu kommen, wird mich das wahrscheinlich nicht so weit bringen, wie wenn ich mich einfach an die Arbeit mache. Also meinen nächsten Schritt mache und dann den nächsten, einer nach dem anderen. Mit einem Fotoshooting, einem Blogpost, einer Herausforderung, einer Erfahrung nach der anderen, geht es weiter – scheinbar langsam aber tatsächlich schneller – zu neuen Wundern und Überraschungen.   

Light and Style

X Fashion and Lifestyle Photography Portfolio Nadine Wilmanns

How to use light for mood and style

It`s not the subject that makes a photograph, it`s the light. It was only when I understood this very basic idea, that my everyday photography has gotten so much richer and more interesting, too.

I`ve written a guest blog post about this on the beautiful photography blog of Sheen Watkins Aperture and Light. To read the full article click on the following link:

https://www.apertureandlight.com/2021/01/how-to-use-light-to-create-mood-and-style/

Hier ist die deutsche Übersetzung:

Licht für Gefühl im Bild und deinen Stil

Als ich mit Fotografieren anfing, dachte ich, das Motiv macht ein Foto aus. In einer „hässlichen“ Umgebung zum Beispiel, dachte ich: Hier kann`s kein gutes Bild geben. Gleichzeitig habe ich meiner Fotografie oft das „besondere Etwas“ vermisst.

Erst als mir etwas ganz Einfaches, aber so Wirkungsvolles, klar wurde, wurde meine Fotografie viel besser: Nicht das Motiv ist wichtig, sondern das Licht. Das Motiv kann so wenig einladend wie eine Mülltüte oder eine alte Küchentür sein. Wenn`s da gutes Licht gibt, dann kann da auch ein Bild sein. Also habe ich meine Aufmerksamkeit weniger auf Dinge und mehr auf Licht gelenkt.

Bald ist mir überall aufgefallen, wie da gerade das Licht ist. Und seitdem ist meine Alltags-Fotografie viel interessanter geworden. Was so hilfreich ist, gerade jetzt in Zeiten des Lockdowns. Sowas wie ein Stapel Notizbücher kann fast schon poetisch aussehen, wenn interessantes Licht drauf fällt.

light photography light spot on pile of notebooks
light on rose petal

Wie du mit Licht umgehst, definiert deinen Stil

Licht und deine eigene Art es für dich zu nutzen, ist ein guter Startpunkt, um deinen eigenen Stil zu entwickeln. Ich bin persönlich eher im dunkleren Bereich. Das heißt, mir macht es nichts aus, das Bild ordentlich unterzubelichten. Damit ich meine Highlights, also die hellen Stellen im Bild, genau richtig für mich werden. Ich finde, das schafft Gefühl und Atmosphäre – und oft Drama. Aber das ist Geschmacksache.

Wer weiß, in ein paar Jahren mag ich vielleicht einen helleren, luftigeren Stil lieber. Wir müssen nur wissen, wie wir das Licht für uns nutzen können. Wie wir unsere Belichtung anpassen können und was für Licht wir brauchen, um das zu bekommen, was wir persönlich mögen. Dann ist dein Stil nicht etwas, das zufällig oder ab und zu passiert, sondern absichtlich. Und dann kannst du auch absichtlich anders fotografieren, falls du das mal willst.

Absichtlich unterbelichten

Bei natürlichem Licht ohne Blitz verwende ich normalerweise Spot Metering, nehme das Licht, die hellen Stellen, als Maß für meine Belichtung und lasse die Schatten machen was sie wollen. Wenn viel Kontrast im Bild ist, also wenn es viele Schatten hat, ist das Bild insgesamt oft großflächig unterbelichtet. Manchmal hat das einen hilfreichen Nebeneffekt: Es räumt dein Foto auf. Das Durcheinander wird einfach schwarz und das Auge wird direkt zu der richtig belichteten Stelle gelenkt.

Planting the ordinary

Weil ich diese Art zu belichten mag, halte ich automatisch nach kontrastreichem Licht Ausschau, nach Schatten und hellen Stellen. Wenn ich eher Lust auf „luftige“ Bilder habe, dann schaue ich nach eher gleichmäßigem Licht, Wolken vor der Sonne, oder weichem Gegenlicht, wenn die Sonne tief steht.  

Wie nutzt du das Licht für deinen persönlichen Stil? Magst du lieber ein gleichmäßig ausgeleuchtetes Foto oder gefallen dir viel Kontrast und dunkle Bereiche im Bild? Oder vielleicht hast du es lieber ein bisschen überbelichtet? Wie auch immer du Licht für dich verwendest, die Hauptsache ist, dass du glücklich mit dem bist, was das Bild ausdrückt und welches Gefühl es vermittelt. Denn schließlich willst du deine Geschichte in deinem eigenen Stil und auf deine eigene Art erzählen.

Feelgood Photography

feelgood photography detail

When having a special, good feeling, have your camera with you. In my experience, I tend to see more when I feel good and a bit emotional. As well, I tend to be more compassionate, attentive, and open which is so important for photography. And suddenly everything seems to have more meaning and depth.

I then hope that by capturing the feeling, it will stick with me. I may be able to revisit and recreate it later, because I`m more likely to remember when a picture was taken.

Capture the “feelgood”

It may seem strange wanting to photograph something that can`t be seen at all, but only sensed. I mean, a horse just looks like a horse. But peace, calm, melancholy, feelgood,… ? Everybody would capture them differently.

Someone might just see nothing in a picture, while somebody else might be completely blown away. But there`s the beauty: there is a personal element, not obvious to everyone. Our photographs speak our very unique language and it`s ok if not everybody understands.

Snapshots that stick

Yesterday, I`ve been feeling weirdly and quite strikingly peaceful and at ease for most of the day – for no apparent reason. In fact, according to what I was up to, I should have been stressed. But no, all good. Maybe I`ve breathed deep into my stomach a lot. Maybe my mind counteracted with some extra peace after having felt rather overwhelmed the day before – I don`t know. However, I wanted to preserve that feeling so I took some snapshots. Hoping that one will stick to my memory and stay attached to that sense of feelgood and ease.

How about you – have you noticed that how you feel is being translated into your photography?


Feelgood Photography Detail

Wohlfühl-Fotografie

Wenn du dich besonders wohl und gut gelaunt fühlst, nimm deine Kamera mit. Bei mir ist es so, dass ich mehr sehe, wenn ich mich gut und ein bisschen emotional fühle. Ich bin dann auch nachsichtiger mit mir selbst, achtsamer und offener, was so wichtig für das Fotografieren ist. Und alles bekommt irgendwie auf einmal mehr Bedeutung.

Ich hoffe dann, dass das Gefühl in meinem Gedächtnis bleibt, wenn ich es fotografiere. Vielleicht kann ich es später wiederhaben, weil ich mich eher wieder dahin zurückversetzen kann, wenn ich ein Bild gemacht habe.

Fotografiere “Wohlfühlen”

Kann sein, dass es seltsam scheint, etwas fotografieren zu wollen, das gar nicht wirklich zu sehen ist, sondern nur zu spüren. Ich meine, ein Pferd sieht einfach wie ein Pferd aus, aber Zufriedenheit, Ruhe, Melancholie, Wohlfühlen,… ? Das würde jeder anders festhalten.

Und deshalb sieht einer vielleicht gar nichts in einem Bild, das einen anderen besonders anspricht. Aber das ist auch das Schöne: da gibt`s ein persönliches Element, das nicht jeder erkennt. Unsere Fotos sprechen unsere ganz eigene Sprache und es ist ok, wenn sie nicht jeder versteht.

Feelgood Photography

Schnappschüsse, die bleiben

Gestern habe ich mich ganz ohne offensichtlichen Grund seltsam gut und zufrieden gefühlt. Wenn ich auf mein Programm von gestern schaue, hätte ich eher erwartet, gestresst gewesen zu sein. Aber nein, alles gut. Vielleicht habe ich viel in meinen Bauch geatmet. Vielleicht hat meine Psyche mit einer Extraportion Ruhe reagiert, weil ich mich am Tag davor überfordert gefühlt habe – keine Ahnung. Jedenfalls wollte ich das Gefühl festhalten, also habe ich ein paar Schnappschüsse gemacht. In der Hoffnung, dass einer in meinem Gedächtnis bleiben und mit diesem Wohlfühl-Gefühl verbunden sein wird.

Achte doch auch mal drauf: wirkt sich dein Gefühl auch auf deine Fotos aus?

Feelgood Photography Detail

Read more:

www.nadinewilmanns.com/how-to-remember

www.nadinewilmanns.com/how-to-get-the-feeling-into-the-picture

Lockdown Photography

lockdown photography rubber gloves on washing machine

Lockdown-Photography

How hard times can help your photography

Die originale Version dieses Posts auf Deutsch, “Lockdown-Fotografie”, wurde auf dem bekannten Fotoblog www.fotografr.de veröffentlicht. Hier ist die englische Übersetzung:

Do you recall the last days before your personal Corona lockdown? I remember them like it was yesterday and the pictures that I`ve taken. I had a strange feeling sitting in a coffee shop on Bethnal Green Road in London, just having read the headlines of the first COVID death in England. Somehow, I have taken deeper breaths that day trying to soak in as much freedom and fresh air as possible. And I have photographed even more than usual.

Despite all the weirdness of the situation, I knew that at least I could always document everything with my camera. That I don`t need to passively wait, but that I can actively move my focus on something. That has given me some feeling of control and at the same time a creative challenge.

Home Photography Lockdown Photography window view
Home-Photography Lockdown Photography bed sheets

Documenting being at home

As a matter of fact, the challenge soon turned out to be documenting being at home. During that time, I found it more helpful than ever to photograph „what is“. Even though there wasn`t happening much – after all, I was at home all the time – in my head there was going on a lot. Somehow, I wanted to find a way to express that.

And really, the more confined we are the more of a challenge this becomes, and the more there is to learn. I have been following the „One-picture-a-day-projects“ of other photographers and I`ve noticed that they haven`t just captured something very special , but as well that they have become much more sensitive to the ordinary.  

Lockdown Photography Glasses by the window Home-Photography

Each days' hero shot

Somewhere, I`ve read about a man, who couldn`t get around much due to his poor health. However, he went for a daily walk around the block with his camera. He probably didn`t get THE shot every day. But because he kept on going persistently looking for the special on his everyday route, he eventually kept discovering more and more.

Do you know when the light on your sink is at its best? Since Corona I know that – and I have noticed how that changed when my boyfriend blocked parts of the window with wooden panels. Lucky enough I didn`t know then, that now, meanwhile in Germany, I would still talk about Corona. I just tried to focus on one day at a time and get each days hero shot.

Each night I would be looking forward to reviewing my “pictures of the day” when transferring them to my phone before I went to sleep. That was my incentive – I`m sure you know the joy of finding a picture that you really love when scanning through your photos. (And by that I don`t mean technical perfection, but a picture with expression and meaning, one that evokes a feeling. That`s a different topic though…)

Home Photography How to remember light trail lockdown photography
Home-Photography, Lockdown Photography cat looking out

Open to surprises

As a photographer, I want to become better and better. And sometimes weird circumstances feature surprising opportunities to learn and to evolve. Times of restriction invite us to look out for our hero-shot of the day. And to consider the possibility that the most boring, stupid, or difficult situation might turn out as the moment of the day, at least in terms of photography.

I do recommend trying this approach for yourself. Especially when in a low mood, it can feel like hard work to pick up the camera. Yet after a few days it will become second nature and you will anticipate making progress with your personal at-home-project.

Head to www.fotografr.de to read the original, German version of this article. 

New Year

New Year lights celebration

New Year

As we enter the new year, it`s a good time to go through all our photos of this year. Of course, to reflect on the past twelve months. But as well to see how we grew as artists and to motivate us to keep on pushing forward and to become better in the new year ahead.

(On a side note: In my case, the new year is a good opportunity to organize my picture chaos, too. Click here for an article about a good organizational structure. I`ve started some organizing by the beginning of the lockdown in March but didn`t finish. Once I`ve established a consistent system that works for me, I`ll share it here.)

It`s not about pretty

Lately, I`ve had some days when I felt a little discouraged in documenting the ordinary. Because you know on Instagram you see all these super-pretty rooms and stuff and well, I don`t find my place so picture-pretty. However, looking back at the 2020 photographs, I realized that it weren`t the “pretty things” that made the best photos. But it was good light. Plus, ideally some meaning, and a very present moment that stayed.

That really motivated me again to shoot daily what is meaningful to me and focus on the light (in the truest sense of the word). Let´s feel and observe the very moment as often as possible without thinking about later or before. I`ve read and noticed that this can make an ordinary moment more meaningful.

As well I can report that it`s often just about getting started in order to get us into a habit. Like in this case the habit of documenting our lives in pictures. For example, we can begin with taking a picture of something simple as our feet and that can get us going to “see” and become aware of more.

For the year to come, I hope that I can always be thankful, curious, and unbiased. That I will be open to new experiences and surprises. And that I have faith in God`s support in order to be brave and to take healthy chances to document more. What are your wishes? Have a good start in 2021 and don`t let yourself get disheartened if the start doesn`t turn out as hoped. 

Neues Jahr

Der Start ins neue Jahr ist eine gute Zeit, um durch die Fotos von 2020 zu blättern. Natürlich um nochmal auf das Jahr zurückzuschauen. Aber auch um zu sehen, wie wir als Künstler gewachsen sind und um uns zu motivieren, weiter an uns zu arbeiten, um noch besser zu werden.

(Übrigens ist es für mich auch eine gute Gelegenheit, Ordnung mein Bilder-Chaos zu bringen. Ich habe beim ersten Lockdown im März damit begonnen, aber bin null fertig geworden. Sobald ich ein funktionierendes System entwickelt habe, werde ich es hier teilen.)

Es geht nicht um hübsch

In letzter Zeit hatte ich immer wieder Tage, an denen ich mich ein bisschen entmutigt darin gefühlt habe, das Alltägliche zu dokumentieren. Auf Instagram sieht man doch immer diese superhübschen Räume und Orte – und naja, ich finde, bei mir sieht`s nicht so „bildhübsch“ aus. Aber als ich durch meine Fotos von 2020 geschaut habe, ist mir aufgefallen: Es waren nicht die „hübschen Dinge“, die die besten Bilder ausgemacht haben. Sondern es war gutes Licht. Und idealerweise eine Bedeutung und ein „erlebter“ Moment, der mir im Gefühl geblieben ist.

Das hat mich wieder motiviert, jeden Tag zu fotografieren was Bedeutung für mich hat, und auf das Licht zu fokussieren (im wahrsten Sinne des Wortes). Ich habe gelesen und bemerkt, dass ein gewöhnlicher Moment mehr Bedeutung bekommt, wenn wir ihn richtig „fühlen“ und beobachten, ohne an vorher oder nachher zu denken.

Beginne einfach

Außerdem kann ich berichten, dass es oft einfach nur darum geht, zu beginnen, um etwas zur Gewohnheit zu machen. Wie eben die Gewohnheit, unseren Alltag in Bildern zu dokumentieren. Zum Beispiel könnten wir damit starten, einfach etwas Simples wie unsere Füße zu fotografieren. Das kann uns dann dazu verleiten, mehr zu sehen und wahrzunehmen.

Für das neue Jahr hoffe ich, dass ich dankbar, neugierig und unvoreingenommen sein kann. Dass ich offen sein werde für neue Erlebnisse und Überraschungen. Und dass ich daran glauben kann, dass Gott mich unterstützt, um dann mutiger zu sein, damit ich mehr dokumentieren kann. Was sind deine Wünsche? Hab einen guten Start in 2021 und lass dich nicht entmutigen, falls der Start nicht so läuft, wie erhofft.

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